"Rocky" rechnet ab: "Ein langweiliger Scheißkampf"

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Die Erwartungen waren riesig.

Der "Kampf des Jahrhunderts" zwischen Floyd Mayweather Jr. und Manny Pacquiao war wochenlang großes Thema in den Medien und ging als Fight mit der höchsten Börse (rund 400 Millionen US-Dollar) in die Geschichte ein.

Finanziell war er daher ein voller Erfolg, auf sportlicher Ebene blieb er hingegen vieles schuldig.

Mayweather wurde seiner leichten Favoritenrolle gerecht und von den Punktrichtern einstimmig zum Sieger erklärt.

Damit baute der US-Amerikaner seine eindrucksvolle Siegesserie auf 48 Erfolge bei keiner Niederlage aus und greift nach dem Allzeitrekord von Rocky Marciano.

Pacquiao sah sich als Sieger

Pacquiao, der der aktivere der beiden Kontrahenten war, musste indes die sechste Niederlage im 65. Kampf hinnehmen, fühlte sich aber als Gewinner.

"Ich dachte, dass ich diesen Kampf gewonnen habe, denn er (Mayweather) hat zu wenig gemacht. Er war sicher nicht übermächtig stark. Ich dachte, dass ich vorne liege, deshalb habe ich zum Ende hin nicht mehr so attackiert."

Der Gewinner indes dankte "Gott für diesen Sieg" und gab sich ungewohnt zahm. "Ich musste alles geben, um diesen Kampf zu gewinnen. Ich weiß jetzt, warum Manny Pacquiao so berüchtigt ist."

"Rocky" rechnet mit Mayweather ab

Experten hatten hingegen keine große Freude beim Jahrhundert-Kampf, der diese Bezeichnung wohl nicht verdient.

"Das war eine miserable Vorstellung, die Mayweather gezeigt hat. Der Kampf ließ viele Dinge offen, ich bin richtig enttäuscht", resümierte Trainer-Legende Ulli Wegner, der unter anderem Sven Ottke und Arthur Abraham zu Weltmeister-Ehren führte.

Klare Worte fand auch Graciano Rocchigiani, der mit beiden Duellanten abrechnete. "Das war ein langweiliger Scheißkampf", schimpfte "Rocky" und nahm sich vor allem den Titelträger zur Brust.

"Mayweather hat gar nichts riskiert. Wenn das ein guter Kampf war, dann tut's mir leid. Wenn man so ein großes Maul hat wie Mayweather, dann muss man mehr tun."

Schulz findet durchaus Gefallen

Offensichtlich angetan war indes Ex-Schwergewichts-Boxer Axel Schulz. "Wir sind Zeuge eines spannenden WM-Kampfes geworden", urteilte der Deutsche in der "Bild".

Zwar sah er keinen Jahrhundertkampf, sondern einen von Taktik geprägten Fight, doch fand er Gefallen an der Leistung der beiden Kontrahenten.

Besonders zeigte sich Schulz überrascht, "wie sympathisch Mayweather nach dem Kampf rüberkam. Gar nicht protzig!" Die Fans vor Ort in Las Vegas sahen das etwas anders, der Lokalmatador wurde teilweise ausgebuht, während Filipino Pacquiao die Masse hinter sich wusste.

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