Ein Urgestein erklärt Rücktritt

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"Es ist ein endgültiger Abschied"

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Das österreichische Nationalteam ist um einen seiner Führungsspieler ärmer.

Kreisläufer Patrick „Paco“ Fölser beendet nach 213 Einsätzen und 561 Toren für „Rot-Weiß-Rot“ seine Karriere in der Nationalmannschaft. Mit dem Oberösterreicher erklärt der Feldspieler mit den meisten Teameinsätzen in der ÖHB-Geschichte seinen Rücktritt. Lediglich Ewald Humenberger (246 Spiele) hat öfter das Teamtrikot getragen.

„Irgendwann muss man auch aufhören können, daher habe ich den Entschluss gefasst, meine Nationalteamkarriere zu beenden. Wenn der Körper einem mit fast 36 Jahren Signale sendet, dann sollte man auf ihn hören“, begründet der 35-Jährige, der 1996 gegen Italien sein Debüt in der österreichischen A-Auswahl gefeiert hatte, seinen Entschluss.

Posch nun in der Pflicht

Sein Rückzug aus der Nationalmannschaft ist aber kein Abschied vom Handball an sich. Der Routinier, der gemeinsam mit Viktor Szilagyi und Conny Wilczynski eine der Identifikationsfiguren im Team war, wird weiterhin bei seinem Verein Westwien auf Torejagd gehen.

„So alt bin ich nun auch wieder nicht, dass ich das Handballspielen schon komplett lassen muss“, sagt Fölser, der bei den Hauptstädtern noch bis 2014 unter Vertrag steht, mit einem Lachen.

Der gebürtige Linzer hinterlässt jedoch im Nationalteam auf der Kreisposition eine große Lücke, die nun in erster Linie von Fabian Posch (24), der beim ULZ Schwaz unter Vertrag steht, geschlossen werden soll.

„Wir arbeiten seit 2010 mit Fabian an der Nachfolge Pacos als erster Kreis. Schön langsam tragen diese Bemühungen auch Früchte. Er hat in der Vergangenheit, wie zum Beispiel beim Goldgas Cup gegen Slowenien, bereits sehr ansprechende Leistungen gezeigt. Körperlich ist er sicherlich unsere Nummer eins, dahinter werden wir sehen wie sich Christoph Edelmüller bewährt. Aber es ist natürlich nicht leicht, einen Spieler mit dieser Klasse und Erfahrung zu ersetzen“, nimmt Generalsekretär Martin Hausleitner nun Posch in die Pflicht.

Fölser in einem Länderspiel gegen Deutschland 2002

Edelmüller Debüt, Fölser Abschied

Der angesprochene Edelmüller wird am 31. Oktober in Linz gegen Bosnien-Herzegowina sein Teamdebüt feiern. Der Kapitän der Fivers wurde in den letzten Jahren trotz ansprechender Leistungen in der Liga von mehreren Teamchefs übergangen. Mit dem Rücktritt Fölsers tut sich für den mittlerweile 31-jährigen Wiener die Chance auf, im Nationalteam nochmals anzugreifen.

Wenn Edelmüller also erstmals für die rot-weiß-rote Auswahl auflaufen wird, soll das Spiel in Linz als Bühne für den Abschied Fölsers dienen.

Der 35-Jährige wird in seiner Heimatstadt offiziell verabschiedet werden. Der Kreisspieler wird aber nicht mehr auflaufen, sondern soll vor dem Spiel geehrt werden. Eine Art Abschiedsspiel stand für den Westwien-Profi nie zur Debatte.

„Das ist ein offizielles Spiel und da geht es um Punkte. Daher sollte da niemand mitspielen, der entschieden hat aufzuhören und vielleicht noch ein letztes Mal ein bisschen winken will. Das ist mir nicht wichtig. Die Mannschaft muss gegen Bosnien-Herzegowina gewinnen und wenn das eintritt, ist das für mich genug.“

Arbeit im Marketing

Künftig wird der Oberösterreicher in der Marketingabteilung des ÖHBs mitarbeiten und vor allem für die Sponsorenbetreuung zuständig sein. Dieser Tätigkeit geht der Ex-Nationalspieler schon länger nach, erstmals wird er aber ein Spiel von außen und nicht mehr vom Spielfeld aus miterleben.

„Meine Aufgabe ist es, das Event in Linz zu mitzuorganisieren und mein Bestes dazu beizutragen, dass genug Leute in die Halle kommen und alles reibungslos über die Bühne geht“, beschreibt er sein Aufgabengebiet.

Fölser stand immer für Kampf und Einsatz

Nicht als Nachwuchstrainer aktiv

Beim ÖHB wird versucht, ehemalige Teamspieler in die Betreuung der Jugendmannschaften einzubinden. So soll David Slezak das Flügeltraining übernehmen. Für den scheidenden Kreisspieler ist die jedoch nicht vorgesehen.

„Es hat zwar Gespräche gegeben, jedoch liegt das nicht ganz in seinem Interessensgebiet. Er arbeitet derzeit zwar noch mit den jungen Kreisspielern, längerfristig ist das aber nicht geplant“, so Hausleitner.

Auch eine eventuelle Rückkehr des scheidenden Führungsspielers ist nicht geplant, sollte sich Posch nicht so entwickeln wie vorgesehen. Zwar wollte Hausleitner diesbezüglich eine Hintertür offen lassen, Fölser schlug diese aber in abschließenden Gesprächen zu.

„Ich wurde zwar gebeten, wenn alle Stricke reißen noch zur Verfügung zu stehen, doch dafür müssten sich schon vier, fünf Kreisläufer verletzen. Das wird nicht passieren. Für mich ist es ein endgültiger Abschied.“

Sebastian Rauch

Name Verein
BAUER, Thomas TV Neuhausen
EDELMÜLLER, Christoph HC Fivers WAT Margareten
HERMANN, Alexander SG WESTWIEN
HERMANN, Maximilian HIT Tirol
LASSNER, Andreas ULZ Schwaz
MARINOVIC, Nikola HSG Wetzlar
MAYER, Lucas Bregenz Handball
POSCH, Fabian ULZ Schwaz
SANTOS, Raul Union Leoben
SCHLINGER, Roland HBW Balingen Weilstetten
SCHMID, Dominik HC Hard
SZILAGYI, Viktor Bergischer HC
WAGESREITER, Markus SG WESTWIEN
WEBER, Robert SC Magdeburg
WILCZYNSKI, Konrad SG WESTWIEN
ZIURA, Vytautas HC Fivers WAT Margareten
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