Paischer bleibt achte Medaille verwehrt

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Sabrina Filzmoser sichert sich mit Silber bei der Judo-EM in Budapest ihre zehnte Medaille bei Großereignissen.

Die Welserin muss sich nach drei Vorrunden-Siegen – allesamt per Festhalter – erst im Finale der Klasse bis 57 kg der Olympia-Dritten Automne Pavia geschlagen geben und verletzt sich dabei am Ellbogen.

Ludwig Paischer verpasst das Podest knapp und wird Fünfter. Im Kampf um Bronze unterliegt er dem Briten Ashley McKenzie. Die weiteren Österreicher scheiden aus.

Ein Krönchen für die Boden-Queen

Filzmoser erwischt einen Bilderbuchstart in das Turnier. Die 32-Jährige wirft nach einem Freilos die Schweizerin Emilie Amaron mit einer Konter-Technik Waza-ari und hält sie anschließend auch gleich fest. Das Ganze dauert alles in allem 62 Sekunden. Ein Start, der Selbstvertrauen gibt.

Aus dem erhofften Österreicher-Duell im Viertelfinale mit Tina Zeltner wird leider nichts, da die Wimpassingerin gegen Shushana Hevondian früh mit Yuko in Rückstand gerät und dies nicht mehr wettmachen kann.

Filzmoser zeigt mit der Ukrainerin allerdings wenig Erbarmen und hält diese ebenso fest, wie Irina Zabludina (RUS) im Halbfinale.

Französin zu stark

Dass es für das ÖJV-Aushängeschild nicht zu ihrem dritten EM-Titel reicht, liegt an Pavia. Der Französin war Filzmoser bereits bei den Olympischen Spielen in London unterlegen.

Diesmal gerät die Thalheimerin erneut früh mit Yuko durch Uchi-mata in Rückstand. Das macht ihr einen Strich durch ihre Taktik. Als sie bei eigenem Angriff auf Ippon kontert, verdreht es dem ÖJV-Ass ganz böse den Ellbogen.

Oberarm gebrochen

Die zunächst als Ellbogen-Luxation diagnostizierte Verletzung stellt sich nach Untersuchungen in einem Budapester Krankenhaus als glatter Oberarmbruch heraus.

Die 32-Jährige wird am Donnerstagnacht nach Wien überstellt und soll am Freitag operiert werden.

Der Abtransport der Silber-Medaillen-Gewinnerin verzögert sich ungewöhnlich lange.

Grund ist die Dopingkontrolle. „Es dauert lange, bis abgeklärt werden konnte, dass Sabrina den Wettkampfort, verlassen darf“, schüttelt Kutschera verständnislos den Kopf.

Teamkollegen geschockt

Ausgerechnet der rechte Ellbogen.

Dieser ist nämlich bereits lädiert. Wie die Teamkollegin Zeltner betroffen schildert, sei Filzmoser bei ihrem Sieg zuletzt in Samsun von Zabludina auf dieser Seite gehebelt worden.

Auch der Rest der Mannschaft reagiert regelrecht geschockt auf die Verletzung. Schließlich gilt Filzmoser als äußerst schmerzresistent.

„Dann genau sie sagen zu hören, dass es so wehtut, dass sie es nicht mehr aushält, ist schlimm“, spricht 63-kg-Starterin Hilde Drexler aus, was sich alle denken.

Paischer bleibt achte EM-Medaille verwehrt

Der Salzburger behält zunächst zwar gegen die polnische Nummer eins Lukasz Kielbasinski mit 3:2 nach Bestrafungen die Oberhand, verliert dann aber mit Yanislav Gerchev ausgerechnet gegen den neuen Bundesliga-Legionär der Galaxy Tigers aus Wien.

Dabei wird der Olympia-Zweite von Peking praktisch mit seinen eigenen Waffen geschlagen, da der Bulgare einen ähnlichen Kampfstil wie der Österreicher an den Tag legt und durch Bestrafungen gewinnt.

In letzter Sekunde

Der folgende Trostrundenkampf gegen Jeroen Mooren wird zum Nervenkrimi.

Paischer läuft bis zum Schluss einem Shido-Rückstand hinterher. In der allerletzten Sekunde gelingt ihm aber per tiefen Schulterwurf doch noch die entscheidende Yuko-Wertung gegen die frühere Nummer eins der Welt aus den Niederlanden.

Im Match um Bronze ist dann aber endgültig Endstation.

Paischer muss Ashley McKenzie, einem ehemaligen Insassen des britischen Big-Brother-Hauses aufgrund zweier Yuko-Wertungen den Vortritt lassen.

Die beiden 66-kg-Athleten Georg Reiter und Alex Weichinger müssen in der Vorrunde die Segel streichen. Ersterer verzeichnet zwar gegen Eugenui Vreme (MDA) einen Kampfgewinn, scheitert in Folge aber knapp an Dzmitry Sershan (BLR). Weichinger unterliegt gleich zu Beginn dem ehemaligen Paischer-Rivalen Nijat Shikhalizada (AZE) mit Waza-ari.

 

Aus Budapest berichtet Reinhold Pühringer

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