Auf den neuen Trainer-Typ eingestellt

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Nach der verpassten Olympia-Medaille im vergangenen Sommer in London hat Sabrina Filzmoser das Karriereende im Auge gehabt, nach einer längeren Nachdenkphase entschied sich die 32-jährige Judokämpferin fürs Weitermachen.

Mit dem neuem Bundestrainer Marko Spittka wartete eine zusätzliche Herausforderung auf die Gewinnerin von neun Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.

Spätestens seit dem Sieg beim Grand Prix in Samsun (Türkei) Ende März weiß sie, dass sie sich richtig entschieden hat. Bei der EM in Budapest peilt sie am Donnerstag ein Spitzenresultat an.

"Junge folgen Spittka aufs Wort"

Nach dem Abschied von Udo Quellmalz als Nationaltrainer und enger Vertrauter musste sich Filzmoser auf einen vollkommen anderen Trainertyp einstellen.

"Udo war eine Ausnahme von der Menschlichkeit und Persönlichkeit. Er war eher ein Typ wie ich, das hat vom Anfang an einfach gepasst", erinnerte die Oberösterreicherin, die aber auch mit Spittka sehr gut auskommt.

"Ich bin sehr anpassungsfähig. Er ist motivierend, enthusiastisch, ein sehr überschwänglicher Trainer. Für die Jungen ist das sehr wichtig, dass er die Linie vorgibt. Sie folgen ihm aufs Wort", erzählte Filzmoser. Spittka war zuvor Nachwuchstrainer im ÖJV und hat dort große Erfolge gefeiert.

Im Falle Filzmoser mehr Bremser

"Er ist mit großer Motivation und Engagement in seine neue Tätigkeit gestartet, hat versucht, ein Team zu formen, das zusammenhält. Das ist ihm geglückt. Er nimmt sich für jeden Zeit und hört zu."

"Er hat auch mir die Zeit gegeben, die ich brauche. Wenn ich mehr Regeneration benötige, nimmt er Rücksicht. Aber meistens muss eh er sagen, dass ich mich mal rausnehmen soll. Ich weiß, ich kann ihm vertrauen. Er weiß ja auch, wie es ist, wenn man mal mit Schmerzen kämpft, er war am Ende seiner Karriere auch öfters mal verletzt", weiß die zweifache Europameisterin.

Beiderseitiges Vertrauen

Mit vollster Überzeugung startete Filzmoser nach dem für sie enttäuschenden siebenten Olympia-Platz in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm aber nicht in die Fortsetzung ihrer Laufbahn.

"Anfang des Jahres habe ich ein bisschen gehadert und mir Gedanken gemacht, ob ich nicht abschließen hätte sollen. Beim Grand Slam in Paris im Februar war ich verkühlt und nicht ganz fit, habe danach aber gemerkt, dass es im Training immer besser wird. In der Türkei wusste ich, dass es passen wird. Obwohl die Vorzeichen nicht die besten waren, weil ich eine kleine Verletzung hatte. Ich habe gesagt, jetzt erst recht, obwohl Marko gemeint hat, ich soll verzichten und nichts riskieren. Aber genauso wie ich ihm vertraue, wollte ich auch, dass er mir vertraut."

Der Grand-Prix-Sieg gab ihr recht, sie weiß, dass es richtig war, noch einmal neu durchzustarten.

Gut zum Herzeigen

Die EM ist der erste Höhepunkt im Judo-Jahr, im August folgen die Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro.

"Wenn man zwei Höhepunkte im Jahr hat, ist das mit der Vorbereitung nicht so einfach, aber das war in den vergangenen Jahren nicht anders. Es funktioniert manchmal und manchmal nicht. Die EM ist wichtig, es geht um Punkte für die Weltrangliste und die Setzung für Rio. Die EM ist der Grundbaustein, viel wichtiger als jeder Grand Prix oder Grand Slam. Ein gutes Ergebnis ist auch fürs Umfeld wichtig, für die Sporthilfe, das Bundesheer und die persönliche Sache", sagte Filzmoser.

Paischer strahlt Zuversicht aus

Der rot-weiß-rote Verband ist mit 16 Athleten bei den Kontinentaltitelkämpfen bis Sonntag in Budapest vertreten, auch Medaillen-Hoffnungsträger Ludwig Paischer (bis 60 kg) ist bereits am Donnerstag im Einsatz.

"Eine Medaille ist das Ziel, jeder Sportler sollte mit dieser Einstellung in kontinentale Titelkämpfe gehen. Ich habe wieder die Kraft und Selbstsicherheit, kann alle Gegner schlagen", nimmt der Salzburger, der ebenfalls bereits zwei Europameistertitel errungen hat, auch eine große Portion Zuversicht mit auf die Matte.

U.a. Hilde Drexler, EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2011, kämpft dann am Freitag (bis 63 kg).

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