Johannesson verlängert bis zur möglichen Heim-EM

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Am Samstag entscheidet die Europäische Handballföderation über die Vergabe der Männer-Europameisterschaft 2020, doch eine richtungsweisende  Entscheidung für den Österreichischen Handball Bund ist bereits jetzt getroffen:

Teamchef Patrekur Jóhannesson verlängert seinen Vertrag vorzeitig bis Juni 2020.

Erstmalige sportliche EM-Quali

Im Sommer 2011 hat Jóhannesson sein Amt als österreichischer Teamchef angetreten und die Mannschaft seitdem enorm weiterentwickelt. Mit der Qualifikation für die Europameisterschaft 2014, als man in der Quali-Gruppe mit nur einer Niederlage den zweiten Platz belegte, sorgte der Isländer für einen Meilenstein in der Handball-Geschichte dieses Landes.

Noch nie zuvor hatte sich eine rot-weiß-rote Auswahl auf sportlichem Wege für eine EM qualifiziert. In Dänemark erreichten die Österreicher dann sogar die Hauptrunde und belegten am Ende den 11. Platz.

Jugendkonzept fruchtet

Weiters überzeugte die Johannesson-Truppe in der WM-Qualifikation und schaltete auf dem Weg nach Katar im Playoff Norwegen aus und ist somit zum vierten Mal in fünf Jahren für ein Großereignis qualifiziert.

Der 42-Jährige setzt seit Jahren auf die richtige Mischung aus erfahrenen Leitwölfen wie Kapitän Viktor Szilagyi, Vytas Ziura oder Torhüter Nikola Marinovic sowie jungen Spielern, die in Zukunft das Ruder übernehmen sollen.

Talente wie Raul Santos (Jg. 1992) oder Alex und Max Hermann (Jg. 1991) sind bereits Stammspieler, weitere junge Spieler drängen nach. Im Kader für den nächsten Lehrgang im September befinden sich elf Spieler aus den Jahrgängen 1991 und jünger, darunter auch fünf Akteure aus dem aktuellen Team94, das bei der Heim-Europameisterschaft Platz 6 erobert hat.

"Mein Plan bezieht sich prinzipiell immer auf die tägliche Trainingsarbeit und die nächsten Spiele. Aber mir ist klar, dass alte Spieler irgendwann aufhören und wir das Team allmählich umbauen", kennt der Teamchef seine künftigen Aufgaben.

Vertrag bis 2020 verlängert

Eine weitere Aufgabe, neben der Weiterentwicklung der jungen Spieler, ist die Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2020, die man gemeinsam mit Schweden und Norwegen in Österreich austragen möchte. Spielorte in Österreich wären die Wiener Stadthalle und die Grazer Messehalle. Das Finale würde dann in Stockholm stattfinden und zum ersten Mal würden auch 24 Teams an einer EM teilnehmen.

Um vor heimischer Kulisse gut aufzutreten und eventuell mit einem tollen Ergebnis einen weiteren Meilenstein für das österreichische Handball zu setzen, wurde der Vertrag des Isländers auch vorzeitig um fünf Jahre bis Juni 2020 verlängert. Somit hat er die Möglichkeit in aller Ruhe eine schlagfertige Mannschaft zu formen.

„Ich habe nicht viel Zeit gebraucht, um zu überlegen, ob ich das Angebot vom ÖHB annehmen werde, weil ich mich sehr wohl in diesem Team mit den Spielern, Betreuern, Mitarbeitern, dem Vorstand und dem Umfeld fühle. Der Vertrag geht über fünf Jahre, das zeigt das gegenseitige Vertrauen vom Vorstand und von meiner Seite. Wenn beide Seiten zufrieden sind, ist es einfach, weiter zusammenzuarbeiten. Wir haben gemeinsam Erfolg gehabt und daher ist es logisch, dass wir weiter arbeiten wollen. Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich weiter Nationaltrainer von Österreichs Handball-Männerteam sein darf.“

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