Die Tränen sind getrocknet

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Filzmoser: "London wird mein Karriere-Highlight"

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Es gibt Dinge, die behagen Sabrina Filzmoser einfach nicht.

Im Mittelpunkt zu stehen gehört dazu. Fast ein wenig verlegen wirkt die Welserin als sie von der LAOLA1-Redaktion die Urkunde zur „Sportlerin des Jahres 2011“, zu der sie von unseren Usern gewählt wurde, überreicht bekommt.

Dabei ist das Ambiente ein ihr vertrautes: Die versammelte Judo-Nationalmannschaft steht während einer Vorbereitungs-Einheit für die Europameisterschaften in Chelyabinsk (RUS/26.-29. April) auf der Linzer Gugl quasi Spalier.

Fleißige Gallier

Ihr Sieg bei der LAOLA1-Wahl kommt für sie ein klein wenig überraschend. „Weil es in Österreich viele gute Sportlerinnen, vor allem Wintersportlerinnen, gibt. Ich finde es spitze, dass da einmal Judo ganz vorne landet“, so die Welserin, die aber genau weiß, bei wem sie sich bedanken muss.

„Da gibt es ein kleines, gallisches Judo-Dorf namens JT Salzkammergut, das bei der Wahl sehr fleißig war. Sie unterstützen mich, wo es nur geht und sind bei Großveranstaltungen auch als Fans mit“, möchte sie die Urkunde dem Verein schenken.

Keine große Klappe

Bei besagter Aufmerksamkeits-Allergie kommt es Filzmoser nicht ganz ungelegen, dass Judo nur bei Großereignissen auf der medialen Bildfläche Platz findet.

„Ich bin nicht jemand, der ständig vor der Kamera stehen muss und große Sager machen muss.“

Doch langsam muss sich die 31-Jährige wieder daran gewöhnen, dass die Kameras und Mikrofone vermehrt auf sie gerichtet werden. Denn schließlich beginnen in 100 Tagen (27. Juli) die Olympischen Spiele in London und die Judoka zählen in den Sommersportarten zu Österreichs verlässlichsten Medaillenlieferanten.

Was in Erinnerung bleibt

Für Filzmoser schlägt bei ihren zweiten Spielen die Stunde der Wahrheit.

Ein Erfolg in der Stadt an der Themse würde die Athletin zu einer der erfolgreichsten Kämpferinnen des Landes machen und die Bewertung ihrer Laufbahn als Ganzes beeinflussen.

Ist nun endlich sie an der Reihe? „Wir werden sehen. Ich hoffe, es gibt etwas zum Feiern“, meint sie mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die Dichte in ihrer Gewichtsklasse bis 57 kg sehr hoch ist. Zumal auch die Vorbereitung auf die Saison nicht ganz so optimal war wie noch vor einem Jahr, als sie von Erfolg zu Erfolg eilte und auch das Olympia-Ticket vorzeitig fixierte.

„Heuer waren ein paar kleinere Verletzungen dabei, die ich mit in die Saison geschleppt habe“, verrät die Hobby-Pilotin. „Allerdings habe ich rechtzeitig erkannt, dass ich einen Formaufbau machen muss. Jetzt bin ich auf dem richtigen Weg.“

Ein klein wenig nervig

Besagter Weg ist auch nicht mehr allzu lang. Je näher das Ziel rückt, desto häufiger bekommt Filzmoser eine spezielle Frage gestellt: Was ist dein Ziel?

„Ja, die habe ich schon oft gehört“, schmunzelt sie und gibt zu, dass sie gelegentlich auch ein wenig nervig sei.

„Nichtsdestoweniger bietet Olympia insbesondere uns Judoka die Gelegenheit, unseren Sport zu vermarkten.“ Dies will sie nützen.

Auch wenn sie dazu im Mittelpunkt stehen muss.

Reinhold Pühringer

„Es wird definitiv das Highlight meiner Karriere. Ich muss froh sein, dass mein Körper noch einmal vier Jahre mitgemacht hat“, ist sich die neunfache Medaillengewinnerin bei Großereignissen der Bedeutung bewusst.

Kein Blick zurück

Je näher Olympia rückt, umso mehr werden auch die Erinnerungen an Peking wieder ins Gedächtnis gerufen. Unvergessen und schmerzvoll ist für viele nach wie vor das TV-Interview, wo sich Filzmoser unter Tränen dafür entschuldigte, dass sie mit ihrer Auftakt-Niederlage so viele Menschen enttäuscht hätte.

Dabei war sie mit Kye Sun Hui aus Nordkorea einer der Favoritinnen unterlegen, hatte eine gute aber halt nicht ausreichende Leistung geboten.

Heute denkt Filzmoser an diese bitteren Stunden nicht mehr zurück. „Ich weiß, dass es eine harte Auslosung war und es anders auch hätte kommen können.“

Angst, dass sich die Geschichte mit dem Lospech in London wiederholen könnte, habe sie nicht. „Ich war schon 2008 der Meinung, dass man auch so eine Gegnerin schlagen muss, wenn man eine Medaille holen will. Dieser Meinung bin ich heute noch.“

„Bin auf dem richtigen Weg“

Aufgeheitert wurde sie 2008 durch die Silberne von Trainingspartner Ludwig Paischer. Das Gefühl des Mitfeierns kannte sie aber bereits aus Athen, wo sie sich 2004 mit der zweitplatzierten Claudia Heill mitfreuen durfte.

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