Die Helden der Paralympics

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Paralympics begeistern Fans aus aller Welt

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An elf Wettkampftagen haben die Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung bei den Paralympics in London die Zuschauer begeistert - durch ihre Leistungen, Medaillen und vor allem Emotionen.

Nicht nur die Sieger waren die Protagonisten dieser Spiele.

OSCAR PISTORIUS

Der Südafrikaner ist DER Star im Behindertensport, und auch in London wurde es bei den Auftritten des Leichtathleten im Stadion am lautesten. Der unbezwingbare Dominator ist er aber nur noch über 400 Meter, bei den Sprints über 100 und 200 m hatte Pistorius das Nachsehen. Der Superstar selbst kam bei Olympia und Paralympics aus dem Staunen nicht heraus. "Ich bin so stolz, ein Traum ist wahr geworden."

GÜNTHER MATZINGER

Der Leichtathletik-Star im österreichischen Team war über 400 und 800 m eine Klasse für sich und gewann zweimal mit Weltrekord. "Wahnsinn, wie die Spiele für mich gelaufen sind. Jetzt auch noch die Fahne zu tragen, ist das Schönste, was mir in meinem Leben passiert ist", freute sich der 25-jährige Salzburger vor der Schlussfeier.

JACQUELINE FRENEY

Achtmal ging sie im Aquatics Centre ins Wasser, achtmal gewann sie Gold - so oft wie kein anderer Athlet. Freney ist der Michael Phelps der Paralympics - nur weiblich und aus Australien. Im dramatischsten Rennen dieser Spiele erkämpfte die 20-Jährige Staffel-Gold trotz Rückstands beim letzten Wechsel. "Keine Ahnung, was da los war. Ich glaube, ich bin mit Superkräften geschwommen."

DIE SUPER-MENSCHEN

Schon vor den Spielen feierten die Briten ihre "Superhumans", wie der TV-Sender Channel 4 die heimischen Athleten nannte. Im Wettkampf enttäuschten sie nicht: Die kleinwüchsige Ellie Simmonds triumphierte in der Schwimmhalle, Prothesensprinter Jonnie Peacock im Stadion und der beinamputierte Jon-Allan Butterworth auf der Radrennbahn. Und auch Channel 4 gehörte zu den großen Siegern.

YOHANSSON NASCIMENTO

Der Brasilianer bewegte die Fans gleich dreifach: Nach seinem 200-Meter-Gold machte er Freundin Thalita via TV-Kamera einen Heiratsantrag, auf das Siegerpodest sprang er trotz fehlender Hände mit einen Flick-Flack. Als er den 100-Meter-Sprint verletzt abbrechen musste, blieb er liegen, ehe er doch noch unter Tränen ins Ziel schlurfte. Dort setzte er sich weinend auf die Bahn.

HOUSSEIN OMAR HASSAN

Alle seine Rivalen im 1.500-Meter-Lauf waren schon im Ziel, als der erste Paralympics-Sportler aus Dschibuti noch zwei Stadionrunden vor sich hatte. Der einarmige und zudem mehrfach behinderte Sportler lief aber nicht allein: 80.000 Zuschauer sprangen von ihren Sitzen, um Hassan anzufeuern, der nicht aufgab und im Schritttempo sowie unter tosendem Applaus das Ziel erreichte.

ALESSANDRO ZANARDI

Der Italiener, der bei einem Motorsport-Unfall am Lausitzring 2001 sieben Mal reanimiert werden musste und beide Beine verlor, jubelte drei Mal über Edelmetall. Nachdem er bereits im Zeitfahren der Handbiker (Klasse H 4) triumphierte, setzte er sich auch im Straßenrennen in Brands Hatch durch. Als Draufgabe durfte sich der 45-Jährige über Team-Silber freuen.

LUCIANO DOS SANTOS PEREIRA

Der blinde Dreispringer kommt beim Anlauf von der Bahn ab, ein Offizieller muss ausweichen und plumpst rückwärts über den Stuhl. Weitere Schmunzler in London: Ein blinder Fußballer, der beim Torjubel aus Versehen den Schiedsrichter umarmt. Ein Schwimmer von den Komoren, der sich nach einem Fehlstart trotz anstehender Disqualifikation sein Rennen nicht vermiesen lassen will und die 50 Meter Freistil alleine bewältigt, während die anderen noch auf den Blöcken stehen. Oder eine blinde Läuferin aus Brasilien, die mit ihrem Guide fröhlich aufs Siegerpodest tanzt und dem Partner unter dem Jubel der Zuschauer ihre Blindenmaske aufsetzt.

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