Distelberger starker 12. bei Leichtathletik-EM

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Sein erklärtes Ziel hat Zehnkämpfer Dominik Distelberger bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich knapp verfehlt, mit 7.942 Punkten erreichte der Niederösterreicher aber die zweitbeste Marke seiner Karriere.

Der 24-Jährige landete an der zwölften Stelle, EM-Gold ging mit der Jahresweltbestleistung von 8.616 Zählern an den Weißrussen Andrej Krauchanka.

Voll zufrieden

Distelberger hatte bei der EM im Letzigrund-Stadion 8.000 Punkte angepeilt, seine Bestleistung stand seit dem Mehrkampfmeeting heuer in Götzis bei 8.168 Punkten.

"Das war der längste und schwierigste Mehrkampf, den ich je gemacht habe. Der ist richtig auf die Substanz gegangen. Ich bin voll zufrieden, es waren wirklich sehr, sehr schwierige Bedingungen mit dem Regen und dem Wind", sagte Distelberger.

Hätte er nur einen etwas besseren ersten Tag gehabt, wäre es eine schöne Punktzahl über 8.000 geworden.

Mit kleinem Schönheitsfehler

Mit der Saisonbestzeit von 14,25 Sekunden über 110 m Hürden - es war zugleich persönliche Bestleistung innerhalb eines Zehnkampfes - eröffnete Distelberger am Mittwoch die zweite Hälfte des Mehrkampfes.

Bei Regen und 14 Grad Luft-Temperatur kam er in seinem Lauf auf Platz zwei.

"Mit dem Auftakt war ich sehr zufrieden. Bei der siebenten Hürde bin ich mit dem Nachzugsbein eingehakelt, sonst wäre es noch ein bisschen schneller gegangen."

Aus der Hand gerutscht

Der Diskuswurf wurde dann wieder zur Nervenprobe. Zwar hatte er anders als beim Weitsprung am ersten Tag vor dem letzten Versuch bereits eine Weite stehen, allerdings eine nicht zufriedenstellende.

"Ich habe super eingeworfen. Beim ersten Versuch ist mir der Diskus aus der Hand gerutscht, der zweite hätte sich super angefühlt, ist aber ins Netz gegangen. Dann hast nur noch einen. Dann darfst nicht draufhauen, dann geht er hundertprozentig wieder ins Netz", beschrieb Distelberger.

Tipp vom Trainer

Es sei schwierig gewesen, die Scheibe und die Hände trocken zu halten, zudem sei der Wurfring extrem rutschig und schmierig gewesen.

"Gregor (Trainer Högler/Anm.) hat mir einen super Tipp gegeben, das hat dann funktioniert. Mit 40,46 bin ich ganz zufrieden, dafür, dass es ein Sicherheitsversuch war."

Auf das Wetter vorbereitet

Zur Herausforderung wurde der Stabhochsprung, da es heftig zu regnen begonnen hatte. Trotzdem überquerte Distelberger 4,60 m beim ersten Versuch.

Nach einer dann längeren Unterbrechung schaffte er es bis 4,90 und stellte damit seine persönliche Bestleistung ein. "Ich habe bei jedem Wind und Wetter trainiert, ich glaube, ich bin schon daran gewöhnt. Mit den 4,90 bin ich natürlich sehr zufrieden."

Er habe sich in den Bewerb aber erst reinkämpfen müssen. "Ich hatte einen Einbruch, habe nicht mehr anlaufen können, das war zäh. Aber mit jedem Sprung ist die Muskulatur wärmer geworden."

Sintnicolaas im Höhenrausch

Wegen einer Sturmwarnung wurde der Stabhochsprungbewerb unterbrochen, sieben Athleten waren noch im Rennen und konnten ihren Bewerb erst nach zweieinhalb Stunden Pause fortsetzen.

Als die erste Speergruppe mit Distelberger, der auf 58,02 m kam ("Ich bin damit nicht unzufrieden, es war einer meiner besten Würfe"), fertig war, sprang der Niederländer Eelco Sintnicolaas noch immer - Endstation war erst bei 5,40. Das abschließende 1.500-m-Rennen lief Distelberger in 4:37,22 Minuten. "Einmal noch durchbeißen", hatte die Devise gelautet.

Krauchanka siegte vor dem Franzosen Kevin Mayer (8.521) und dem Russen Ilya Shkurenyov (8.498).

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