Magelinskas zurück zur alten Wirkungsstätte

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West Wien ist auf der Überholspur.

Nach den HLA-Siegen gegen Linz und Schwaz und dem Cuperfolg gegen Krems behielt der Traditionsklub am Mittwoch in der Südstadt auch gegen Bregenz die Oberhand.

Der Grund für den plötzlichen Aufschwung der Mannschaft um Neo-Manager Conny Wilczynski ist schnell gefunden. Nach nur vier Spieltagen musste Trainer Gerald Grabner den Hut nehmen und für den ehemaligen Fivers-Coach Romas Magelinskas Platz machen.

Seit der gebürtige Litauer das Amt des Übungsleiters übernommen hat, haben die Grün-Weißen keinen Punkt mehr abgegeben.

Nun kommt es am Samstag zum Wiener Derby mit dem amtierenden Meister Fivers. Für Magelinskas aufgrund seiner Vergangenheit bei den Margaretnern ein ganz besonderes Spiel.

Bei LAOLA1 spricht der 43-jährige West-Wien-Coach über seine Rückkehr zu alter Wirkungsstätte, den Erfolgslauf mit West Wien und seinen Abschied von den Fivers.

LAOLA1: Romas, wie erklärst du dir den aktuellen Lauf und auch den Sieg über Bregenz?

Magelinskas: Keine Ahnung. Die Mannschaft bekommt immer mehr Selbstvertrauen, auch wenn das Spiel gegen Bregenz noch nicht das Leistungsmaximum war und wir durchaus noch Potential nach oben haben. Die Deckungsleistung war nicht die beste, aber die Spieler vertrauen einander und das ist sehr wichtig. Am Anfang waren die Spieler sehr eingeschüchtert und unsicher. Das wird immer besser und das gegenseitige Vertrauen in die Leistungsfähigkeit ist da. Wenn einer in der Deckung zum Einsatz kommt, glauben auch die anderen, dass er der Anforderung gewachsen ist. Die Mannschaft ist ohnehin gut und jetzt müssen wir noch unser Zusammenspiel weiterentwickeln.

LAOLA1: Du hast die Mannschaft von Gerald Grabner übernommen. Unter ihm ist der Mannschaft nicht viel gelungen, man hat aus vier Spielen nur einen Punkt geholt. Seit du auf der Trainerbank sitzt, habt ihr alles gewonnen. Was machst du anders als dein Vorgänger?

Magelinskas: Mir persönlich ist es wichtig, dass wir nicht als Einzelspieler auftreten, sondern als Mannschaft agieren. Ich versuche meine Spieler von Tag zu Tag besser kennenzulernen und zu testen, welchen Anforderungen sie gewachsen sind. Wen kann ich in den wichtigen und spielentscheidenden Situationen bringen und wer ist noch nicht so weit. Man muss den Spielern auch ihre Pausen geben und das habe ich am Anfang bei Grabner nicht gesehen. Das war eines der Dinge, die ich sofort ändern musste. Ein Spieler kann nicht 60 Minuten durchspielen, er braucht seine Pausen, sonst ist die Belastung zu hoch.

Von 2002 bis 2010 trainierte Magelinskas die Fivers

LAOLA1: Conny Wilczynski ist Spieler und gleichzeitig ihr Vorgesetzter als geschäftsführender Manager von West Wien. Wie schwierig ist diese Situation für dich als Trainer?

Magelinskas: Das stellt für mich kein Problem dar, denn ich kenne den Conny schon lange. Er kann seine Funktion als Spieler und Manager sehr gut auseinanderhalten. Wenn ich mit ihm schimpfen muss, akzeptiert er das genauso wie ich, wenn er mich in seiner Rolle als Manager schimpft.

LAOLA1: Am Samstag geht es in die Hollgasse zu den Fivers. Das ist doch sicher ein besonderes Spiel für dich?

Magelinskas: Ja, ein Heimspiel (lacht).

LAOLA1: Wie ist die Gefühlslage, wenn du jetzt daran denkst, dass du an deine alte Wirkungsstätte zurückkehren wirst?

Magelinskas: Das kann ich jetzt noch nicht beantworten, denn ich muss erst in der Halle stehen. Dann wird sich zeigen, was für Gefühle hochkommen. Aber ich werde voll konzentriert in das Spiel gehen und habe eventuell einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Trainern, weil ich die Mannschaft sehr gut kenne und meinen Spielern Tipps geben kann.

LAOLA1: Du hast die Fivers acht Jahre lang trainiert und nach fünf Vizemeistertiteln verlassen. In der darauffolgenden Saison wurde dein Nachfolger Peter Eckl mit den Margaretnern Meister. Hast du damals den Verein freiwillig verlassen?

Magelinskas: Wir sind im Guten auseinandergegangen. Ich haben auch bis zu meinem Engagement bei West Wien sehr viel Kontakt mit den Fivers gehabt und nach dem ersten Sieg mit meiner neuen Mannschaft habe ich sehr viele SMS mit Glückwünschen von ihnen bekommen. Es war damals sehr schwer zu gehen, weil ich nicht erreichen konnte, was ich bei meinem Amtsantritt als Ziel gesetzt hatte, nämlich Meister zu werden. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass überlegt wird, ob das am Trainer liegt. Wenn die Mannschaftsführung beginnt so zu denken, ist das für mich ein Zeichen, selbst den Hut zu nehmen.

LAOLA1: Sollte deine Mannschaft in der Hollgasse gewinnen, wäre es eine Genugtuung für dich, allen gezeigt zu haben, dass du ein guter Trainer bist, der imstande ist, eine gute Mannschaft zu formen?

Magelinskas: Das interessiert mich eigentlich wenig, denn ich brauche jetzt Punkte. Egal ob wir gegen Fivers, Bregenz oder sonst wen gewinnen, Hauptsache wir haben am Ende die Zähler auf unserem Konto. Ich muss nicht beweisen, dass ich gut genug für die Fivers bin oder nicht, denn ich weiß das selbst am besten. Was andere darüber denken, ist mir gelinde gesagt „wurscht“.

LAOLA1: Du sprichst von den Punkten. Was ist die Zielsetzung mit West Wien?

Magelinskas: Es gilt zuerst das Meister-Playoff zu erreichen und ich denke das ist möglich, denn ich habe großes Vertrauen in meine Mannschaft. Sollten wir das geschafft haben, ist es dann an der Zeit sich neue Ziele zu setzen.

LAOLA1: Was ist dein Meistertipp?

Magelinskas: Es gibt vier Mannschaften, die infrage kommen und am Ende wird es auch eines dieser vier Teams werden.

Das Interview führte Sebastian Rauch

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