Traurige Gewissheit: Grünberg querschnittsgelähmt

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Österreichs Sport-Familie steht unter Schock: Kira Grünberg kämpft um ihre Gesundheit!

Die 21-jährige Stabhochspringerin kommt am Donnerstagvormittag während einer Trainings-Einheit in Innsbruck schwer zu Sturz und zertrümmert sich einen Halswirbel.

Die Tirolerin wird umgehend in die Innsbrucker Universitätsklinik eingeliefert und operiert. Am Abend heißt es von offizieller Seite, dass ihr Zustand stabil, aber ernst sei.

Nun ist die Diagnose da: Die Rio-Hoffnung ist querschnittsgelähmt.

Querschnitsslähmung bereits vor OP festgestellt

"Es wurde ein Bruch der Halswirbelsäule festgestellt. Nachdem bereits vor der Operation eine Querschnittslähmung diagnostiziert wurde, musste die Patientin zur Stabilisierung der Halswirbelsäule und zur Vermeidung weiterer Schäden sofort von einem Team der Unfallchirurgie operiert worden", so die Mitteilung der Ärzte.

"Die Patientin liegt derzeit auf der Traumatologischen Intensivstation. Über den weiteren Verlauf werden die Untersuchungen der nächsten Wochen Aufschluss geben."

Unfall vor den Augen ihres Vaters

Grünberg hält die ÖLV-Rekorde im Stabhochsprung in allen Altersklassen

Ersten Informationen zufolge hatte Grünberg beim Unglücks-Sprung, welcher der allererste Trainings gewesen sein soll, in der Innsbrucker WUB-Halle die Rotation über die Stange nicht geschafft. Laut der "Krone" fiel sie vor den Augen ihres Trainer-Vaters Frithjof, selbst ein ehemaliger Stabhochspringer, kopfüber auf den Einstichkasten vor der Matte.

Gemäß der "Tiroler Tageszeitung" war Grünberg zunächst ansprechbar. Die ersten Reaktionen verhießen aber nichts Gutes, da sie in den Beinen nichts mehr spürte.

Österreichs Rekordhalterin (4,45 Meter) war nach einem überstandenen Bänderriss im Knöchel gerade dabei, an ihrem Comeback zu feilen, das im Rahmen der 2. Union Leichtathletik-Gala am Samstag in Linz geplant war.

Dort wollte sie einen neuerlichen Angriff auf das WM- und Olympia-Limit von 4,50 Meter wagen. Ein Start in Rio galt als großes Ziel der jungen Heeressportlerin. Etwas, das angesichts des drohenden Schicksalsschlages als beinahe lächerlich trivial wirkt.

Risiko-Sport Stabhochsprung

Sich ungesichert in Höhen von vier bis sechs Meter zu bewegen, birgt naheliegender Weise Gefahren. „Bereits kleinste Fehler können sich fatal auswirken“, weiß ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber. Wind und Wetter tragen das ihre dazu bei.

2009 war nach dem Tod des US-Amerikaners Leon Roach eine Sicherheits-Debatte im Stabhochsprung entbrannt. Der 19-jährige College-Student war in San Diego mit dem Kopf neben der Matte auf dem Beton aufgeschlagen und seinen Kopf-Verletzungen erlegen. Es war der fünfte Todesfall in den USA innerhalb von nur sieben Jahren, davon drei innerhalb von nur sieben Wochen.

Helmspringer Toby Stevenson holte 2004 Olympia-Silber

Kritiker sprachen sich infolge für das Tragen von Helmen aus. Grünbergs aktueller Teilzeit-Coach, Herbert Czingon, hatte sich in seiner damaligen Funktion als deutscher Bundestrainer ebenfalls in die Diskussion miteingebracht und sich gegen Helme ausgesprochen. Diese würden dem Athleten ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln. Darüber hinaus könne ein Helm den Springer nicht vor Genick- oder Schulter-Verletzungen bewahren.

Auch wenn es müßig scheint, über bereits Geschehenes zu diskutieren, hätte das Tragen eines Helmes Grünberg mutmaßlich ebenso wenig vor einer Nacken-Verletzung beschützen können.

Auf internationalem Top-Niveau gibt es kaum Springer mit Helm. Einer von ihnen war der US-Amerikaner Toby Stevenson, der 2004 mit 5,90 Meter Olympia-Silber in Athen holte. Den Schutz trug er seiner Mutter zuliebe.

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