Das vertraute Gefühl des Alex Hermann

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Für Alexander Hermann sind die Aufenthalte beim Nationalteam praktisch noch neu. Dennoch haben sie etwas Vertrautes.

Kein Wunder, kann sich doch das aufstrebende Talent das Zimmer mit seinem Zwillingsbruder Maximilian teilen. Zeit mit ihm zu verbringen - etwas, das dem 21-Jährigen seit Maximilians Wechsel von Linz nach Innsbruck doch abgegangen ist.

Dass sie sich wie ein Ei dem anderen gleichen, stiftet nicht nur bei diversen ÖHB-Funktionären, sondern auch bei den Gegnern Verwirrung. Im Spiel unterscheiden sie sich allerdings in einem nicht ganz unwesentlichen Detail: der Wurfhand.

Während Alex mit Rechts abzieht, ist Maximilian Linkshänder. Ein Vorteil, denn so gehen sich die beiden im Kampf um Spielzeit im Nationalteam weitgehend aus dem Weg.

Hinter Schlinger

Im Auswärtsspiel in der WM-Qualifikation gegen Israel (18:15 Uhr) werden die Zwillinge wohl nur wenig Verwirrung stiften dürfen. Denn noch sind andere im Nationalteam erste Wahl.

Vor allem Alex hat mit Roland Schlinger im linken Rückraum praktisch ein nationales Denkmal vor sich. „Teamchef Patrekur Johannesson bringt mich meist zur Entlastung, damit kann ich dem Team weiterhelfen. Diese Rolle ist okay für mich“, meint der flinke Distanzschütze.

Gegen Großbritannien tauchte Alex zuletzt sogar auf einer für ihn eher ungewohnten Position auf. Durch die Verletzung von Conny Wilczynski und die leichte Erkrankung von Raul Santos musste er als linker Flügel in die Bresche springen. „Klar kann ich die Position auch spielen, aber im Rückraum fühle ich mich dann doch wohler.“

Johannessons Handschrift

Dass den Hermann-Brüdern im ÖHB-Rückraum die Zukunft gehört, scheint wohl auch Teamchef Johannesson bewusst zu sein. Der Isländer nimmt seine „Küken“ deshalb im Training öfters zur Seite, gibt ihnen Tipps.

„Er meinte, dass ich noch an meiner Ruhe im Spiel und der Übersicht arbeiten muss. Auch körperlich muss ich noch zulegen.“

Zwar ist Johannesson noch nicht lange ÖHB-Teamchef, dennoch ist seine Handschrift zumindest in der Trainingsarbeit bereits erkennbar. „Er legt sehr viel Wert auf Technik, hält nicht stur am System fest, sondern möchte auch, dass wir selbst oder in Kleingruppen Lösungsvorschläge erarbeiten.“

Maximilian und Alexander Hermann Seite an Seite im Nationalteam

Und typisch Nordländer: Disziplin wird groß geschrieben. „Da macht er keinen Unterschied zwischen Alt und Jung.“

Linzer Gipfelsturm

Mit Siegen über Israel könnte das ÖHB-Team den Aufstieg in das WM-Quali-Playoff fixieren. Für Alex („Die Chancen stehen gut“) würde dies das nächste Kapitel in einer bereits verheißungsvoll verlaufenden Saison darstellen. Denn mit seinem Klub, dem HC Linz AG, surft er derzeit auf der Welle des Erfolgs.

Mit unglaublichen acht Siegen in Serie manövrierten sich die Stahlstädter, denen Experten zu Saisonstart als Maximum das Erreichen des Meister-Playoffs zugetraut haben, auf dem zweiten Tabellenplatz, punktegleich mit Leader Krems.

Eine Erklärung, warum ihnen plötzlich so der Knopf aufgegangen ist, hat der Shooter, der mit 86 Toren zweiterfolgreichster Werfer seines Teams ist, nicht. Wohin der Lauf noch führen kann, werde wohl das Ende der Länderspielpause zeigen. „Ich hoffe, dass wir nach der Unterbrechung wieder dort anschließen können, wo wir aufgehört haben“, träumt Alex von einer Teilnahme am Playoff-Halbfinale und somit von einem völlig neuen Gefühl.

Reinhold Pühringer

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