"Dei hohe Zeit is lang vorüber"

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Die Verlierer des Jahres 2012 - National

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"Es tuat so weh, wenn ma verliert..."

Nicht nur Reinhard Fendrich, auch die von LAOLA1 zu den Verlierern des Jahres gekürten Sportler können davon spätestens seit heuer ein Lied singen...

Bregenz

Nach der Jahrtausendwende etablierte sich Bregenz als das Maß aller Dinge im österreichischen Handball. Zwischen 2001 und 2010 holten die Vorarlberger Landeshauptstädter unglaubliche neun Meisterschaften. 2011 reichte es immerhin noch zum Vizemeister, ehe es heuer den totalen Absturz setzte. In der Endabrechnung belegten die Bregenzer nach einer turbulenten Saison nur den sechsten Rang. Manager-Trainer Roland Frühstück wird das Jahr 2012 auch aus einem ganz anderem Grund in besonders schlechter Erinnerung haben: Im März wurde dem Landtagsabgeordneten der Führerschein wegen Fahrens im alkoholisierten Zustand abgenommen.

LASK

Wie vergangenes Jahr trifft es auch heuer wieder den oberösterreichischen Traditionsverein! Lange Zeit fieberten die Fans in der Ersten Liga um den Wiederaufstieg in die Bundesliga mit. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nach dem verpassten Titel kamen die Linzer auch noch finanziell in die Bredouille. Die Lizenz wurde verweigert und so blieb dem ersten Bundesliga-Meister aus einem Bundesland nichts anderes übrig, als in der Regionalliga Mitte einen Neustart zu unternehmen. Zuletzt schöpften LASK-Fans ob eines Investoren-Einstiegs Hoffnung, doch Boss Reichel ließ den Traum kurz vor Weihnachten platzen. Bezeichnend!

Markus Brier

„Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ – nach 13 Jahren auf der European PGA Tour muss sich Österreichs Golf-Pionier Markus Brier von der großen Bühne verabschieden. Nach einer durchwachsenen Saison verpasste er bei der Tour School in Girona als 53. klar den geforderten Top-25-Platz, um sich seine Teilnahme für 2013 zu sichern. Ein Wechsel auf die Challenger-Ebene scheint unrealistisch, wahrscheinlich wird Brier seine Karriere beenden. Mit über vier Millionen Euro Preisgeld kann er es sich in der Pension aber recht gemütlich machen.

Markus Rogan

Bei den Olympischen Spielen in London wollte Markus Rogan den Schlusspunkt unter eine erfolgreichen Karriere setzen – und zwar mit einer Medaille. Eine missglückte Wende bescherte ihm allerdings die peinliche Disqualifikation im Halbfinale. Ob er jetzt weiter schwimmt oder nicht, weiß der Wiener und Wahl-Kalifornier übrigens immer noch nicht. Ins Schwimmen gerät er dafür weiterhin nach längeren Interviews: Wenn er sich zum Beispiel erklären muss, wie er denn das jetzt gemeint hat mit den „dummen und erfolgreichen Sportlern“? Nach 2012 fühlt sich Rogan wahrscheinlich recht gescheit...

Jürgen Melzer

Irgendwie pervers: Da feiert Jürgen Melzer beim ATP-500-Turnier in Memphis mit dem Titelgewinn den größten Erfolg seiner Karriere und trotzdem kann er mit dem Jahr 2012 alles andere als zufrieden sein. 500 seiner insgesamt 1.177 Weltranglisten-Punkte holte er in der Elvis-Presley-Metropole – das sagt eigentlich schon alles. Erst am Jahresende ließ der 31-jährige Deutsch-Wagramer mit dem Valencia-Halbfinale und dem Peking-Viertelfinale wieder seine Klasse aufblitzen. Unter dem Strich war das heuer aber zu wenig. Vor allem deshalb, weil es im Gegensatz zu den vergangenen Jahren auch im Doppel nicht mehr nach Wunsch lief.

Reinfried Herbst

In der vergangene Saison reichte es für Reinfried Herbst nur zu einer Top-10-Platzierung (8. in Schladming). Ansonsten hatte der 34-jährige Salzburger wenig Grund zur Freude. In Levi startete er mit einem sechsten Rang schon ganz ordentlich in die neue Saison. Ob das nur ein Ausrutscher nach oben oder der erste Schritt zur Rückkehr zu alter Stärke war, wird allerdings erst 2013 zeigen können.

Roland Linz

Der ehemalige Vorzeige-Goalgetter der Wiener Austria kann zum aktuellen Höhenflug der Veilchen nur wenig beitragen. Nachdem der 31-Jährige schon im Frühjahr von Ivica Vastic auf die Bank bzw. Tribüne verbannt wurde, erging es ihm unter Neo-Coach Peter Stöger in der neuen Saison nicht anders. Nach Philipp Hosiner, Tomas Jun und Roman Kienast ist Linz nur mehr die Nummer vier im violetten Sturm.

Andrea Fischbacher

Die Olympia-Siegerin von 2010 ist zwei Jahre später nur mehr ein Schatten ihrer selbst. 2012 schaffte es die 27-jährige Salzburgerin im Weltcup nur ein einziges Mal in die Top 10 – bei der Abfahrt in Bad Kleinkirchheim am 7. Jänner. Fischbacher hadert mit dem Material und mittlerweile vor allem mit ihrem Selbstvertrauen. Aus dieser Sackgasse kann sich „Fischi“ nur selbst hinaus manövrieren – blöderweise haben Skier keinen Rückwärtsgang.

Österreichischer Sommersport

Nennen wir das Kind beim Namen: Null Medaillen bei Olympischen Sommerspielen sind einer Nation wie Österreich unwürdig und einfach nur peinlich. Die magere Ausbeute kam jedoch nicht wegen schlechter Leistungen der Athleten zustande. Ganz im Gegenteil: Viele heimische Sportler bereiteten sich sehr gut auf London 2012 vor und erzielten dort persönliche Bestleistungen. Österreich hat ganz einfach kaum Athleten, die ernsthaft im Kampf um Medaillen mitmischen können. London 2012 ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft. Es zeigt uns, welchen Stellenwert der Sport im Leben der meisten Österreicher hat. Anders kann man es sich auch nicht erklären, dass die Facebook-Gruppe „Sido gegen Heinzl“ innerhalb von drei Tagen mehr Unterstützer findet, als die Petition für die tägliche Turnstunde...

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