"AIBA wird sich zur 'Champions League' entwickeln“

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Am 24. Oktober steigt Marcos Nader wieder in den Boxring.

In Baku kämpft der Wiener gegen den Kenianer Rayton Okwiri.

Um sich seinen Traum von Olympia 2016 zu erfüllen, wechselte der zuletzt beim deutschen Boxstall Sauerland unter Vertrag stehende Nader zu AIBA Pro Boxing.

Dort hat er die Chance, sich in wenigen Kämpfen für das bedeutendste Sportereignis der Welt zu qualifizieren. Bei LAOLA1 erklärt Nader den neuen Bewerb.

"AIBA wird sich zur Champions League entwickeln"

Als Zukunft des Boxens wird AIBA Pro Boxing gerne bezeichnet, als eine der wenigen Hoffnungen des Sports. Denn die traditionsreiche Randsportart ist zu unübersichtlich geworden.

Vier große und unzählige kleinere Verbände gibt es derzeit. Nur Szenekundige können die Wertigkeit richtig beurteilen.

"Es gibt einfach zuviele Verbände", sagt Nader folgerichtig: "Soviele Weltmeister in einer Gewichtsklasse machen Boxen unübersichtlich."

AIBA will mit einer klaren K.o.-Struktur Abhilfe verschaffen. Beim Weltverband treten jeweils die besten acht Boxer aus zehn Gewichtsklassen gegeneinander an, immer am selben Ort. Ein Monat Pause in der Heimat soll für gleiche Bedingungen sorgen.

"In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird AIBA sich zur Champions League entwickeln", prophezeit Nader: "Ein neuer Bewerb braucht Zeit. Aber wenn alles funktioniert, und davon bin ich überzeugt, wird er wie eine Bombe einschlagen."

Nader startet topgesetzt

Nach dem im Frühjahr ausgelaufenen Vertrag bei Sauerland stand die Zukunft von Österreichs bestem Faustkämpfer vorerst in den Sternen. Nun bekommt Nader die Chance auf eine Olympia-Teilnahme.

"Eine Ranking-Kommission hat mich auf Platz eins gesetzt, was eine Riesen-Ehre ist", erklärt er trotz des Wechsels von Mittel- zu Weltergewicht sein Standing in der Szene.

Dies bedeute allerdings noch nichts: "Jetzt muss ich erstmal beweisen, dass ich da zurecht stehe."

Bereits im kommenden Februar kann Nader die Qualifikation klar machen. Drei Erfolge reichen dem 24-Jährigen für eine Teilnahme in Rio 2016, damit wäre nämlich der Finaleinzug perfekt.

"Es hört sich leichter an, als es ist. Es sind der Olympia-Dritte, der Vize-Weltmeister und Vize-Europameister dabei. Das sind starke Leute", lässt Nader große Kampfansagen aus.

"Projekt RIO" in Aussicht

Der Wechsel zum Weltverband AIBA nach bisher 20 Profikämpfen (18-1-1) könnte einige Vorteile mit sich bringen.

"Wir haben einen Anruf von 'Projekt RIO' bekommen", spricht Nader eine mögliche Teilnahme am Förderprogramm des Sportministeriums an. "Zuerst muss ich mit einem Sieg gegen den Kenianer in die Serie starten und dann wird weiterverhandelt, damit ich in den Förder-Topf komme."

Im harten deutschen Profi-Geschäft musste er sogar als ehemaliger EU-Meister in die eigene Tasche greifen: "Die Förderungen wären wichtig, ich müsste mir nicht alles selber zahlen. Bei Sauerland musste ich alle Fahrtkosten, Trainingslager etc. übernehmen."

Dem Traum, als Faustkämpfer nach Rio de Janeiro zu fliegen, ordnet Nader alles unter. Er wäre der erste österreichische Olympia-Boxer seit Seoul 1988.

 

Niki Riss

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