Aufgeben ist für diese Sportler ein Fremdwort

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Die Karriere eines Spitzensportlers kann durch unterschiedliche Ereignisse unterbrochen werden oder einen Dämpfer erhalten. Eine schwere Verletzung oder ein umstrittenes Doping-Urteil sind nur zwei Gründe. Der freiwillige Rücktritt mit anschließender Rückkehr ein weiterer.

Die Arbeit am Comeback ist hart und gelingt nicht immer. Die nachfolgenden Sportler stehen stellvertretend für viele ihrer (Leidens)genossen. Für sie ist "aufgeben" ein Fremdwort und LAOLA1 zieht den Hut:

 

Matthias Lanzinger

Matthias Lanzinger ist zurück auf den alpinen Rennstrecken dieser Welt, und wie! Nur wenige Wochen nach seinem ersten Antreten beim IPCAS-Slalom in Landgraaf, bei dem er als Dritter auf Anhieb das Podium erklimmen konnte, feierte der 31-jährige Salzburger Mitte Dezember beim Europacup-Riesentorlauf in Kühtai seinen ersten Sieg. Tage später feierte der ehemalige Weltklasse-Läufer sein "Comeback" im auf der ganz großen Skibühne. Beim Weltcup-Slalom der Herren in Flachau machte er als Vorläufer eine mehr als beachtliche Figur. In diesem Winter will Lanzinger sein amputiertes Bein in ausgewählten Rennen an die Belastungen gewöhnen und nächsten Winter voll einsteigen. Lanzinger musste zwei Tage nach seinem Sturz am 2. März 2008 beim Weltcup-Super-G in Kvitfjell der linke Unterschenkel amputiert werden.

Juan Martin del Potro

Juan Martin del Potro is back! Nach einer langwierigen Handgelenksverletzung fand sich der Argentinier zu Beginn des Jahres nur knapp in den Top 500 der Tennisweltrangliste wieder. Wenige Wochen später verbesserte sich der 22-Jährige mit Halbfinal-Einzügen in San Jose und Memphis auf Platz 166. Ende Februar war es dann soweit, Del Potro feierte in Delray Beach seinen ersten Turniersieg seit seinem Triumph bei den US Open 2009. Beim Sandplatz-Turnier in Estoril durfte er sich über seinen zweiten Titel 2011 freuen, ein dritter blieb ihm jedoch verwehrt. Bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle musste er sich in einem hochklassigen Endspiel dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga geschlagen geben. Mit dem argentinischen Davis-Cup-Team schaffte es der Comeback-Spieler des Jahres ebenfalls ins Endspiel, wo man Spanien unterlag. Die Saison 2011 beendete Del Potro auf Platz elf der Weltrangliste und wurde zu Recht als Comeback-Spieler des Jahres auf der ATP-Tour ausgezeichnet.

Andreas Ivanschitz

Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner holte Andreas Ivanschitz nach über zweieinhalbjähriger Abwesenheit ins österreichische Fußball-Nationalteam zurück. Sein bis dahin letztes Spiel im ÖFB-Dress hatte der 28-Jährige beim 0:2 in Graz gegen Schweden bestritten, in dem er bei seiner Auswechslung von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde. Der Mainz-Legionär dankte die Einberufung in seinem 50. Spiel im Teamdress mit einem Tor und einem Assist und führte Österreich zu einem 4:1-Erfolg über Aserbaidschan. Auch Neo-Teamchef Marcel Koller setzt auf das Können von Ivanschitz.

Ian Thorpe

Fünf Jahre Pause sind genug, dachte sich wohl Ian Thorpe, als er im Februar seine Rückkehr in den Schwimmsport verkündete. "Ich habe eigentlich nie richtig aufgehört zu schwimmen, aber jetzt tue ich mehr und es gefällt mir, wieder in Form zu kommen", begründete Australiens erfolgreichster Schwimmer aller Zeiten seine Entscheidung. Der 29-jährige Superstar will bei den Olympischen Spielen in London über 100 und 200 m Kraul sowie in den Staffeln um Medaillen schwimmen. Bei seinem Comeback-Rennen über 100 m Lagen in Singapur Anfang November landete Thorp unmittelbar hinter dem Österreicher Markus Rogan auf Platz sieben. Über 100 m Delfin verpasste er das Finale. Die ersten Kraulrennen seit 2004 verliefen ebenfalls nicht wie erhofft. Der fünffache Olympiasieger und elffache Weltmeister verpasste in Peking über 100 m als 15. das Finale klar. Bis zur angestrebten Qualifikation für die Olympischen Spiele wartet noch ein hartes Stück Arbeit.

Claudia Pechstein

Claudia Pechstein kehrte im Februar nach einer - ihrer Ansicht nach ungerechtfertigten - zweijährigen Dopingsperre in den Eisschnelllauf-Zirkus zurück. Bei ihrem Comeback in Erfurt unterbot die Deutsche auf Anhieb die Weltcup-Normen über 1.500 und 3.000 m. Damit durfte Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin beim Weltcup in Salt Lake City starten, wo sie sich prompt für die Weltmeisterschaften qualifizierte. In Inzell jubelte die fünffache Olympiasiegerin über Bronze im 5.000-m-Rennen, das sie als "wichtigste Medaille meiner Karriere" bezeichnete. Im November gewann Pechstein ihren ersten Titel seit der Sperre wegen erhöhter Blutwerte. Zum Auftakt der deutschen Meisterschaften erkämpfte sie über 3.000 m ihren insgesamt 14. nationalen Titel. Im übrigen sind die Gerichte noch immer mit der Frage beschäftigt, ob Pechstein zu Recht gesperrt wurde oder unter einer Blutanomalie leidet.

Eddie Gustafsson

Sonntag, 18. April 2010: Salzburg-Torhüter Eddie Gustafsson zieht sich bei einer übermotivierten Attacke von Lukas Kragl einen Schien- und mehrfachen Wadenbeinbruch zu. Neun Monate später stand der Schwede im Jänner im Testspiel gegen Spartak Moskau erstmals zwischen den Pfosten. Nach weiteren zwei Monaten gab der "Bullen"-Kapitän sein Comeback in der Bundesliga und blieb dabei ohne Gegentor. Der 34-Jährige wurde wieder ein sicherer Rückhalt für die Salzburger. Aktuell steht bei Salzburg zwar der Deutsche Alexander Walke im Tor, dennoch kann man nach einer derart schweren Verletzung von einem sehr gelungenen Comeback sprechen.

Sidney Crosby

Ein Traum-Comeback feierte Sidney Crosby im November. Der kanadische Stürmer-Star glänzte beim 5:0-Erfolg seiner Pittsburgh Penguins gegen Michael Grabners New York Islanders nach über zehn Monaten Verletzungspause mit zwei Toren und zwei Assists. Crosby konnte seit Anfang Jänner 2011 wegen Kopfschmerzen, Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen nach zwei harten Checks kein NHL-Spiel mehr bestreiten. Leider währte seine Rückkehr aufs Eis nur kurz. Drei Wochen später musste der 24-jährige Olympiasieger erneut eine Pause unbekannter Dauer antreten. Crosby machen die Folgen der zu Jahresbeginn erlittenen Gehirnerschütterung erneut zu schaffen.

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