Einstellung ist Mentalitätsfrage

Die Bereitschaft Profi zu werden und dem Sport alles unterzuordnen entscheidet am Ende, ob man es schafft oder nicht. Schlinger stellt dabei die „Mentalitätsfrage“. Sportübergreifend gelten die Österreicher oft als schnell zufrieden und nicht gerade als die härtesten Arbeiter. Eine Annahme, die der Balingen-Profi durchaus bestätigen kann.

„Oftmals lassen Österreicher die nötige Einstellung vermissen. Das gibt es zwar auch woanders, aber die Österreicher sind einfach ein bisschen gemütlicher. Sie wissen, woher sie kommen, und sind auch gern zu Hause. Sie schätzen das Leben, das sie haben, oftmals so sehr, dass sie dem sportlichen Ziel nicht immer alles unterordnen“, analysiert der gebürtige Wiener und nimmt sich bei seiner Expertise nicht aus.

„Bei mir war es so. Je älter ich wurde, umso mehr habe ich eigentlich untergeordnet. Plötzlich habe ich gesehen, was möglich wäre. Ich bin noch mehr Profi geworden, je älter ich wurde. Ich denke im Nachhinein schon, dass es schade ist, denn ich hätte vielleicht noch mehr erreichen können.“

Nächster Schritt - Ausland

Aus diesem Grund rät er seinen jungen Kollegen auch, bei Gelegenheit den Schritt ins Ausland zu wagen. Allerdings sollte man zuvor „in der Liga aufzeigen. Du musst zwar kein absoluter Führungsspieler sein, aber du solltest in der HLA für Furore sorgen. Denn du brauchst das Selbstvertrauen in deine Stärken, damit du diese im Ausland dann abrufen kannst.“

Einer, der in kürze den Schritt wagen sollte, ist der Harder Dominik Schmid. Durch seine ambitionierten Auftritte bei der Europameisterschaft in Dänemark hat sich der Rechtshänder mit Sicherheit in die Notizblöcke einiger Vereine gespielt.

„Für ihn kann in Österreich nichts mehr dazukommen. Er kann sich nicht mehr so wirklich weiterentwickeln, weil er mit Hard und auch persönlich schon alles erreicht hat. Er wurde in den letzten beiden Jahren Meister, ins All-Star-Team gewählt, im Nationalteam ist er gesetzt und hat eine tolle EM gespielt. Es gibt eigentlich keinen besseren Zeitpunkt für ihn.“

Am Dienstag gegen Deutschland kann sich der Vorarlberger erneut auf internationalem Parkett präsentieren, denn dann sitzen sicherlich wieder einige Scouts aus der Bundesliga auf der Tribüne. Ein weiterer Grund warum das Spiel gegen die DHB-Truppe für die Österreicher mehr als nur ein gewöhnlicher Test ist.

Sebastian Rauch

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