"Denke, ich kann Bolt schlagen"

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Gatlin richtet Kampfansage an Weltrekord-Halter Bolt

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Der überragende Sprinter dieser Saison heißt Justin Gatlin.

In Brüssel lief der frühere Weltmeister in 9,77 Sekunden erneut eine Weltjahresbestzeit über 100 Meter.

Gatlin ist mittlerweile wieder genauso schnell wie vor seiner Dopingsperre.

Während Usain Bolt zunächst in Indien Cricket spielte und dann die US Open im Tennis besuchte, formulierte Gatlin auf der Laufbahn in Belgien eine Kampfansage.

"Ich habe großen Respekt vor Bolt, aber..."

"Das kann ein spektakuläres Rennen werden nächstes Jahr in Peking", sagte der US-Amerikaner mit Blick auf die Weltmeisterschaften 2015.

Dann will er dem Olympiasieger und Weltrekordhalter aus Jamaika mit 33 Jahren mindestens einen WM-Titel im Sprint abjagen.

"Ich habe großen Respekt vor Usain Bolt", sagte Gatlin.

"Er ist vielleicht der stärkste Rivale, den ich je hatte. Aber ich fühle, dass auch ich es bin, der ihn zu seinen Leistungen antreibt. Ich denke, ich kann ihn schlagen."

Duell spitzt sich vor WM 2015 zu

Bolt gegen Gatlin sei mittlerweile das, was früher Carl Lewis gegen Leroy Burrell gewesen sei, meinte der von Dennis Mitchell trainierte Gatlin.

"Darum geht es in der Leichtathletik. Solche Rivalitäten wollen die Leute sehen", sagte der WM-Zweite von Moskau.

In dieser Saison fiel das große Duell jedes Mal aus. Bolt war die meiste Zeit verletzt, sein jamaikanischer Kronprinz Yohan Blake ebenso - und Gatlin nutzte dieses Vakuum, indem er sieben der ersten zehn Plätze in der Weltjahresbestenliste über 100 Meter besetzte.

Die 40.000 Dollar Prämie für den Gesamtsieg in der Diamond League strich er in Brüssel ebenfalls ein.

Misstrauen aufgrund zweimaliger Doping-Sperre

Allerdings haben 9,77 Sekunden über 100 Meter für ihn auch eine symbolische Bedeutung, die weit in die eigene dunkle Vergangenheit reicht.

Am 12. Mai 2006 war er diese Zeit schon einmal gelaufen. Damals - lange vor Bolt - bedeutete das die Einstellung des Weltrekords.

Nur zwei Monate später verschwand dieses Rennen aber wieder aus den Statistiken: Gatlin wurde zum zweiten Mal des Dopings überführt und als Wiederholungstäter zunächst lebenslänglich, dann für acht und am Ende sogar nur noch für vier Jahre gesperrt.

Mit 32 Jahren ist er nun wieder genauso schnell wie zu seiner großen Zeit als Olympiasieger 2004 und Weltmeister 2005.

"Ich bin wieder da, wo ich schon vor acht, neun Jahren war. Das ist wohl die Ironie des Schicksals", meinte Gatlin.

Er löst meist zwei Reaktionen aus: Eine gewisse Ehrfurcht ob seines Alters. Und ein großes Misstrauen aufgrund seiner Vergangenheit. Zu den Meetings in Berlin oder Zürich wird er deshalb gar nicht erst eingeladen.

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