LAOLA1-Zeugnis: Grünberg sticht heraus

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Die Leichtathletik-EM in Zürich ist Geschichte.

Sie hatte viel zu bieten. Einen Weltrekord, einen disqualifizierten "Flitzer" und einige Turbulenzen in der Organisation.

Aus österreichischer Sicht war im Vorfeld aufgrund des 13-köpfigen Aufgebots von einem sanften Aufschwung die Rede. "Viele Sportler zu einer EM zu bringen, ist die eine Sache. Dass sie dort auch reüssieren, die andere", hatte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber vor Zürich schon gemeint. Und er sollte recht behalten.

Ein elfter Platz von 5.000m-Läuferin Jennifer Wenth sowie die Final-Qualifikation von Stabhochspringerin Kira Grünberg kamen den als Ziel ausgegebenen drei Top-Ten-Plätzen am nächsten.

Insbesondere die ÖLV-Leistungsträger der Vergangenheit hatten in Zürich mit Form-Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Gründe dafür waren beim einen mehr, beim anderen weniger offensichtlich.

LAOLA1 verteilt nach dem Saison-Highlight Schulnoten, wie gut oder wie genügend die ÖLV-Leisutngen waren:

Dominik Distelberger

Regen, Wind, Verzögerungen. Schwere Bedingungen für die Zehnkämpfer in Zürich. Insofern können sich Platz zwölf sowie 7.942 Punkte - die zweitbeste Karriere-Leistung von Distelberger - absolut sehen lassen.

Ohne der Zitterpartie im Weitsprung, bei welchem er nach zwei Übertritten risikolose 7,21 Meter in die Sandkiste setzte, wäre noch etwas mehr drinnen gewesen. Der Scheibbser ortet mit Blick auf Olympia in Rio ohnehin überall noch Verbesserungs-Potenzial.

Note: 2-


 

Niki Franzmair

Beim Jüngsten im Team war erkennbar, dass die Saison nicht auf Zürich, sondern auf die U20-WM in Eugene ausgelegt war. "Zur Zeit kann ich, glaube ich, keine 1:46 Minuten laufen", meinte der 800m-Spezialist offen nach seinen 1:49,18 Minuten, die den 19-Jährigen als Gesamt-25. im Vorlauf scheitern ließen. Ein Debüt, das unter der Devise Erfahrung sammeln einzustufen ist. Er kann mehr.

Note: 4


 

Andreas Rapatz

1:48,65 Minuten und Endrang 21 lauten die nackten Zahlen zu seinem Vorlauf-Aus über 800m. Der Kärntner, der auf der Zielgerade noch um den Aufstieg kämpfte, sprach zwar von seinem besten Rennen bei internationalen Meisterschaften, zufrieden war er aber dennoch nicht. Schließlich wollte er wie 2010 und 2012 ins Halbfinale aufsteigen.

Note: 4


 

Kira Grünberg

Vor ein paar Monaten hatte die junge Tirolerin noch niemand auf einer EM-Final-Rechnung. Mit ihrem neuen ÖLV-Rekord im Vorkampf von 4,45 Meter hat sie ihre persönliche Bestleistung in dieser Saison um stattliche 23 Zentimeter noch oben geschraubt.

Angesichts dieser Entwicklung ist es zu verschmerzen, dass es auf der Züricher Stabhochsprung-Anlage, mit der viele ihre Probleme hatten, im Finale der besten 13 nicht für die hohe Einstiegshöhe von 4,35 Meter gereicht hat. Die 21-Jährige ist aus österreichischer Sicht DIE Entdeckung dieser EM.

Note: 2+


 

Thomas Kain

Knapp das Limit geschafft, als 61. der Europa-Rangliste nach Zürich gereist und dort mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 50,90 Sekunden 28. über die 400m Hürden geworden. Ein inkonsequentes Finish haben dem 20-Jährigen möglicherweise einen überraschenden Einzug in das Halbfinale der besten 24 vermasselt. Nichtsdestoweniger ein Debüt, das in Ordnung geht.

Note: 3


 

Beate Schrott

Die Befürchtung, dass es bei der EM in die Hose gehen könnte, schwirrte bei der zuletzt lange verletzten Schrott schon vor der EM im Hinterkopf herum. Um nicht eine Wiederholung der bitteren Hallen-WM von Sopot im März zu erleben, wollte die Olympia-Achte über 100m Hürden deshalb auch zwei Formtests abwarten, ehe sie sich wegen des EM-Starts festlegte.

