Ibish Thaqi verlässt die Fivers

Aufmacherbild

Während der Kapitän auf dem Schiff bleibt, wird der Steuermann die Crew verlassen.

Die Rede ist von den Fivers und ihren Führungsspielern Christoph Edelmüller und Ibish Thaqi.

Ersterer hatte ein Angebot des Stadtrivalen West Wien vorliegen, verlängerte aber, seinen Vertrag bei den Fivers um ein weiteres Jahr. Eine Entscheidung, die Manager Thomas Menzl natürlich mit Freude zur Kenntnis nimmt, sind österreichische Kreisläufer derzeit doch sehr rar gesät.

Thaqi verlässt die Fivers

Weniger erfreut zeigt sich Menzl im Gespräch mit LAOLA1 über einen prominenten Abgang, welchen wie Wiener zu verkraften haben.

Ibish Thaqi, seines Zeichen zum besten Mitte-Aufbau-Spieler der vergangenen HLA-Saison gewählt, hat seinen Vertrag bei den Margaretnern nicht verlängert und wird den Verein definitiv verlassen.

„Wohin er nun tatsächlich geht, weiß ich nicht. Er sagte zu mir, dass er nach St. Pölten zurückkehren will. Es tut mir wahnsinnig leid, dass wir ihn im nächsten Jahr nicht mehr bei uns haben. Es war eine sehr schwere Entscheidung, aber wir haben eine einvernehmliche Lösung gefunden“, so der Fivers-Macher.

In der abgelaufenen Saison war Thaqi der Kopf der Mannschaft und führte die Wiener zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

„Ich kann nur in den höchsten Tönen von ihm sprechen. Er hat bei uns eine herausragende Rolle gespielt. Er war die rechte Hand des Trainers und intern extrem beliebt. Mit seinen Topleistungen hat er zum Meistertitel einen wesentlichen Teil beigetragen“, schwärmt Menzl.

Mehrere Motive

Die Gründe für den Abgang des ursprünglich aus dem Kosovo stammenden Rückraumspieler sind vielschichtig.

So will man auch in Zukunft den eingeschlagenen Weg des Ausbildungsvereins nicht verlassen und den nachkommenden Talenten eine Chance geben.

„ Mit Martin Fuger und Mathias Nikolic haben wir zwei gute Spieler auf der Mitte groß gemacht. Wenn die weiterhin Vytas Ziura und Thaqi vor sich haben, können sie nur sitzen und nichts dazulernen. Das ist nicht unser Ziel.“

„Unsere Priorität bleibt trotz dem Meistertitel unsere Jugend und wir wollen den Eigenbauspielern die Chance geben, HLA zu spielen und über die HLA ins Nationalteam zu kommen.“

Die ist auch der Grund, warum der Abgang von Thaqi nicht mit einem Neuzugang kompensiert werden wird.  Außerdem würde ein neuer Spieler wohl die finanziellen Möglichkeiten der Wiener sprengen.

 „Schon vor der Saison haben wir bei der Verpflichtung von Vytas Ziura gesagt, dass wir uns wahrscheinlich zwei solche Spieler finanziell auf die Dauer nicht leisten können.“

 Außerdem drohte dem frischgebackenen Meister ein Leaderproblem.

„Manche werden sich wundern, wie wir einen Spieler, der im Team des Jahres war, einfach ziehen lassen können, aber es ist schwierig, zwei solche Alpha-Tiere wie Vytas Ziura und Ibish Thaqi auf der Mitte zu haben. Es muss einen Chef geben und mit zwei Leadern in die Saison zu gehen ist nicht so einfach“, bangt der Manager um die Hierarchie im Team.

Bilyk bleibt in Wien

Außer Thaqi und Mathias Kienzer, der seine Karriere beendet, hat der österreichische Meister keine Abgänge zu befürchten.

Auch Torhüter Sergiy Bilyk wird in der kommenden Saison im fünften Wiener Gemeindebezirk zwischen den Pfosten stehen.

„Er hatte ein Angebot aus Hard vorliegen, aber Geld ist nicht alles. Er fühlt sich in der Fivers-Familie sehr wohl und wenn er in Österreich weiter Handball spielt, dann nur bei den Fivers“, streicht Menzl den familiären Charakter des Vereins heraus.

Im der kommenden Saison will man erneut angreifen, auch wenn man weiß, dass die Titelverteidigung durch das Fehlen Thaqis erschwert wird.

„Es ist eine schwierige Gradwanderung, denn wir wollen, wie in den letzten Jahren, vorne mitspielen und ein österreichisches Top-Team sein, gleichzeitig aber auch Junge ausbilden.“

„Dennoch glaube ich, dass wir den Kader haben, um erneut unter den Besten zu sein.“

 Sebastian Rauch

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen