Der Olympia-Traum ist zerplatzt

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Scharingers Olympia-Traum ist zerplatzt

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Der zweite Tag der Europameisterschaften im russischen Chelyabinsk ist für Österreichs Judoka eine herbe Enttäuschung.

Von fünf gestarteten Kämpfern kann mit Peter Scharinger (bis 73 kg) nur einer eine Runde überstehen. Der Mühlviertler muss sich aber im Achtelfinale dem Polen Tomasz Admiec, der in der österreichischen Bundesliga bereits für Flachgau tätig war, mit Ippon geschlagen geben.

Damit ist für den 26-Jährigen auch der Olympia-Zug endgültig abgefahren.

Die zweite Kandidatin für London, Hilde Drexler, unterliegt gleich zum Auftakt der Klasse bis 63 kg Ramila Yusubova (AZE). Die Wienerin muss ihre Olympia-Hoffnungen allerdings noch nicht begraben.

Für sie heißt es nun warten und rechnen, denn die Chancen auf einen kontinentalen Quali-Platz, von denen es nur zwei pro Gewichtsklasse und einen pro Nation gibt, stehen gut.

Mit Miskovic auf Augenhöhe

Die Nachwuchs-Hoffnungen Kathrin Unterwurzacher und Bernadette Graf halten ihre Kämpfe zwar offen, leider kommen beide nicht über die erste Runde hinaus.

Erstere liefert sich mit der vierfachen Weltcup-Siegerin Marijana Miskovic über fünf Minuten ein Duell auf Augenhöhe.

Das Match, bei dem viele Wertungen in der Luft liegen, geht mit 0:0 in das Golden Score, wo die Kroatin gleich zu Beginn mit einem Hüftwurf zum entscheidenden Waza-ari kommt.

In letzter Sekunde

Unterwurzachers Innsbrucker Trainings-Kollegin Graf gibt gegen die Spanierin Maria Bernabeu erst in allerletzter Sekunde mit Waza-ari die erste Wertung ab.

Für Marcel Ott entpuppt sich bei seinem Einzel-Debüt die Nummer acht der Welt, Ugo Legrand, als eine Nummer zu groß.

Der WM-Dritte aus Frankreich macht mit zwei Bein-Würfen (O-uchi-gari) zunächst ein Yuko und wenig später auch noch ein Ippon.

Kathrin Unterwurzacher (bis 63), Bernadette Graf (bis 70) und Marcel Ott (bis 73) bezahlen Lehrgeld.

Erfolgreich abgetaucht

Gleich zum Auftakt hat Scharinger gehörig zu kämpfen. Mit dem routinierten Sezer Huysuz (TUR) liefert sich der 26-Jährige eine Griffschlacht, die in die Verlängerung geht.

Dort macht der Heeressportler mit einer linken Abtauch-Technik die entscheidende Waza-ari-Wertung.

Drexler hofft auf kontinentale Plätze

Nach dem dritten Platz im Vorjahr ist für Drexler diesmal bereits in der ersten Runde gegen Yusubova Endstation. Der Kampf verläuft zunächst ausgeglichen. Beim Versuch, den Griff an ihrem rechten Ärmel zu lösen, nützt Yusubova das zu einem Wurf nach hinten (Tani-otoshi) aus, für den Ippon gibt.

"Ich habe gesehen, was kommt, aber sie ist so kräftig, ich konnte es nicht stoppen", meint die 28-Jährige, die heuer lange am Knie verletzt war, enttäuscht.

Da die EM das letzte Turnier der Olympia-Quali ist, kann sie keine Punkte mehr holen, um noch in das Kontingent der besten 14 der bereinigten Weltrangliste (pro Nation zählt nur der Beste), die direkt für die Spiele qualifiziert sind, zu rutschen.

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