Bradley beendet Regentschaft von Pacquiao

Aufmacherbild
 

Manny Pacquiao ist als WBO-Weltmeister entthront.

Der philipinische Box-Star verlor am Samstag in Las Vegas den WM-Kampf im Weltergewicht gegen den US-Amerikaner Timothy Bradley knapp nach Punkten (113:115, 113:115, 115:113).

Strittige Wertung

Eine Wertung, die viele der 16.000 Zuschauer und Experten im MGM Grand Garden verwunderte, hatte der Titelverteidiger seinem Herausforderer bis zum Schluss alles abverlangt.

Pacquiao dominierte die vier Eröffnungsrunden, ehe er sich etwas zurücknahm, legte allerdings in der Schlussminute noch einmal kräftig nach.

Bradley schien nach 12 Runden ausgepowert und keine Antwort auf die harten Schläge von "Pacman" zu haben, die ihr Ziel immer wieder fanden. Das alles war zu wenig, um auch auch die Punkterichter von einem Sieg zu überzeugen.

"Wussten nicht, was sie tun"

"Das ist völlig verrückt", meinte Promoter Bob Arum, bei dem sowohl Pacquiao als auch Bradley unter Vertrag stehen. "Die Punkterichter wussten nicht, was sie tun."

Die Statistiken des übertragenden Fernsehsenders HBO sprachen klar für Pacquiao: Demnach brachte dieser insgesamt 253 Schläge ins Ziel - fast 100 mehr als Bradley.

Bradley kommt nach dem Sieg im Rollstuhl zur Pressekonferenz

Re-Fight im November?

Der Neo-WBO-Champ kam nach dem Kampf im Rollstuhl zur Pressekonferenz. Er müsse sich erst das Video anschauen und sehen, ob er gewonnen hatte und bot die Chance zur Revanche an: "Lasst es uns noch einmal im November machen".

Auf die Frage, ob er sich trotz der Punktewertung als Sieger fühle, antwortet Pacquiao: "Absolut". Er werde aber die Jury-Entscheidung respektieren.

Für den 33-Jährigen war es die erste Niederlage seit 2005, die vierte bei zwei Unentschieden im 60. Profikampf.

Sein sechs Jahre jüngerer Kontrahent, mit dem Spitznamen "Desert Storm", feierte hingegen den 29. Sieg im 30. Kampf (12. durch K.o./1 No Contest). Der Fight gegen Nate Campbell im August 2009 musste in der 3. Runde nach dessen Cut über dem Auge abgebrochen werden und wurde als "No Contest" gewertet.

Duell mit Mayweather Jr. in weiter Ferne


Nach der Niederlage rückt der Superfight zwischen Pacquiao und WBC-Champ Floyd Mayweather Jr. in weite Ferne.

Während der 35-Jährige seit dem 1. Juni eine 90-tägige Haftstrafe wegen häuslicher Gewalt verbüßt, dachte Pacquiao zuletzt laut über ein Karriereende nach.

Zu einem Showdown kam es bisher aus verschiedenen Gründen nicht, obwohl beide Boxer wiederholt ihre Bereitschaft bekundeten.

Pacquiao sagte nur, er bete für Mayweather. "Ich betrachte ihn nicht als Gegner, nicht als Feind oder so etwas", sagte der 33-jährige Weltmeister dem US-Fernsehsender ESPN. "Ich behandle ihn wie meinen Freund, wie meinen Bruder. Ich bete dafür, dass alles gut wird für ihn."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen