Dadic hat WM-Ticket praktisch in der Tasche

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Österreichs Siebenkampf-Rekordlerin Ivona Dadic wird "ziemlich sicher" die Reise zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften nach Moskau antreten und damit das aktuelle rot-weiß-rote Trio Beate Schrott (100 m Hürden), Andreas Vojta (1.500 m) und Gerhard Mayer (Diskuswurf) zu einem Quartett erweitern.

Die Oberösterreicherin hat mit den 5.959 Punkten aus dem Vorjahr in Götzis die international geltenden Qualifikationsrichtlinien erfüllt.

Nach Platz fünf bei der U23-EM in Tampere hofft die 19-Jährige auf schnellstmögliche Regeneration. Ab Freitag trainiert sie wieder mit Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill in Sheffield.

Kriterien praktisch erfüllt

Dadic schaffte in Tampere ein gutes Comeback im Mehrkampf nach ihrer Meniskusoperation im Februar. Ihr gelangen persönliche Bestleistungen im Speerwurf und Kugelstoßen.

Die gebürtige Welserin kam bis auf 24 Punkte an Bronze heran und war mit 5.874 auch nicht weit vom Freiluft-WM-Limit des ÖLV für Moskau (10. bis 18. August) entfernt (5.950). Der Österreichische Verband hatte als Leistungsnachweis eine annähernd so hohe Punktzahl wie die Norm gefordert, womit einer Entsendung nichts im Wege steht.

Im Mehrkampf und Marathon akzeptiert der Weltverband für die Teilnahme an Großereignissen auch Normen aus dem Vorjahr.

Neuen Rekord für WM eingeplant

Es liegt also jetzt an der Athletin, ob sie den Schritt nach Russland wagt. "Es ist meine Entscheidung und die meines Trainers. Aber es ist ziemlich sicher, dass ich es wahrscheinlich mache", sagte Dadic.

"Wenn ich gut regeneriere, und ich glaube, das geht sich aus, möchte ich bei der WM dabei sein. Ich bin ein Wettkampftyp und die WM ist ein Großereignis, das möchte ich mir nicht entgehen lassen", meinte die Olympia-25. von London 2012.

Davor plant sie noch ein zehntägiges Trainingslager in Barcelona, von wo es direkt nach Moskau gehen wird. "Und da werden die 6.000 Punkte fallen", meinte sie selbstbewusst.

Da hat nicht viel gefehlt

Beim "voll gelungenen" Wettkampf in Tampere machte sich nach der Verletzung der Trainingsrückstand im Laufen und Springen noch bemerkbar, im Gegenzug gab es Verbesserungen im Wurfbereich.

"Das ging im Training leichter. Aber ich habe ja noch ein paar Wochen bis Moskau und werde alles machen, um noch schneller zu werden, ohne natürlich etwas herauszupressen."

Wie knapp sie eine Medaille verpasst hat, ist schnell erklärt. "Das ist eine Höhe im Hochsprung oder es sind acht Zentimeter im Weitsprung. Von meinen Bestleistungen her wäre es locker eine Medaille geworden. Aber ich bin für mein Comeback mehr als zufrieden."

Feuer und Flamme

Rundum glücklich ist sie auch mit ihren Trainingsumständen. Im Team von Toni Minichiello misst sie sich in Sheffield mit der aktuellen Olympiasiegerin Ennis-Hill, eine Hürdenläuferin und ein Zehnkämpfer sind ebenfalls mit von der Partie.

"Der Schritt nach England war auf jeden Fall richtig, der hat etwas gebracht. Es taugt mir, mit der Olympiasiegerin zu trainieren. Ich kann von ihr so viel lernen. Wie ich in den Wettkampf gehen soll und viele andere Dinge. Ich schaue mir an, wie sie das macht. Und Toni Minichiello ist einer der besten Trainer im Mehrkampfbereich. Um richtig erfolgreich zu werden, braucht man die besten Trainer."

Rekord-Befehl von Ennis-Hill

Mit Ennis-Hill hat sich auch eine persönliche Beziehung entwickelt. "Sie ist bodenständig und voll lieb. Sie hilft mir im Sport und außerhalb", sagte Dadic.

Vor und nach der U23-EM hat die Österreicherin auch Nachricht von der britischen London-Goldmedaillengewinnerin bekommen.

"Jessica hat mir davor alles Gute gewünscht. Und wegen der knapp verpassten Medaille hat sie geschrieben, dass ich noch lange Zeit habe, Medaillen zu machen. Ich soll mich jetzt auf Moskau konzentrieren und einen gescheiten Rekord machen." Ennis-Hill plagt sich indes mit einer Knöchelverletzung, hofft aber, bis zur WM fit zu werden.

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