Angekommen in anderer Welt

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Angekommen in einer anderen Welt

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In Österreichs Handball-Nationalteam sind einigen Jahren die Hermänner los.

Bei den beiden Rückraum-Zwillingen Max und Alex Hermann muss man schon ein wenig genauer hinschauen, um zu wissen, wer jetzt wer ist. Einfacher wird’s auf dem Feld, denn während Max mit links wirft, ist ein Alex ein Rechtshänder.

In Katar spielt das Brüderpaar aus Oberösterreich seine erste Weltmeisterschaft, wobei Max im rechten Rückraum bereits zum Stammpersonal zählt.

Mit einem Sieg am Freitag (17 Uhr MEZ) über Mazedonien möchten die beiden 22-Jährigen den zweiten Platz in Gruppe B fixieren.

Im LAOLA1-Interview spricht Max über lehrreiche und schmerzvolle Aspekte seiner WM-Premiere sowie die Erfüllung eines Traumes:

LAOLA1: Max, Teamchef Johannesson war recht unzufrieden über die schwache Schlussphase der ersten Halbzeit gegen den Iran (38:26; Anm). Aber ist es nicht irgendwo auch verständlich, dass bei einem derartig hohen Vorsprung die Spannung etwas nachlässt?

Max Hermann: Nein, so etwas darf einfach nicht passieren. Wir hatten uns fest vorgenommen, unser Spiel über die ganzen 60 Minuten durchzuziehen, was uns schließlich aber nicht gelungen ist. Da müssen wir noch an uns arbeiten.

Hermann: Was tut dir nach den vier WM-Partien bisher am meisten weh?

LAOLA1: Der Kiefer hat im Tunesien-Match schon etwas abbekommen, ist aber wieder in Ordnung. Aber nach vier Spielen spürt man nun mal den Körper. Es zwickt da und dort. So ein WM-Turnier ist sehr kräftezehrend. Von daher muss man schauen, dass man die Pausen bestmöglich zur Regeneration nutzt.

LAOLA1: Wie sieht regenerieren bei dir aus?

Hermann: Zur Massage gehen, sich behandeln lassen und wenn Zeit ist, auch mal im Whirlpool entspannen.

LAOLA1: War es gegen den nicht ganz so starken Iran möglich, ein bisschen Energie zu sparen oder geht das auf diesem Niveau nicht?

Hermann: Nein, das funktioniert nicht wirklich. Sicherlich hat Patti viel durchgewechselt, wodurch jeder spielte. Nichtsdestoweniger bleibt es schwierig, dass du da groß Kräfte sparst.

LAOLA1: Wir sind zwar noch mitten im Turnier, aber gibt es etwas, dass du schon jetzt als Lehre aus deiner ersten WM mitnimmst?

Hermann: Dass es noch einen Tick stressiger ist, als bei der EM vor einem Jahr. Hier lebst du in einer ganz eigenen Welt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Auch wenn das erste Spiel deshalb etwas schwierig war, glaube ich, dass wir mittlerweile recht gut in das Turnier hineingekommen sind.

LAOLA1: Deinem deutschen Klub Bergischer HC hast du lange Zeit verletzt gefehlt, kommst aber jetzt immer besser zurecht. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung dort?

Hermann: Mit dem BHC stehen wir generell recht gut da, haben 19 Punkte, auch wenn wir ein paar unglücklich liegen lassen haben. Mit dem zwölften Platz haben wir eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde. Für mich persönlich war es absolut die richtige Entscheidung. Obwohl ich verletzt war, hat mich die Mannschaft super aufgenommen.

LAOLA1: Wobei es wohl keine Selbstverständlichkeit ist, wenn man als junger Legionär bei seinem Klub länger verletzt ist…

Hermann: Ja, von daher bin ich froh, dass ich den Rückhalt hatte. Ich hatte da auch einen kleinen Vorteil, da ich mit Viktor (Szilagyi; Anm.) und im Vorjahr auch noch Richie (Wöss) als Ansprechpartner hatte. Das machte die Sache um viel leichter.

LAOLA1: Dass im Sommer dann auch noch dein Bruder Alex von West Wien zum Bergischen HC wechseln wird, ist auch ganz nach deinem Geschmack?

Hermann: Natürlich! Es war schon immer unser Traum, dass wir irgendwann einmal gemeinsam in Deutschland spielen. Ab nächster Saison geht der in Erfüllung.

LAOLA1: Bist du da bei Gelegenheit bei deinem Klub auch als Fürsprecher für deinen Bruder vorstellig geworden?

Hermann: Ich habe mich dort schon eingebracht, dass mein Bruder eine gute Alternative wäre. Als wir dann in der Vorbereitung gegen West Wien gespielt haben, haben sie vermutlich gesehen, dass er ein schneller und dynamischer Spieler ist. Ich bin froh, dass es geklappt hat.

 

Das Interview führte Reinhold Pühringer

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