"Ich bin der lebende Beweis"

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Es stimmt ein wenig nachdenklich, Dwain Chambers sagen zu hören:

"Ich bin der lebende Beweis dafür, dass man Fehler machen und auf den geraden Weg zurückfinden kann. Und ich bin auch der lebende Beweis dafür, dass es möglich ist, auch so auf diesem Level Wettbewerbe zu bestreiten."

Zugegeben, der britische Sprinter hat in seinem Athleten-Dasein schon so einiges falsch gemacht und muss wohl zwangsweise auch dazugelernt haben, aber nach seiner Doping-Sperre nun wieder am Grünen Tisch um eine Teilnahme zu kämpfen, erscheint doch etwas skurril.

In zu guter Erinnerung ist noch die Seelenruhe, mit welcher der britische 100-m-Sprinter im Oktober 2003 erklärte, dass er so ziemlich jedes Doping-Steroid genommen hat, das es auf den Markt gibt. Reue suchte man in seinen damaligen Worten vergebens.

CAS entscheidet

Ohne Doping hätte er ohnehin keine Chance gehabt, so zumindest sein Standpunkt zu jener Zeit.

Rund acht Jahre später soll das anders sein. Und er selbst sei quasi "lebender Beweis" dafür.

Über die moralische Zulässigkeit des 33-Jährigen muss sich wohl jeder selbst eine Meinung bilden, über seine olympische Zulassung muss nun der Internationale Sportgerichtshof CAS entscheiden.

Briten sperren nachhaltiger

Zwar verbietete die Osaka-Regel positiv getesteten Athleten lebenslang die Teilnahme an Olympischen Spielen, doch diese wurde vergangenen Oktober vom CAS gekippt, womit die Tür für Chambers eigentlich nicht mehr versperrt wäre.

Allerdings gibt es noch ein großes Hindernis: Das britische Olympische Komitee (BOA) verhängt als einziges NOK der Welt lebenslange Sperren.

Das widerspricht den Ansichten der WADA, die deswegen seit Jahren mit der BOA im Clinch liegt. Der CAS soll die Rechtmäßigkeit dieser Sperren nun prüfen.

Baldiges Urteil

BOA-Chef Colin Moynihna zeigte sich zu Beginn der Verhandlungen "vorsichtig optimistisch". "Wir bitten darum, dass so schnell wie möglich ein Beschluss gefunden wird. Meine Erwartung ist ein Monat", erklärt er gegenüber der Zeitung "Guardian".

Chambers ist nicht der einzige britische Athlet, der dieser Tage gebannt nach Lausanne schaut. Auch der schottische Radprofi David Millar ist betroffen.

Sollten die lebenslangen BOA-Sperren fallen, wäre Chambers dennoch nicht automatisch in London mit dabei. Schließlich muss er sich noch sportlich qualifizieren.

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