ÖHB-Team: Fünf Gründe für den Höhenflug

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Österreichs Handball-Herren haben das Tor für die EM-Endrunde 2014 in Dänemark ganz weit aufgestoßen.

Mit drei Punkten aus zwei Spielen gegen den Vize-Europameister Serbien (Hier geht’s zum Spielbericht)  behauptet die ÖHB-Mannschaft den zweiten Platz der Gruppe 7 hinter Russland und kann sich erstmals sportlich für eine Europameisterschaft qualifizieren.

Hierfür müssten die Österreicher das Auswärtsspiel am 13. Juni gegen die bislang punktelose Auswahl aus Bosnien-Herzegowina gewinnen. Sollte gleichzeitig Russland gegen Serbien vor heimischer Kulisse zwei Punkte holen, wäre dem rot-weiß-roten Team Platz zwei, der für die Qualifikation berechtigt, nicht mehr zu nehmen.

Doch was macht die österreichische Herren-Nationalmannschaft in dieser Qualifikation so stark, dass man sich mit Handball-Nationen wie Serbien und Russland messen kann? LAOLA1 nahm die Arbeit von Teamchef Patrekur Johannesson unter die Lupe und arbeitete fünf Eckpfeiler des Erfolgs heraus.

Flügelzange

Österreichs Außenspieler Robert Weber und Raul Santos haben das Prädikat Weltklasse nach den Vorstellungen gegen Serbien durchaus verdient. Die beiden Flügel gehören in Sachen Gegenstoß durch ihre Geschwindigkeit und ihren sicheren Abschluss, wohl zu dem Besten, was die Handball-Szene derzeit zu bieten hat. Beide verfügen zusätzlich über ein gutes Wurfrepertoire, wobei Santos teilweise noch zu lässig mit seinen Chancen umgeht. Dennoch zeigt der ehemalige Leobener bereits jetzt, dass der Wechsel in die deutsche Bundesliga zu Gummersbach Anfang des Jahres einen weiteren Schub in seiner Entwicklung gebracht hat. Weber ist ohnehin seit Jahren in der stärksten Liga der Welt unter den Besten seines Faches zu finden und erzielte gegen Serbien im Übrigen sein 400. Tor im österreichischen Nationalteam.

Viktor Szilagyi

Der Spielmacher ist noch immer das Um und Auf im österreichischen Angriff. Seit seinem Wechsel in die zweite Bundesliga zum Bergischen HC wirkt der mittlerweile 34–Jährige ausgeruhter und wieder spritziger als noch zu seinen Zeiten bei Flensburg und Gummersbach. Der Kapitän ist für die Überraschungsmomente zuständig und übernimmt die Verantwortung, wenn ein Leader gebraucht wird. Durch seine Erfahrung verfällt er bei knappen Spielen nicht in Panik und kann auch in hitzigen Situationen den Überblick bewahren. Seine spielerischen als auch führungstechnischen Qualitäten sind für den Teamchef unverzichtbar.

Abwehr

Gegen Serbien haben Abwehrchef Markus Wagesreiter und seine Kollegen gezeigt, wie wichtig eine solide Deckung im internationalen Vergleich ist. Vor allem im Rückspiel hatte der hochkarätig besetzte serbische Rückraum oft keine Ideen und biss sich an der 6:0-Deckung der Gäste die Zähne aus. Aber auch die 5:1 mit dem vorgezogenen Vytas Ziura, die damals noch von Dagur Sigurdsson eingeführt wurde, ist eine funktionierende Waffe. Der Fivers-Akteur ist durch seine Aggressivität und den Spielinstinkt kombiniert mit schnellen Beinen der wichtigste Bestandteil der österreichischen Defensive. Mit Nikola Marinovic hat man außerdem einen Torhüter in den eigenen Reihen, der an guten Tagen auch für Weltklasse-Spieler ein unüberwindbares Hindernis darstellen kann.

Mannschaftsgefüge

Die Truppe ist eine eingeschworene Einheit und präsentiert sich sowohl in, als auch außerhalb der Halle als solche. Die Mischung aus routinierten Spielern, gepaart mit jungen Wilden, funktioniert. Im Doppel gegen Serbien hat die Mannschaft bei Rückstand eindrucksvoll ihren Charakter bewiesen und der Öffentlichkeit gezeigt, dass österreichische Auswahlen auch durch Kampf und Einsatz bestechen können. Der Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen in die Stärken des Mitspielers gehören zu den wichtigsten Eckpfeilern im Erfolgskonzept von Trainer Johannesson.

Der Trainer

Last but not least muss auch dem Isländer ein Kompliment gemacht werden. Durch seine offene und menschliche Art passt er perfekt zu den Charakteren, mit welchen er es im Nationalteam zu tun hat und trägt somit zur guten Stimmung im Team bei. Seine taktischen Maßnahmen und die akribische Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner beweisen seinen Sachverstand und sein taktisches Know-How. Seine Ein- bzw. Auswechslungen mögen für Außenstehende zwar nicht immer ganz nachvollziehbar sein, aber der Erfolg gibt dem 40-Jährigen Recht. Nach der eher durchwachsenen Zusammenarbeit mit dem Schweden Magnus Andersson hat der ÖHB in der Auswahl Johannessons einen Glücksgriff getätigt und offensichtlich einen adäquaten Ersatz für Dagur Sigurdsson gefunden.

Sebastian Rauch

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