Wohlfühlen in der Salatschüssel

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Paischer mit freiem Kopf zum elften Weltcup-Titel

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Mit vollen Akkus kämpft es sich offenbar leichter.

Ludwig Paischer landete beim Weltcup in Rom, seinem ersten Turnier seit den Olympischen Spielen, auf dem ersten Platz. Es war der insgesamte elfte Weltcup-Titel in der Karriere des 30-Jährigen, deren Verlauf nach wie vor offen ist.

Der Salzburger hat sich entschieden, zumindest das Kalenderjahr fertig zu kämpfen. Wie es dann weitergeht? "Zeitlich habe ich mir keine Frist gesetzt. Ich lasse das alles auf mich zukommen. Momentan macht mir Judo viel Spaß, warum sollte ich daher aufhören?", erklärt Lupo und liefert in Puncto Spaß in Ostia den Beweis ab.

"Oldies" unter sich

Das als Nummer eins gesetzte Olympia-Zweite von Peking zog mit Siegen über Kiel (GER), Garcia Osado (ESP), Wyns (BEL) und Trinder (GBR) in das Finale der Klasse bis 60 kg ein.

Dort sah sich Paischer mit Issam Nour (31) dem einzigen Kämpfer der Top-50 der Weltrangliste gegenüber, der dem Österreicher altersmäßig das Wasser reichen kann.

Auf der Matte konnte der Franzose das aber nicht, geriet mit Waza-ari in Rückstand. Paischer fixierte noch vor Ablauf der fünf-minütigen Wettkampfzeit den Ipponsieg. Es war der erste Weltcup-Sieg des zehnfachen Staatsmeisers seit Sao Paulo im Juni 2011.

Wohlfühlfaktor in der "Salatschüssel"

"Es freut mich sehr, dass ich trotz Pause gleich beim ersten Turnier den vollen Erfolg einfahren konnte", ist Paischer auch über die 100 Punkte für die Weltrangliste froh, um auch bei besser besetzten Events gesetzt zu werden.

"Ich war körperlich weit von meiner Olympia-Form entfernt, dafür war mein Kopf absolut top." Mitschuld für die nicht ausgereizte Physis war eine erst kürzlich überstandende Grippe.

"Vielleicht hat mir aber auch die Halle, die unsere Beach-Volleyballer, die sonst regelmäßig hier auf Trainingslager sind und sie liebevoll Salatschüssel, Sombrero oder Ufo nennen, Glück gebracht."

Mit den "Sandkasten"-Athleten pflegt der zweifache Europameister ein freundschaftliches Verhältnis.

Kein Platz auf dem Stockerl

Am Podest vorbei schrammte Hilde Drexler. Die Wienerin, die ebenfalls als Nummer eins gesetzt war, landete nach vier Kämpfen, darunter zwei Siege, einen fünften Platz bis 63 kg.

Im Kampf um Bronze musste sich die 28-jährige Olympia-Starterin der Britin Faith Pitman geschlagen geben. Eine Waza-ari-Wertung druch einen linkseingedrehten "Schwitzkasten-Wurf" (Koshi-guruma) konnte sie nicht mehr aufholen. Zwei Bestrafungen ihrer Gegnerin waren letztendlich zu wenig.

Die weiteren Österreicher - Georg Reiter (bis 66), Marcel Ott (bis 73) und Valentina Schauer (bis 48) - blieben ohne Kampfgewinn. Am Sonntag sind noch vier weitere ÖJV-Athleten im Einsatz.

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