Gegen Schweden unter Zugzwang

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Das Handball-Nationalteam der Frauen steht diese Woche in der EM-Qualifikation ausgerechnet gegen Vize-Europameister Schweden unter einem großen Erfolgszwang.

Nach den Niederlagen in Gruppe 5 im Oktober daheim gegen Tschechien (26:36) und in Slowenien (28:29) sind die Chancen auf einen Platz unter den ersten zwei und den Aufstieg drastisch gesunken.

Über eine außergewöhnliche Mannschaftsleistung sollen gegen die Schwedinnen die verlorenen Punkte wettgemacht werden.

Effizienz gefragt

"Es ist gut, dass wir das erste Spiel daheim haben", meinte ÖHB-Teamchef Herbert Müller am Montag bei einer Pressekonferenz in der Südstadt zur Partie am Donnerstag (20:20 Uhr) in Krems.

"Gegen so einen Gegner müssen wir unsere einzige Chance daheim nutzen. Die lassen nicht zweimal einen 'Lucky Punch' zu."

Die Skandinavierinnen sind mit klaren Siegen in Tschechien und daheim gegen Slowenien in die Vierer-Gruppe gestartet.

Comeback von Spiridon

Müller hofft, dass seine Truppe über sich hinauswächst. Dabei kann er im Gegensatz zum Turniersieg im November in der Londoner Olympia-Halle, der mit mehrheitlich jungen Spielerinnen errungenen worden ist, auf zwei routinierte Stützen zurückgreifen.

Simona Spiridon ist nach eineinhalbjähriger, verletzungsbedingter Teampause wieder dabei.

Sie spielt bei Zwenigorod in Russland ständig auf hohem Niveau. Top-Scorerin Katrin Engel war am Montag gesundheitlich zwar noch leicht angeschlagen, soll aber spielen.

Import aus Deutschland

Dazu kommt mit Melanie Hermann eine neue Teamspielerin. Die 22-Jährige ist Torfrau des deutschen Erstligisten Frankfurt HC und kam binnen weniger Monate zu einem österreichischen Pass.

"Meine Mutter ist Kärntnerin", erklärte Hermann. "Bei einem Gespräch mit Freunden kam daher die Idee, es mit dem österreichischen Nationalteam zu versuchen."

Zum Jahresende gastierte sie mit Frankfurt bei Müllers Club Thüringer HC, dann ging alles recht schnell. Ob Hermann gleich Nummer eins im Tor ist, ist offen.

Schlag auf Schlag

Unabhängig davon ist für Müller ein Punktgewinn gegen die Schwedinnen nur über das Kollektiv, mit Aggressivität und einer starken taktischen Leistung möglich.

Daher sind die Spielerinnen bereits mit Videomaterial über Schwedens Team konfrontiert worden. Nach dem "Hinspiel" bleibt nur wenig Zeit zur Analyse.

Denn schon am Samstag um 14:00 Uhr steht in Norrköpping die zweite Partie gegen den Gruppenfavoriten auf dem Programm. In den rund 40 Stunden zwischen den Spielen ist Regeneration angesagt.

Egal, wie der Gegner heißt

Müller hofft, dass Schweden sein Team unterschätzt: "Wir müssen es schaffen, sie zu überraschen." Sonja Frey als große Hoffnung im ÖHB-Getriebe setzt stark aufs Mentale.

"Wir müssen an uns glauben. Es muss egal sein, dass es gegen Schweden geht." Ab Sommer wird die 18-Jährige bei Thüringen spielen und damit für sich und das Team einen weiteren Schritt setzen.

Im August hat die Fivers-Spielerin mit dem U19-ÖHB-Team in den Niederlanden mit dem unerwarteten Bronzemedaillen-Gewinn gezeigt, was möglich ist.

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