Box-Legende Joe Frazier ist tot

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Boxlegende Joe Frazier ist in Philadelphia im Alter von 67 Jahren einem Leberkrebs erlegen.

Frazier starb am späten Montagabend (Ortszeit) in seinem Haus in Philadelphia im Kreise seiner Familie. Die Erkrankung war erst vor wenigen Wochen diagnostiziert worden.

Der US-Amerikaner, der von 1970 bis 1973 Schwergewichts-Weltmeister war, wurde vor allem aufgrund seiner drei Kämpfe mit insgesamt 41 Runden gegen Muhammad Ali weltberühmt.

"Einen großen Champion verloren"

"Die Welt hat einen großen Champion verloren. Ich werde mich immer mit Respekt und Bewunderung an Joe erinnern", meinte Ali über seinen langjährigen Rivalen, gegen den er einmal verlor und zweimal gewann.

"Smokin' Joe" agierte im Ring mit furchtloser Aggressivität, die gemeinsam mit seinem linken Hacken die im Vergleich zu seinen Gegnern eher geringe Größe von 1,82 Meter wettmachte.

Der jüngste Spross einer Familie mit zwölf Kindern gewann als erster Schwergewichtler überhaupt die olympische Goldmedaille (1964) und in der Folge den WM-Titel bei den Profis. 1990 wurde Frazier in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Sieg im "Fight of the Century"

Frazier ging im März 1971 mit dem "Kampf des Jahrhunderts" gegen Ali in die Annalen des Boxsports ein. Frazier gelang es im New Yorker Madison Square Garden, den Herausforderer in der 15. Runde mit einem linken Schwinger auszuheben und Ali seine erste Niederlage als Profi beizubringen.

Damals stand sogar Frank Sinatra im Publikum und schoss Fotos, für die beiden Boxer gab es eine für damalige Verhältnisse unglaubliche Prämie von jeweils 2,5 Millionen Dollar.

Zweite Liebe galt dem Gesang

Zwei spätere Duelle gegen Ali verlor Frazier jedoch. Im "Thrilla von Manila" - dem von Brutalität geprägten letzten Aufeinandertreffen der beiden - gewann Ali am 1. Oktober 1975 durch Technischen K.o. in der 14. Runde.

Sein Trainer Eddie Futch untersagte Frazier, in die 15. Runde zu gehen, da sein Schützling fast nichts mehr sehen konnte. Ali verspottete seinen Rivalen als "Gorilla", zeigte aber stets Respekt vor dem Kämpfer Frazier.

Danach verlor Frazier zum insgesamt zweiten Mal gegen George Foreman und zog sich 1976 aus dem aktiven Boxsport zurück, ein Comeback-Versuch endete 1981 erfolglos. Seine neue Liebe galt dem Gesang - er gründete eine Gruppe mit dem bezeichnenden Namen "The Knockouts".

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