Neuer EM-Rhythmus, neuer Implus

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Der seit 2010 praktizierte Zweijahresrhythmus von Leichtathletik-Europameisterschaften hat der Sportart in Österreich einen Impuls gegeben.

"Das war unglaublich wichtig. Es war uns schon lange ein Dorn im Auge, dass es die Freiluft-EM nur alle vier Jahre gibt", sagte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber vor der am Dienstag in Zürich beginnenden EM 2014.

1.439 Athleten aus den 50 Mitgliedverbänden der EAA wurden für die EM genannt, für viele von ihnen gibt es keine Hallensaison. "Langwerfer, Hindernis-, oder Marathonläufer - ihnen allen fehlt der Winterhöhepunkt", betonte Gruber.

Ein erreichbarer Anreiz

Genauso wichtig ist ein weiterer Aspekt: "WM, Olympia, WM - das sind dreimal in Folge Meisterschaften mit hohen Limits. Für Athleten, die aus der U23-Klasse rauskommen, sind das für drei Jahre unerreichbar hohe Standards."

"Da kann sein, dass sie die Lust verlieren und mit dem Sport aufhören. Deshalb ist es ganz, ganz wichtig, dass wir alle zwei Jahre auch eine leichter erreichbare Meisterschaft haben. Und das sind Europameisterschaften", erläuterte Gruber.

Breiter aufgestellt

Österreichs Leichtathletik ist ein gutes Beispiel. Waren bei der WM vor einem Jahr mit Diskuswerfer Gerhard Mayer und 1.500-m-Läufer Andreas Vojta nur zwei ÖLV-Athleten dabei, so sind es bei der EM in Zürich 13.

Darunter befinden sich sechs Debütanten, vier aus dem Team sind erst zwischen 19 und 23 Jahren alt.

Die Routiniers Beate Schrott (100 m Hürden) und Vojta können in die Finals laufen.

"Ich finde es klass, dass wir ein junges Team haben. Es ist eine super Geschichte, dass wir mit einer großen, jungen, motivierten Mannschaft nach Zürich fahren", sagte Cheftrainer Philipp Unfried.

Ziel sind die Top-Ten

Der wie Unfried im ÖLV hauptamtlich angestellte Trainer Gregor Högler weiß um die Verantwortung:

"Das sind im Prinzip die Leute, die auch für Rio 2016 ein Thema sind. Wir müssen für sie ein Umfeld schaffen, da gehört alles dazu: medizinische Betreuung, Physiotherapie, Trainer."

Zwei bis drei Finalteilnahmen oder Top-Ten-Plätze sind das Ziel für die EM in der Schweiz, vor zwei Jahren in Helsinki waren es drei (Schrott Vierte, Mayer Siebenter, Vojta Zehnter).

Noch ohne Gehstock...

Mit seinen 25 Jahren zählt Vojta schon zu den erfahreneren Athleten.

"Man wird nicht gerne älter, aber in dem Fall nehme ich es gerne in Kauf. Schön, wenn man sagen kann, dass ich mit 25 ein erfahrener Athlet bin und quasi ein Team-Opa."

"Ich sehe es schon als meine Aufgabe, dass ich mit gutem Vorbild voraus gehe, sowohl um den Wettkampf herum als auch im Wettkampf selber, dass ich da eine gute Leistung zeige", meinte der nun bald dreifache Freiluft-EM-Teilnehmer. Er stehe gerne unterstützend zur Seite.

"Eine Win-Win-Situation"

Über die EM-Debütanten im Laufbereich freut er sich besonders:

"Franzmair, Wenth - das sind junge Leute, die super Leistungen gebracht und nun ihren wichtigsten Schritt gemacht haben - den in die allgemeine Klasse zu den internationalen Meisterschaften. Das ist genau die Phase, in der viele Talente verloren gehen. Umso schöner ist es zu sehen, wenn welche nachkommen. Je mehr Leute dabei sind, desto besser ist es für den Teamspirit", sagte Vojta.

Die Mischung aus erfahrenen und jungen Athleten ist für ihn eine Win-Win-Situation: "Man kann sich gegenseitig aufbauen."

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