Neuer Job für Peter Seisenbacher

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Neuer Job für Peter Seisenbacher

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Peter Seisenbacher wird am Freitag in Baku offiziell als neuer Nationaltrainer Aserbaidschans vorgestellt.

Das berichtet „sportnet.az“. Für den 55-Jährigen ist es eine Rückkehr. Von 2012 bis Ende 2013 betreute der Wiener bereits das Judo-Team des ehemaligen Sowjet-Staates am kaspischen Meer. Unter seine erste Amtszeit fällt Aserbaidschans erster WM-Titel, errungen durch 100-kg-Ass Elkhan Mammadov 2013 in Rio.

Im Vorjahr schlug Seisenbacher in Österreich hohe mediale Wellen, als LAOLA1 herausfand, dass die Staatsanwaltschaft seit Anfang 2014 wegen schweren sexuellen Missbrauchs Minderjähriger gegen ihn ermittelt. „Die Untersuchungen sind nach wie vor anhängig“, erklärt Staatsanwältin Nina Bussek am Donnerstag auf Nachfrage von LAOLA1.

Rückholaktion gestartet

Nach einem Umsturz im aserischen Sport wurde Seisenbacher Ende 2013 als Cheftrainer Aserbaidschans vor die Tür gesetzt. Laut Berichten der niederländischen Webseite „JudoInside.com“ ist es kürzlich jedoch zu einem Führungswechsel im hiesigen Verband gekommen.

Der neue Föderations-Präsident Rovnag Abdullayev, der seit 2008 auch den aserischen Fußball-Verband leitet, und Vize-Präsident Elnur Mamadli, der 2008 erster Judo-Olympiasieger seines Landes wurde, sollen sich für Seisenbachers Rückkehr eingesetzt haben.

Gleiches gelte laut „JudoInside“ auch für einige aktuelle Leistungsträger. Aserbaidschan verfügt momentan über vier Judoka, die in ihrer Gewichtsklasse in den Top-Ten der Weltrangliste liegen.

Keine juristischen Einwände

Wie Bussek erklärt, stehen die laufenden Ermittlungen einem Auslands-Engagement nicht im Wege.

„Wenn ein Verdächtiger nicht in Untersuchungshaft genommen wird, kann er sich frei bewegen und auch das Land verlassen“, erklärt die Staatsanwältin darauf. Lediglich etwaige Ladungen müsse er Folge leisten. Wie lange die Ermittlungen noch laufen, gibt Bussek nicht bekannt.

Für Seisenbacher, der sich 1984 und 1988 zum ersten Doppel-Olympiasieger der Judo-Geschichte kürte, ist Aserbaidschan nicht seine einzige Auslands-Station als Trainer. Von 2010 bis 2012 coachte er Georgiens Herren, von denen Lasha Shavdatuashvili in London Gold bis 66 kg holte.

Reinhold Pühringer

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