In Memoriam

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Ein Abschied für immer - Todesfälle in der Sport-Welt

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Die Sport-Welt musste sich 2011 von einigen ihrer Stars für immer verabschieden.

Einige schieden freiwillig aus dem Leben, andere wurden auf dramatische Weise aus selbigem gerissen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit porträtiert LAOLA1 zwölf Sportler, die 2011 ihr Leben ließen.

Claudia Heill (31. März; 29)

In den frühen Morgenstunden des 31. März wurde die Ex-Judoka tot vor ihrem Wohnblock in Wien aufgefunden, wo sie sich aus dem 6. Stock gestürzt hatte. Da kein Abschiedsbrief gefunden wurde, werden die Motive der Verzweiflungstat wohl für immer im Dunkel bleiben. Am Zentralfriedhof wurde sie am 19. April in einem Ehrengrab beigesetzt.

Ernst Weber (6. April; 62)

Den Kremser SC hatte er 1988 sensationell zum ÖFB-Cup geführt und Mitte der Neunziger im ÖFB angeheuert. Seit 1996 betreute er unterschiedliche Nachwuchs-Nationalmannschaften und das Frauen-Team. Am 6. April schied Ernst Weber freiwillig aus dem Leben. "Ernst Weber war nicht nur ein fachlich profunder Trainer unseres Verbandes, sondern darüber hinaus auch durch seinen vorbildhaften Charakter und seine stets offene und freundliche Art gerade menschlich ein Vorbild für uns alle", lobte ÖFB-Boss Leo Windtner den Verstorbenen.

Wouter Weylandt (9. Mai; 26)

Der belgische Radfahrer musste im Rahmen des Giro d’Italia sein Leben lassen. Weylandt streifte bei einer 25 Kilometer langen Abfahrt mit dem linken Pedal an einer Mauer, wurde 20 Meter weit geschleudert und erlag seinem Schädelbasisbruch. Er hinterließ eine schwangere Freundin, die am 1. September seine Tochter Alizee zur Welt brachte.

Samuel Wanjiru (15. Mai; 24)

Der Marathon-Olympiasieger kam am 15. Mai in seiner kenianischen Heimat ums Leben. Nach ersten Polizeiangaben handelte es sich bei dem Sprung aus einem Fenster um Selbstmord. Danach wurde aber auch der Verdacht auf Mord erhoben. Bis heute wurde der Fall nicht eindeutig aufgeklärt. Wanjiru wurde nur 24 Jahre alt.

Mika Myllylä (5. Juli; 41)

Miky Myllylä war Ende der Neunzigerjahre einer der großen Langlauf-Stars. Olympia-Gold in Nagano und gleich drei WM-Titel in der Ramsau ein Jahr später hat der Finne zu Buche stehen. Nach dem Doping-Skandal bei der Heim-WM in Lahti 2001 kam er aber nicht mehr auf die Beine. Er hatte mit Alkoholproblemen zu kämpfen und legte ein Doping-Geständnis ab. Am 5. Juli wurde er tot in seinem Haus aufgefunden. Die Polizei schloss ein Fremdverschulden aus.

Lok Yaroslavl (7. September; 45 Tote)

Es sollte der Auftakt in die neue KHL-Saison sein, doch endete in der größten Tragödie des Jahres. Die Eishockey-Cracks von Lok Yaroslavl stürzten mit ihrem Flugzeug bei der Anreise zum ersten Liga-Spiel ab. 44 Insassen waren sofort tot, der einzige Überlebende verstarb wenige Tage später. Unter den Todesopfern fanden sich etwa die langjährigen NHL-Legionäre Ruslan Salei, Pavol Demitra, Karel Rachunek oder Karlis Skrastins. Am 12. Dezember wurde der Spielbetrieb - mit vielen Jugend-Spielern in der zweiten Liga - wieder aufgenommen.

Pavel Karelin (9. Oktober; 21)

Ein Jahr, dass für den Russen mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere (beim Neujahrsspringen in Garmisch) begann, sollte mit seinem tragischen Tod enden. Am 9. Oktober kam der Skipspringer bei einem Autounfall im 400 Kilometer von Moskau entfernten Nishni Novgorod ums Leben.

Dan Wheldon (16. Oktober; 33)

Es war das tragische Ende der IndyCar-Saison. Am Las Vegas Motor Speedway kam es in der zwölften Runde zu einem Massen-Crash mit 15 Autos, den der Brite Dan Wheldon nicht überleben sollte. Der amtierende Indy500-Sieger krachte bei dem Unfall in einen Vordermann, sein Auto hob ab, fing Feuer und knallte in die Fangzäune. Wheldon wurde im Krankenhaus für tot erklärt. Es war eine Katastrophe mit Ansage: Kritiker hatten schon vor dem Rennen aufgrund des kurzen Kurses und der hohen Teilnehmerzahl vor schlimmen Unfällen gewarnt.

Marco Simoncelli (23. Oktober; 24)

Mit dem besten Ergebnis seiner jungen MotoGP-Karriere im Rücken reiste Marco Simoncelli zum Malaysia-GP. Dort rutschte er in der zweiten Runde mit seiner Honda weg und wurde von den nachkommendenMotorrädern von Colin Edwards und Valentino Rossi überrollt. Leblos und ohne Helm blieb der Italiener auf der Strecke liegen, nach fast 45 Minuten voller Reanimationsversuche konnte im Medical Center nur noch der Tod festgestellt werden.

Joe Frazier (7. November; 67)

Im September wurde bei der Box-Legende Leberkrebs diagnostiziert. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide, schon im November kam er in ein Hospiz, wo er am 7. im Alter von 67 Jahren verstarb. Bei seiner Beisetzung in Philadelphia gab ihm unter anderem Langzeit-Rivale Muhammad Ali, dem er einst die erste Niederlage seiner Profi-Karriere zugefügt hatte, das letzte Geleit.

Gary Speed (27. November; 42)

In den Morgenstunden des 27. November nahm sich der walisische Teamchef Gary Speed das Leben. Nachdem er am Abend zuvor noch in einer Fußball-TV-Show aufgetreten war und sich danach mit Ex-Teamkollegen Alan Shearer ein Match angesehen hatte, erhängte er sich in seiner Garage. Über die konkreten Gründe dafür herrscht noch immer Rätselraten.

Socrates (4. Dezember; 57)

Im August musste der Ex-Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft wegen innerer Blutungen aufgrund einer Leberzirrhose auf eine Intensivstation in Sao Paulo eingeliefert werden. Zu diesem Zeitpunkt machte Socrates auch seine Alkohol-Probleme öffentlich. Ende September wurde er aus der Klinik entlassen, doch zwei Monate später fing sich die Fußball-Legende eine Darminfektion ein. Der dadurch ausgelöste septische Schock kostete ihn am 4. Dezember das Leben.

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