Fünf ÖLV-Athleten eröffnen die Leichtathletik-EM

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Mit Dominik Distelberger im Zehnkampf, Brenton Rowe über 5.000 m, Monika Gollner in der Hochsprung-Qualifikation sowie Raphael Pallitsch und Andreas Rapatz im Vorlauf über 800 m sind am ersten Tag der Leichtathletik-EM gleich fünf der neun ÖLV-Athleten im Einsatz.

Doppelstaatsbürger Rowe plant einen Doppelstart in Helsinki, am Samstag stehen für den gebürtigen Australier mit Großeltern aus Oberösterreich und der Steiermark noch die 1.500 m auf dem Programm.

Rowe nimmt den 5.000er in Angriff

Der 24-jährige Rowe gab im vorigen August bei der Universiade in Shenzhen sein Debüt im rot-weiß-roten Nationaltrikot und wurde 13. über 1.500 m.

Heuer hat er schon viele Rennen in den Beinen, bestritt die Frühjahrssaison in Australien und Europa und hat Karriere-Bestzeiten von 3:38,68 und 13:36,62 erreicht.

"Ich bin gespannt, was er bringen kann. Wir haben ihn auf eigenen Wunsch auf beiden Strecken gemeldet und werden mal schauen, wie der 5.000er verläuft", sagte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber.

Rowe wuchs in Dunkeld (Victoria) auf der Farm seiner Eltern auf, und entdeckte in der Fußball- und Cricket-verrückten Region bei der Jagd nach Schafen schnell den Laufsport für sich, spielte aber auch Hockey und Tennis.

Von Schafen zu Bestzeiten

Schon als Fünfjähriger bestritt er erste Lauf-Wettkämpfe, mit zehn schaffte er es in die Auswahl von Südaustralien. Seit er 13 ist, trainiert er mit Tom Paton. Rowe absolvierte in Melbourne das Forstwirtschaftsstudium und lebte zuletzt in Geelong, der Heimat von Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen.

Rowe fand in Österreich Aufnahme im "team2012.at", das ist nicht ganz ohne Brisanz, ist dies doch auch der Verein von 1.500-m-Ass Andreas Vojta. Der 23-jährige Vojta hat das Olympialimit bereits in der Tasche, allerdings die IAAF-B-Norm.

Sollte Rowe diese mit 3:38,00 noch erreichen und beide das A-Limit verfehlen, müsste der ÖLV über die Entsendung eines der zwei Athleten entscheiden. Derzeit sieht es allerdings danach aus, dass Rowe eher über die 5.000 Meter noch einen Limitangriff macht, 13:27 gilt es zu erreichen.

Fällt EM-Eröffnung ins Wasser?

Der EM-Eröffnungstag droht nass-kalt zu werden, Regenschauer und maximal 16 Grad werden erwartet. Da werden Erinnerungen an die WM 2005 wach, als tagelanges Schlechtwetter die Stimmung aber nicht trüben und die sportlichen Leistungen nicht beeinträchtigen konnte.

Gleich fünfmal müssen am Mittwoch die Zehnkämpfer ran, darunter auch Distelberger, für den die 100 m, der Weitsprung, das Kugelstoßen, der Hochsprung und der 400-m-Lauf auf dem Programm stehen.

"Ich denke, dass bis zu 8.000 Punkte möglich sind, aber dafür müsste alles perfekt zusammenstimmen. Ich hoffe, dass ich meine Stärken zeigen kann", meinte der Athlet von UVB Burgstall, der sich damit auch die Teilnahme an den Sommerspielen sichern würde.

Überstehen der Vorrunde

Die Sprunggelenksverletzung, wegen der er beim Mehrkampf-Meeting in Götzis noch auf den 1.500-m-Lauf verzichtete, ist komplett ausgeheilt. "Laut seinem Trainer Herwig Grünsteidl ist der 22-Jährige absolut in Topform, kann voll belasten und hat die notwendige Sicherheit", meinte Gruber.

Das 800-m-Duo Pallitsch/Rapatz hofft auf das Überstehen der Vorrunde, bei der Hallen-WM in Istanbul erreichten beide das Halbfinale. Auch Vojta hätte das EM-Limit über 800 erreicht, er konzentriert sich in Helsinki aber auf seine Paradedisziplin.

"Wenn man die drei in einem Rennen gegeneinander laufen lassen wurde, wäre es unmöglich, den Ausgang vorherzusagen", ist Gruber überzeugt.

Über die Dichte auf dieser Strecke freut er sich, aus dem Nachwuchs pirschen sich noch zwei heran. "Wir haben da wieder Land in Sicht", meinte Gruber. Den ÖLV-Freiluft-Rekord hält seit exakt zwanzig Jahren Michael Wildner mit 1:46,21. Rapatz kam dem (in der Halle) bereits bis auf 44/100 nahe, Pallitsch kürzlich bis auf genau eine Sekunde.

Rückkehr nach 14 Jahren

Im rot-weiß-roten Focus steht am Mittwoch auch Monika Gollner, die 37-jährige kehrt nach 14 Jahren auf die große internationale Bühne zurück. Die Olympia-Norm im Hochsprung beträgt 1,92 m, wenn die Kärntnerin die Schmerzen der Knochenhautentzündung über dem Sprunggelenk im Griff hat, sind die Sommerspiele für sie erreichbar.

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