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Paischer schöpft nach WM-Aus Mut

Auch wenn für Ludwig Paischer laut eigenen Zielsetzungen nur noch Titel wirklich zählen, steckt er das Zweitrunden-Aus bei der WM in Paris gegen den Russen Beslan Mudranov fast erstaunlich gut weg.

Der Salzburger wirkt nach seinem Kampf zwar alles andere als glücklich, doch Trübsal blasen sieht definitiv anders aus. Wie kommt das?

„Das ist ganz einfach: Ich habe schon lange nicht mehr so stark gekämpft wie heute“, erklärt der 29-Jährige nüchtern, um anschließend noch konkreter zu werden. „Ich glaube sogar, das war meine beste Leistung seit der EM 2010“, wo er im Wiener Dusika-Stadion Silber holte.

„Erstbesteigung“ macht Mut

Im riesigen Palais Omnisport reichte es zwar bei Weitem nicht zu Silber, dennoch nimmt der 60-kg-Kämpfer viel Positives mit.

„Ich habe mir selbst wieder bewiesen, dass ich jeden auf der Welt schlagen kann. Das ist sehr wichtig für mich“, ergänzt der Vize-Weltmeister von 2005. Zumal auch die Auslosung alles andere als einfach war.

„Gegen Nijat Shikhalizade (AZE; Anm.) habe ich davor dreimal gekämpft und dreimal bin ich nie länger als eine Minute gestanden. Den gleich als Auftaktgegner zu bekommen, ist ungefähr so, als würde einem Bergsteiger der K2 zugelost.“

Im vierten Anlauf folgte vor allem dank Paischers Ausgebufftheit am Boden die „Erstbesteigung“.

Der Knackpunkt

Das Aus gegen Mudranov schmerzt dennoch. Noch dazu weil der zweifache Europameister bereits mit einer Waza-ari-Wertung in Führung lag. Die entscheidende Szene folgte aber eineinhalb Minuten vor Schluss und hinterließ einen fahlen Nachgeschmack.

Der Kampfrichter unterbrach den vermeintlich vorentscheidenden Angriff Paischers. „Das darf er nicht. Den muss er abwarten, dann hätte er gesehen, dass es eine Wertung geworden wäre.“ Statt dem erhofften zweiten Waza-ari kassierte der ÖJV-Athlet die zweite Bestrafung.

„Dadurch musste ich meine Strategie umstellen, da ich ansonsten Gefahr lief, noch eine dritte Bestrafung zu bekommen. In diesem Moment hat er mir allerdings in den Nacken gegriffen und mich überrumpelt“, schildert Paischer, wie er vom Russen letztendlich mit Ippon durch einen Beinwurf (O-uchi-gari) aus dem Turnier befördert wurde.

Keine Turbulenzen im privaten Umfeld

Paischer, der sich durch seine Leistung in seiner WM-Vorbereitung bestätigt sieht, legt nun eine kleine Schaffenspause ein. Erholung, genauer gesagt Urlaub in New York und Jamaika, steht auf dem Programm.

Mit dabei ist auch seine Freundin Johanna. Jüngste Gerüchte, die zwischen Beziehungsaus und Schwangerschaft wankten, wischt er vom Tisch. „Das ist alles Blödsinn, weder das eine noch das andere stimmt.“

Am Mittwoch steigen mit Sabrina Filzmoser (bis 57 kg) und Peter Scharinger (bis 73 kg) gleich zwei ÖJV-Starter auf die Matte. Vielleicht haben die das Quentchen Glück, dass Paischer am Eröffnungstag noch fehlte.

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