Der Titel-Traum bleibt verwehrt

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Der Traum vom WM-Titel bleibt verwehrt

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Der Traum vom ersten WM-Gold ist für Österreichs Hockey-Nationalteam der Herren am Sonntag in Leipzig zerplatzt.

Im Finale gegen die Niederlande bezog die ÖHV-Truppe eine 2:3 (1:2)-Niederlage, nach Bronze 2011 in Posen/Poznan (Polen) ist es dennoch Österreichs bisher größter Hockey-Erfolg.

Bronze ging nach einem 13:2 gegen den Iran an Deutschland. Auch den Damen-Titel holten sich die Niederlande.

Körper lässt Chancen aus

Die Titelchance für Österreichs Herren schien vor knapp 6.000 Zuschauern groß, da die Niederländer im Semifinale überraschend Titelverteidiger Deutschland ausgeschaltet hatten.

Das "Oranje"-Team wartete dann aber auch im Finale mit einer konzentrierten Defensivleistung auf und blieb dazu in der Offensive effizient. Die Österreicher hingegen fanden nicht zu ihrer Bestform, außerdem blieben zu viele Chancen ungenutzt.

Die Führung der Niederländer erzielte Bjorn Kellermann (6.), Robert Tigges legte nach (14.) - jeweils aus einer kurzen Ecke. Ein Stangenschuss der Niederlande folgte (15.). Erst danach kamen die Österreicher zu ihrer ersten kurzen Ecke, doch der sonst als "Exekutor" oft erfolgreiche Michael Körper ließ nicht nur diesmal aus. Hatte er noch beim Semifinal-7:5 gegen den Iran in Hälfte zwei vier Tore erzielt, blieb er ohne Finaltreffer.

Nervosität stieg

Dafür sprang Dominic Uher in die Bresche und verwertete eine kurze Ecke rechtzeitig vor der Pausensirene zum Anschlusstor (20.).

Das machte dem Team von Teamchef Tomasz Laskowski Hoffnung, ein Defensivfehler ermöglichte allerdings dem Gegner den dritten Treffer durch Robbert van de Peppel (23.).

Die Nervosität aufseiten der Österreicher wurde dadurch größer, Laskowski setzte in Folge aufs Ganze.

Chancen in Schlussphase

Er nahm bis zum Ende Goalie Mateusz Szymczyk zugunsten eines weiteren Feldspielers heraus (26.). Es ergaben sich auch Chancen, aber primär Kapitän Benjamin Stanzl und Körper agierten ungewohnt ineffizient.

Körper blieb bei 14 Turniertoren, womit er hinter den Deutschen Alexander Otte (19) und Moritz Fürste (15) Dritter der Torschützenliste wurde. Stanzl wurde nichtsdestotrotz zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Sebastian Eitenberger sorgte nach einer schönen Einzelleistung für das erneute Anschlusstor (36.) und auch dafür, dass es in den letzten Spielminuten noch spannender wurde.

Rot-Weiß-Rot ließ letztlich jedoch auch zwei kurze Ecken in der Schlussminute ungenutzt, und zwar durch Uher und nach Ablauf der Spielzeit durch Körper.

"Am eigenen Unvermögen gescheitert"

Dem Legionär vom Harvestehuder THC war die Enttäuschung anzusehen, obwohl die ÖHV-Medaillenserie bei Großereignissen seit 2008 angehalten hat.

"Bei den Ecken hatten die (Anm.: Niederlande) auch ein bisschen Glück. Aber wir müssen das abhaken, und zufrieden sein, ein geiles Turnier gespielt zu haben."

Laswkoski: "Es war ein tolles Spiel, wir hatten viele Chancen. Am Schluss sind wir aber am eigenen Unvermögen gescheitert."

"Blech" für Damen

Die niederländischen Damen hatten ihr Finale gegen Deutschland nach einem 1:1 mit 1:0 im Penaltyschießen gewonnen und damit wie die "Oranje"-Herren den gastgebenden Titelverteidiger "in der Verlängerung" besiegt.

Österreichs Damen-Team wurde mit Rang vier erstmals besser als WM-Siebenter. Die Chance auf Bronze wurde im "kleinen Finale" gegen Tschechien nach einem 0:0 mit 0:2 im Penaltyschießen vergeben.

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