Die Pechvögel des Sportjahres 2011

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Nicht alle Sportler blicken gerne auf das Jahr 2011 zurück.

Wo es Gewinner gibt, sind naturgemäß auch die Verlierer nicht weit.

Während oftmals das verpasste Ziel mit schlechten Leistungen zu tun hat, hat das nicht selten auch mit weniger Beeinflussbarem zu tun.

„Unheilvolle Fügung“ lässt sich als Definition von Pech in „Wikipedia“ finden. Wer sich mit dieser Thematik 2011 auseinandersetzen musste? LAOLA1 mit einer Auswahl:

Hans Grugger

Beim Salzburger muss eigentlich von einem Pechvogel und Glücksritter in einer Person gesprochen werden. Mit seinem Sturz im Training zur Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel am 20. Jänner hatte Grugger die Sport-Welt in Schockstarre versetzt. Die Mausefalle schnappte beim Speed-Profi, der immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, zu. Der zu diesem Zeitpunkt 29-Jährige, der beim Sprung den Körper verdrehte und mit voller Wucht mit dem Kopf aufprallte, musste aufgrund lebensgefährlicher Kopfverletzungen notoperiert werden, lag im Koma und konnte erst zwei Monate später das Krankenhaus verlassen. Das Pech, das Grugger widerfuhr, wandelte sich in Glück: Nicht nur, dass das ÖSV-Ass den Horror-Crash überlebte, Mitte Oktober stand er sogar wieder auf Skiern…

 

Benni Raich

Auch ein zweiter ÖSV-Star hatte in diesem Jahr mit Pech zu kämpfen, wenngleich die Raich‘sche Verletzung in Relation zu jener von Grugger schon mehr eine Lappalie war. Der Tiroler verletzte sich aber ausgerechnet dort, wo sich kein Athlet wehtun möchte – bei einem Großereignis, in diesem Fall bei der Alpin-WM in Garmisch-Partenkirchen. Zu allem Überdruss passierte das auch noch in jenem Bewerb, der für den gesamten Ski-Zirkus eine – gelinde gesagt – nebensächliche Bedeutung hat, im Teambewerb. Bei seinem ersten Lauf zog sich Raich ohne Sturz einen Kreuzbandriss zu. Damit war nicht nur die WM vor Riesentorlauf und Slalom – also zwei Rennen mit Medaillenchancen – vorzeitig beendet, sondern auch die restliche Weltcup-Saison. In diesem Winter fährt der Pitztaler zwar wieder Weltcup-Rennen, die fehlende Sicherheit ist dem 33-Jährigen aber noch deutlich anzumerken.

 

Sidney Crosby

Das Jahr 2011 hätte für den NHL-Superstar nicht schlimmer beginnen können. Beim traditionellen „Winter Classic“ der Eishockey-Profiliga wurde der Pittsburgh-Angreifer im Duell mit den Washington Capitals per „Blind-Side-Hit“ von David Steckels niedergestreckt. Zur Schlusssirene im Heinz Field, dem Football-Stadium der Steelers, stand Crosby noch am Eis, doch das Unheil nahm seinen Lauf. Vier Tage später wurde „Sid the Kid“ wieder Opfer eines Checks. In der Folge wurde eine schwerwiegende Gehirnerschütterung diagnostiziert, die ihn letztlich zehn Monate außer Gefecht setzte. Als wäre dieser Rückschlag nicht schon genug gewesen, musste Crosby nur acht Spiele nach seinem vielumjubelten Comeback, bei dem er zwei Tore und zwei Assists beim 5:0 gegen die Islanders beisteuerte, wieder wegen Gehirnerschütterungs-Symptomen eine Pause einlegen. Diese währt für unbestimmte Zeit. 2011 – ein Jahr zum Vergessen für Sidney Crosby.

 

Douglas da Silva

Auch für den Abwehrspieler von Red Bull Salzburg hatte das Jahr 2011 einen mehr als unglücklichen Start. Am 1. Jänner war der Innenverteidiger von Hapoel Tel Aviv zu den Mozartstädtern gewechselt, die ersten Komplikationen folgten am Fuße. Weil die israelischen Behörden den Legionär als Zeuge in einem Erpressungsfall befragt und sie deshalb seinen Reisepass vorübergehend einbehalten hatten, konnte da Silva erst mit erheblicher Verspätung nach Österreich reisen. Als sich der Neuzugang, der später im Zuge der Erpressungs-Causa von Manipulationsvorwürfen entlastet wurde, dann voll auf „sein neues Leben“ in Salzburg konzentrieren wollte, folgte der nächste Rückschlag. Ausgerechnet im letzten Testspiel vor der Meisterschaft zog sich da Silva einen Kreuz- und Außenbandriss zu. Der Brasilianer fehlte den Salzburgern nicht nur im Frühjahr, im Herbst gab der 27-Jährige erst am 16. Spieltag beim 6:0-Schützenfest gegen Kapfenberg sein Debüt.

 

Nastassia Mironchyk-Ivanova

Um Haaresbreite am großen Meilenstein vorbei. Im Fall von Weitspringerin Nastassia Mirontchyk-Ivanova könnte diese Aussage treffender nicht sein. Es war eine der kuriosesten Meldungen in diesem Sportjahr 2011. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu sprang die Weißrussin im Finale 6,90 Meter. Die Goldmedaille und der Siegercheck von 60.000 Dollar waren Mirontchyk-Ivanova praktisch sicher, keine sprang weiter. Doch eben nur praktisch. Und nicht ein Übertritt machte der Europäerin einen Strich durch die Rechnung, sondern – ihr Haar! Weil der Pferdeschwanz der Brünetten einen Abdruck im Sand hinterließ, wurde dieser – dem Reglement entsprechend – für die Weitenmessung hergenommen. Die US-Amerikanerin Brittney Reese (6,82 Meter) scheint übrigens im Jahresrückblick 2011 in der Kategorie „Glücksritter“ auf, „erbte“ sie doch Gold. Mirontschyk-Ivanova wurde mit ihrem zweitbesten Sprung (6,74) – richtig geraten – Vierte…

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