Polizei dementiert Festnahme

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Wer ist für das Blutbad in Boston verantwortlich?

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Nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon verfolgen die Ermittler nach eigenen Angaben eine erste Spur.

Auf Überwachungsvideos sei ein Verdächtiger identifiziert worden, verlautete am Mittwoch aus den Sicherheitsbehörden.

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft dementierten aber offiziell einen Bericht des Fernsehsenders CNN, ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Voreilige Meldung

CNN hatte unter Berufung auf Sicherheitskreise zudem gemeldet, bei der Auswertung eines Überwachungsvideos sei ein Mann entdeckt worden, der vor den Explosionen eine Tasche am Tatort abgestellt habe.

Bei dem Anschlag waren am Montag drei Menschen getötet und 176 verletzt worden. Zu der Tat hat sich niemand bekannt.

eine für 23.00 Uhr MESZ angekündigte Pressekonferenz über bisherige Erkenntnisse der Bombenanschläge auf den Boston-Maratho auf unbestimmte Zeit verschoben. Eine FBI-Sprecherin sagte, es sei noch unklar, ob die Pressekonferenz später oder überhaupt nicht stattfinden werde.

Aus US-Regierungskreisen verlautete, die Öffentlichkeit werde zur Weitergabe sachdienlicher Hinweise aufgefordert.

Gericht evakuiert

Aus zunächst ungeklärtem Grund evakuierten Sicherheitskräfte am Mittwoch das Bundesgericht in Boston.

Gerichtsbedienstete und Medienvertreter wurden zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert und sollten sich zudem von dem Gebäude entfernen, wie ein Reuters-Reporter vor Ort berichtete.

Wie die Zeitung Boston Herald berichtete, durften die Menschen am Mittwoch aber wieder in das Gericht, nachdem die Polizei das Gebäude durchsucht hatte

Spurensuche geht weiter

Experten untersuchten weiter die Überreste der Sprengsätze - offenbar zu Splitterbomben umgebaute Schnellkochtöpfe, die mit Schwarzpulver, Nägeln und Stahlkugeln gefüllt waren.

Der Tatort war auch am Mittwoch abgesperrt. Teile der Sprengsätze wurden auf den Dächern gefunden. Nach Angaben des FBI wurden unter anderem schwarze Gewebestücke sichergestellt.

Nach bisherigem Erkenntnisstand seien beide Sprengsätze mit schwarzen Nylon-Taschen oder Rucksäcken an die Explosionsorte gebracht worden.

Motiv weiter unklar

Es gebe ein breites Spektrum von Motiven, sagten Ermittler.

Auch sei unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter gehandelt habe. Der Zeitpunkt des Anschlags spreche für einheimische Extremisten, die einen mächtigen Staat ablehnten.

Am Montag wurde in Massachusetts der Patriots' Day begangen, der an den Unabhängigkeitskrieg erinnert. Am 15. April läuft in den USA zudem die Frist für die Abgabe der Steuererklärung ab.

Steuern sind für einige amerikanische Extremistengruppen ein Reizthema. An die Opfer des Bombenanschlages soll am Donnerstag in Boston eine Gedenkfeier im Beisein Obamas erinnern.

Giftbrief für Obama?

Unterdessen sorgen in Washington Briefe für Aufregung, die auf das lebensgefährliche Gift Rizin positiv getestet wurden.

Eines der Schreiben war an Präsident Barack Obama adressiert. In dem Umschlag sei eine körnige Substanz gewesen, teilte das FBI mit. Ob es sich tatsächlich um das Gift handle, könnten allerdings erst intensive Untersuchungen ergeben, die bis zu 48 Stunden dauern würden.

Auch in einem Brief an einen US-Senator waren Rizin-Spuren entdeckt worden. Das FBI ging allerdings zunächst nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen den verdächtigen Briefen und dem Anschlag von Boston gibt.

Rizin ist in den Samenschalen der Rizinusstaude enthalten und gilt als einer der giftigsten Eiweißstoffe, die in der Natur vorkommen. Schon geringste Mengen können tödlich sein.

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