Anstatt des erhofften Schritts nach vorne machte Schrott in Zürich aber mit dem Vorlauf-Aus in ernüchternden 13,31 Sekunden einen zurück. Eine Darbietung ohne die nötige Aggressivität, die auch ihren eigenen Ansprüchen nicht genügte. Mit "Aufstehen, Krone richten und weitergehen" gab die 26-Jährige bereits das richtige Motto aus.

Note: 5


 

Elisabeth Eberl

Platz 17 mit 54,41 Meter, also rund zweieinhalb Meter hinter ihrer im Mai geworfenen Saison-Bestleistung. Die 26-Jährige, die immer wieder mit Knie-Problemen zu kämpfen hat, wollte "an das Finale heranwerfen", was ihr nicht ganz gelungen ist.

Note: 4


 

Gerhard Mayer

Ein Zwiespalt tut sich bei der Benotung von Gerhard Mayer auf. Denn die EM für sich betrachtet, lagen seine im Vorkampf geworfenen 60,78 Meter im Bereich der Erwartungen. Der Diskuswerfer war nur deshalb mit nach Zürich genommen worden, weil er die für die EM erforderliche Norm von 62,30 bereits im Vorjahr übertroffen hatte.

Als Ganzes betrachtet, liegt sein aktuelles Leistungs-Niveau aber unter den Ansprüchen eines 34-jährigen Routiniers, der im Hope-Kader des Projekts Rio steht. Mit Ausblick auf die Olympia-Qualifikation ist das zu wenig.

Note: 5


 

Andreas Vojta

Vor dem Hintergrund seiner Stürze bei vergangenen Großereignissen war die Berührung mit dem spanischen Kontrahenten, die zur Disqualifikation führte, vertretbar.

Die Endzeit des 25-Jährigen von 3:42,52 Minuten ist allerdings ein Schlag in die Magengrube. Den Gerasdorfer stellt dies selbst vor Rätsel, wie er richtig festhält, ist er im ersten 1.500m-Saisonrennen "ohne großartige Vorbereitung" 3:36 gelaufen. Auch wenn ihn die schonungslose Selbstkritik ehrt, an der mangelnden Routine liegt es beim Olympia-Starter nicht mehr.

Note: 5


 

Christian Steinhammer

"Herr Steinhammer, Sie dürfen doch zur EM", so oder so ähnlich hatte der Anruf geklungen, den der 3.000m-Hindernis-Läufer am Montag vor den Titelkämpfen in der Schweiz entgegennahm. Das ist die eine Geschichte. Die andere, dass sich der Niederösterreicher zu diesem Zeitpunkt schon mehr in der Saison-Pause befand, als in einer unmittelbaren Wettkampf-Vorbereitung. Insofern ist sein 25. Endrang in 8:58,58 Minuten als genügend einzustufen.

Note: 4


 

Jennifer Wenth

Erste Österreicherin überhaupt, die bei einer EM die 5.000m gelaufen ist. Mit 15:47,61 Minuten hat die 23-Jährige in Anbetracht des Rennverlaufs bei ihrem Debüt eine brauchbare Zeit abgeliefert. Der elfte Platz ist zwar unter der Prämisse zu betrachten, dass es aufgrund der geringen Meldungszahlen keine Vorläufe gab. Das Resultat, welches unterm Strich das beste des ÖLV in Zürich ist, deshalb aber schlecht zu reden, wäre verkehrt.

Note: 3


 

Brenton Rowe

Für den Austro-Aussie gilt Ähnliches wie für Strecken-Kollegin Wenth. Das taktische Rennen spielte Rowe an dessen 27. Geburtstag nicht in die Karten. Die im Vergleich zu Wenth um einen halben Grad schlechtere Benotung schuldet dem Altersunterschied.

Note: 3-

 


 

Christian Pflügl

Warme Temperaturen gepaart mit einer Strecke, die eine für Marathon-Verhältnisse knackige Steigung beinhaltet. Keine einfachen Bedingungen für Pflügl und das Läuferfeld. Dass der Niederösterreicher, der als 45. ins Ziel kam, mit der Entscheidung nichts zu tun haben würde, war von Vornherein klar. Mit seinen 2:25:51 Stunden war der 35-Jährige zufrieden.

Note: 4

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