Volle Konzentration auf das letzte Saisonziel

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Für Österreichs Handball-Herren wird es nochmals richtig ernst.

Während Klubkollegen im wohlverdienten Urlaub bereits die Seele baumeln lassen, heißt es für die Nationalspieler nochmals letzte Reserven zu sammeln und mit höchster Konzentration die Aufgabe WM-Qualifikation zu begehen.

Große Motivation für letzte Aufgabe

Im Duell mit Norwegen kämpfen Kapitän Viktor Szilagyi und seine Mitspieler am Samstag in Wien und eine Woche darauf im hohen Norden um die Teilnahme am Turnier 2015 in Katar. Auch wenn für viele, wie den Spielmacher selbst, die Saison von hohen Strapazen samt Abstiegskampf geprägt war, blickt der 35-Jährige dem letzten Saison-Highlight mit großer Vorfreude entgegen.

„Wir haben eine wahnsinnig gute Stimmung in der Mannschaft und alle das Ziel, die Saison positiv zu beenden. Wir haben uns diese Playoff-Spiele über die Leistungen der letzten Jahre erarbeitet und jetzt wollen wir die Früchte ernten. Natürlich spürt man die Saison, es waren zuletzt sehr harte Spiele und Wochen, aber wir haben noch ein Ziel und wir arbeiten fieberhaft daran, die Qualifikation zu schaffen“, mobilisiert der Routinier nochmals alle Kräfte.

Körperlich robuste Nordmänner

Diese wird die Mannschaft auch brauchen, wartet mit den Skandinaviern doch eine körperlich sehr starke Mannschaft, die vor allem über die Physis zu beeindrucken weiß.

„Sie spielen eine sehr aggressive Abwehr mit einem hohen Maße an Körperspiel und haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Wilden. Das ist sicher keine leichte Aufgabe, aber wir sind auf Augenhöhe“, analysiert Szilagyi die Nordländer.

Die große Waffe der Norweger ist neben der körperlichen Präsenz das schnelle Umschaltspiel.

„Ich habe die letzten elf Spiele der Norweger analysiert und wenn ich zum Beispiel den Sieg gegen Dänemark heranziehe, haben sie in diesem Duell 15 Tore aus erster und zweiter Welle erzielt. Das ist ihre ganz große Stärke und da müssen wir in der Rückzugsbewegung schnell sein und im Angriff technische Fehler vermeiden“, lautet die Analyse von Teamchef Patrekur Johannesson.

Ausfälle kompensieren

Dabei muss der Isländer auf Roland Schlinger und Max Hermann verzichten, die beide verletzungsbedingt absagen mussten. Für Schlinger sollen Alex Hermann und Dominik Schmid einspringen und Lukas Mayer sowie Janko Bozovic könnten die halbrechte Position einnehmen.

„Alex Hermann hat mir gegen Slowenien gut gefallen und war sehr mutig. Bei Dominik Schmid merkt man die Müdigkeit, aber da werden wir die richtige Mischung finden bezüglich Training und Regeneration. Er hat bei der EM bereits gezeigt, wie gut er spielen kann“, so Johannesson.

Mehr Sorgen bereiten ihm die Linkshänder, die zwar offensiv durchaus Qualität mitbringen, die Rolle in der Defensive aber im Test gegen Slowenien noch nicht so ausgefüllt haben, wie sich das der Teamchef vorstellt.

„Mit ihrer Leistung in der Abwehr war ich nicht zufrieden. Aber es gibt immer wieder Ausfälle, das gehört dazu. Wir werden Lösungen finden.“

Bei Mayer kommt erschwerend hinzu, dass er seit über einem Monat keine Wettkampfpraxis mehr hat. Aufgrund des Ausscheidens der Bregenzer im Viertelfinale datiert das letzte Spiel des Linkshänders vom 28. April.

Ziura als Lösung

Sollte der Isländer keinem seiner beiden Linkshänder das Vertrauen schenken, würde eine alte Variante zum Tragen kommen. Eine Variante, auf die Johannesson selbst aber auch all seine Vorgänger vor ihm bereits mehrfach zurückgegriffen haben.

Österreich würde im Rückraum mit drei Rechtshändern beginnen. Aller Voraussicht nach kommt diese Rolle wieder einmal Vytas Ziura zu, der diese bereits in vielen Länderspielen aufgrund mangelnder Alternativen ausgefüllt hat.

Was wird mit „Kiwi“?

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz des eingebürgerten Romas Kirveliavicius. Sollten die notwendigen Papiere vom Ministerium rechtzeitig ausgestellt werden, wäre der gebürtige Litauer auch eine Option im rechten Rückraum. Bei den Fivers muss „Kiwi“ auch immer wieder auf die ihm ungewohnte rechte Seite ausweichen.

"Er kann Angriff und Verteidigung spielen. Sollte er spielberechtigt sein, wäre das für uns eine große Verstärkung", hofft der 41-Jährige auf seinen neuen Schützling, der anstatt in Urlaub zu fahren, die Vorbereitung in Bad Tatzmannsdorf mitgemacht hat, um im Idealfall sein erstes Länderspiel für Österreich zu bestreiten.

Auch wenn die Knochen von einer langen und strapaziösen Saison bereits müde sind.

Sebastian Rauch

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