Der Kampf um den HLA-Thron

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Vier Mannschaften noch im Titelrennen

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Die Handball Liga Austria (HLA) geht nach dem Meister-Playoff in die entscheidende Phase.

Am Freitag (20:00 Uhr) geht das erste Halbfinale zwischen dem UHK Krems und Überraschungsmannschaft HIT Tirol über die Bühne.

Die Niederösterreicher gehen als deutlicher Favorit in die „best-of-three“-Serie, haben die Kremser doch den Grunddurchgang sowie das Meister-Playoff als Tabellenführer abgeschlossen.

"Die Chancen sind für beide Mannschaften gleich, der Liga-Alltag ist vorbei und jetzt gibt es nur noch KO-Spiele, bei denen auch die Tagesform mitentscheiden wird“, versucht Krems-Goalie Wolfgang Filzwieser den Druck ein wenig von der Mannschaft zu nehmen.

Tirol mit breiter Brust

Die Tiroler hingegen zeigen sich vor dem ersten Spiel in der Sporthalle Krems selbstbewusst und sehen keinen Grund tiefzustapeln.

„Die Kremser haben gehörigen Respekt vor uns, immerhin haben wir in den letzten Jahren zumeist sehr gut gegen sie gespielt. Wir haben nichts zu verlieren“, schießt HIT-Trainer Stefan Öhler eine Kampfansage Richtung Waldviertel.

Doch trotz des Optimismus‘ von Seiten der Innsbrucker sind die Rollen klar verteilt und alles andere als ein Weiterkommen der Kremser wäre eine große Überraschung. Schwieriger gestaltet sich hingegen schon die Frage nach dem Favoriten im zweiten Halbfinale (Samstag, 19:00 Uhr) zwischen dem HC Hard und dem amtierenden Champion Fivers.

Harte Duelle

Die Vorarlberger und die Wiener lieferten sich in der Vergangenheit stets Duelle auf Augenhöhe, die Spiele wurden meist mit einer Extra-Portion Härte geführt. Aus diesem Grund geht die Rivalität der Konkurrenten über die Halle hinaus, man könnte wohl sagen die Protagonisten sind sich nicht ganz grün. 

Im Vorjahr hatten die Fivers im Kampf um den Final-Einzug in Spiel drei das bessere Ende für sich. Vor heimischer Kulisse machten die Margaretner damals den Sack zu. In diesem Jahr würden die Vorarlberger in Spiel drei Heimvorteil genießen.

LAOLA1 stellt vier Schlüsselspieler der Halbfinalisten vor und erklärt, warum diese für das Spiel ihrer Mannschaft unverzichtbar sind.

UHK Krems – Tobias Schopf (26 Jahre/ linker Flügel)

Der Nationalspieler ist seit Jahren das Maß aller Dinge, wenn es um die Torschützenkrone im HLA-Grunddurchgang geht. Das Spiel der Kremser ist auf seine Schnelligkeit ausgelegt. Aus einer sicheren Abwehr, mit einem sicheren Torhüter, fahren die Niederösterreicher ihre Konter. Kommt Schopf einmal ins Laufen ist er eigentlich nur noch durch ein Foul zu halten. Seine Schnelligkeit ist sein Kapital, wobei auch seine Hand nicht zu unterschätzen ist. Im Nationalteam muss er meist größeren und robusteren Flügelspielern den Vorzug lassen, denn in der Abwehr stellt der nur 1,70 große und lediglich 67 Kilo schwere Rechtshänder keine große Hürde dar.

HIT Tirol - Povila Babarskas (23 Jahre/ Rückraum links)

Wenn der Litauer den Hammer auspackt, können die Torhüter den Ball meist nur noch aus dem Tor fischen. Barbarskas ist der klassische Rückraum-Shooter, den die Abwehr besser nicht aus neun Metern hochsteigen lässt. Paul, wie er in Österreich genannt werden möchte, machte in zehn MPO-Spielen 53 Tore.  Er ist gemeinsam mit Max Herrmann für die Tore aus dem Rückraum zuständig und nicht zuletzt aufgrund der starken Performances des Aufbaus haben es die Innsbrucker unter die besten Vier geschafft. Seine Bestmarke sind elf Treffer im Spiel gegen Hard. Nach der Saison wird der 23-Jährige zum bereits ausgeschiedenen Rekordmeister Bregenz wechseln.

HC Hard – Golub Doknic (30 Jahre/Torhüter)

Die Vorarlberger haben mit dem Serben einen wahren Glücksgriff getätigt. Verfügten die „Roten Teufel“ schon in den letzten Jahren über eine starke Mannschaft, fehlte meist der überragende Schlussmann der Spiele im Alleingang gewinnen kann. Diesen haben sie in Doknic nun gefunden. Der 100-Kilo schwere Keeper ist ein Heißsporn und reißt seine Mannschaft auch in schwierigen Phasen mit. Es soll auch vorkommen, dass er im Angriff mit nach vorne geht und für kurze Zeit den Mittespieler macht. Ein Siegertyp, der den Unterschied ausmachen kann.

Fivers - Christoph Edelmüller (30 Jahre/Kreis)

Der Kapitän der Fivers ist ein sehr wichtiges Puzzlestück im Erfolgsrezept von Trainer Peter Eckl. Zwar haben die Wiener ihre Stärken vor allem im Rückraum, wo Spieler wie Vytas Ziura oder Romas Kirveliavicius so manchem Gegner das fürchten lehren. Doch Edelmüller macht das Spiel des Meisters schwieriger ausrechenbar und ist ein verlässlicher Scorer. Hinzu kommt, dass der gelernte Jurist nicht ersetzbar ist. Die Fivers sind so gut wie auf jeder Position doppelt besetzt, einzig am Kreis tut sich zwischen Stammspieler und Ersatzmann eine eklatante Leistungslücke auf. Fällt Edelmüller aus, gibt es keine Alternative zum Kapitän.

Sebastian Rauch

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