Bernd Friede hat noch ein großes Ziel

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Mittlerweile kann man die Spiele, welche Bernd Friede in seiner Karriere noch bestreiten wird, an einer Hand abzählen.

Der Aufbauspieler des HC Hard wird mit Ende der Finalserie seine Schuhe an den Nagel hängen und dem Handball, zumindest als Aktiver, den Rücken kehren. 

Noch keine Wehmut

Am Freitag geht der ehemalige Nationalspieler, der Österreich sowohl bei der Heim-WM 2010 als auch bei der Weltmeisterschaft in Schweden 2011 vertreten hat, mit den „Roten Teufeln“ in sein möglicherweise letztes Heimspiel.

„Irgendwann muss Schluss sein. Ich bin 34 Jahre alt, habe viele Jahre in der Halle verbracht und es ist der richtige Zeitpunkt um aufzuhören. Es fällt mir sehr schwer, aber irgendwann muss man die Entscheidung treffen. Die Jungen kommen nach und da kann man was aufbauen. Ich habe lang genug  auf diesem Level gespielt, jetzt sollen die Jungen mal was machen“, so der Routinier, der im Vorfeld aber noch keine Wehmut verspürt.

„Das wird dann erst richtig aufkommen, wenn ein Training ansteht und ich nicht dabei bin. Gefühlsmäßig bin ich noch nicht so weit, nach dem Finale wird das dann aber sicher hochkommen. Im Moment bin ich noch voll fokussiert auf die letzte Aufgabe.“

Torhüter im Fokus

Und diese heißt Titelverteidigung. In der „best-of-three“-Serie im Finale der HLA heißt der Gegner wieder einmal WAT Fivers Margareten. Kein Unbekannter, wenn man an die vielen Duelle der letzten Jahre zurückdenkt.

Überraschungen wird es im Aufeinandertreffen der besten Mannschaften der letzten Jahre keine mehr geben. Aus unzähligen Partien in den letzten Jahren kennen sich sowohl die Spieler aber auch die Trainier in und auswendig. Die Tagesform wird entscheiden, bekommt man aus beiden Lager zu hören, wenn es um mögliche Vorteile des Gegners dreht.

Die Tagesform und die Torhüter. Golub Doknic, der positiv-verrückte Serbe zwischen den Pfosten der Harder, hat in den letzten Jahren bereits bewiesen, dass er Finalspiele entscheiden kann. Sergej Bilyk im Kasten der Fivers gehört bei den Wienern schon fast zum Inventar und ist trotz seines fortgeschrittenen Alters von 43 Jahren immer noch ein Fels in der Brandung.

„Er hat eine unglaubliche Routine, die er ausspielen kann. Seit vielen Jahren ist er in der HLA unter den Top 3 Torhütern und zieht das jedes Jahr wieder durch. Auch eine Verletzung konnte ihn nicht stoppen, da muss man echt den Hut ziehen“, zollt Friede dem gebürtigen Ukrainer Respekt und meint, dass die Torhüter zu Schlüsselfiguren in dieser Endspiel-Serie werden können.

„Wenn die Torhüter-Leistung nicht stimmt, können die anderen sechs auch nicht viel machen. Wir haben volles Vertrauen in unsere Keeper, aber auch die Fivers werden starke Goalies haben. Darauf müssen wir uns einstellen.“

Hard baut auf das Kollektiv

Das Kollektiv als Waffe

Bereits im Halbfinale hatten die Harder ihre liebe Not mit Michal Shejbal, der für Krems ein ums andere Mal die Kohlen aus dem Feuer holte. Der Schlussmann der Wachauer wuchs über sich hinaus und machte dem amtierenden meister das Leben richtig schwer. Eine Lektion, aus der die Vorarlberger gelernt haben.

 „In den Halbfinalspielen waren wir sicher nicht in der Form, die wir schon früher in der Saison hatten. Das müssen wir im Finale herauskitzeln. Wir sind gut auf die Fivers eingestellt und müssen konzentrierter zu Werke gehen als gegen Krems. Das wird mit Sicherheit kein Spaziergang“, fordert Friede von sich und seinen Mannschaftskollegen absoluten Fokus.

Der gebürtige Kärntner möchte sich mit einem Meistertitel von der Handball-Bühne verabschieden. Ob er dabei wie in der Saison 2011/12, als er auch zum Handballer des Jahres gewählt wurde, eine tragende Rolle einnehmen wird, ist für den Rechtshänder unerheblich. Er möchte sein Bestes geben, um ein letztes Mal mit seinen Teamkollegen feiern zu können.

„Ich denke, es ist nicht wichtig, wer bester Spieler oder Torschützenkönig wird. Wenn man am Ende den Pokal in die Höhe stemmt, dann hat jeder seinen Teil dazu beigetragen. Das müssen wir auch im Finale durchziehen, das Team muss unsere Stärke sein. Als Individualisten werden wir im Finale nicht viel reißen“, stellt der Führungsspieler die Mannschaft auch in den letzten Spielen seiner Karriere in den Vordergrund.

Sebastian Rauch

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