"Wir sind keine Schlägertruppe"

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"Druck machen wir uns selbst"

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Es war an Spannung nicht zu übertreffen.

Das erste Halbfinal-Duell der „best-of-three“-Serie zwischen dem HC Hard und dem amtierenden Meister Fivers wurde erst in der letzten Sekunde der zweiten Verlängerung entschieden.

Bernd Friede erzielte mit der Schlusssirene den entscheidenden Treffer zu Gunsten der Vorarlberger Heimmannschaft und sorgte somit für das Gesprächsthema Nummer eins in der Sporthalle am See.

Auch so mancher Hard-Fan war sich nicht ganz sicher, ob der Ball die Linie noch vor Ablauf der Zeit überquert hatte. Während die Anhänger beider Mannschaften nach der Begegnung die Szene wild diskutierten, war für die unterlegene Mannschaft die Sache bereits erledigt.

„Ich hab fünf Sekunden vor dem Ende auf die Uhr gesehen und zu diesem Zeitpunkt ist der Ball gerade bei Friede auf dem Rücken gelandet. Ob sich das alles dann ausgehen kann, ist keine Diskussion wert. Wir haben vor sechs oder sieben Jahren gegen Bregenz schon eine ähnliche Situation gehabt und auch dort war es einfach eine Tatsachen-Entscheidung der Schiedsrichter und somit für uns zu akzeptieren. Wir haben das auch gar nicht weiter diskutiert“, war die Sache für Fivers-Trainer Peter Eckl im Gespräch mit LAOLA1 nicht der Rede wert.

„Druck machen wir uns selbst“

Doch die Niederlage schmerzte die Wiener dennoch. Im Harder Hexenkessel war der Sieg zum Greifen nahe, am Ende musste man die Heimreise mit leeren Händen antreten.

„Die Enttäuschung am Anfang war groß, auch wegen des knappen Ergebnisses, aber wir freuen uns schon auf die nächste Begegnung“, hat Eckl die Niederlage bereits abgeschüttelt und den Fokus auf das bevorstehende Duell am Donnerstag gerichtet.

Dort steht der aktuelle Pokalsieger mit dem Rücken zur Wand. Eine Niederlage und der Traum von der Titelverteidigung ist Geschichte. Daran denkt im Lager der Margaretner aber niemand, Spieler und Trainer sind sich ihrer Heimstärke bewusst.

„Der Druck ist immer da, aber den legen wir uns selber auf. Bei uns weiß jeder, wie schwer es ist einen solchen Titel zu holen. Ich trete immer mit dem Anspruch an zu gewinnen und das beinhaltet, dass wir Meister werden. Im Cup hat das wunderbar geklappt, aber das war nur das erste von zwei Zielen, das wir erreicht haben“, gibt der Coach die Marschroute vor.

Kirveliavicius ist für das zweite Spiel fraglich

„Härte-Diskussion wurde aufgebauscht“

Am Donnerstag wird es jedoch alles andere als ein Spaziergang. Duelle zwischen den Vorarlbergern und den Wienern waren in der letzten Zeit von vielen Feindseligkeiten begleitet.

Auf dem Spielfeld regierte meist ein hohes Maß an Härte und auch abseits der Hallen waren sich Verantwortlichen nicht immer ganz grün. Dass die Spiele zwischen den beiden Kontrahenten teils unfair geführt wurden, ist in den Augen Eckls ein Gerücht, mit welchem endlich einmal aufgeräumt werden muss.

„Es ist richtig, dass diese Begegnungen hart geführt werden, aber das ist in anderen Spielen nicht anders. Es wird viel aufgebauscht, denn auch Hard hat eingestanden, dass man in der Vergangenheit im Umgang mit den Medien und der dort angesprochenen Härte uns gegenüber nicht immer fair war. Uns wird immer noch der schwarze Peter zugeschanzt. Wir wären die, die hinlangen und die anderen werden unfair behandelt", erklärt der Wiener die Sachlage.

"Ich sehe das definitiv nicht so. Beiden Mannschaften schenken sich nichts, aber dass man in den Medien versucht uns als Schlägertruppe hinzustellen ist einfach nur unfair und hat mit fairem Wettkampf nichts zu tun. Aber auch das akzeptieren wir und regen uns darüber nicht auf. So ist es eben, denn die Wettkämpfe werden nicht nur auf dem Spielfeld ausgefochten, sondern auch hinterrücks über diverse Gespräche. Wir wollen uns aber auf dem Platz beweisen“, stellt Eckl, der im Kampf um den Finaleinzug eventuell auf Shooter Romas Kirveliavicius verzichten muss, klar.

„Kiwi“ ist fraglich

Der Litauer brach sich im ersten Halbfinale einen Finger der Wurfhand und ist für das zweite Duell mit Hard fraglich.

„Wir werden abwarten müssen. Es entscheidet sich erst kurzfristig, ob er spielen kann. Er ist ein wichtiger Akteur, aber wir stehen in der Endphase der Saison und jede Mannschaft hat angeschlagene Spieler und versucht das Beste daraus zu machen. Sicherlich wäre sein Fehlen eine Schwächung, aber wir haben auch andere gute Spiele. Ich habe über die Saison versucht allen Spielern Spielanteile zu geben und jetzt sind diese Akteure gefragt“, so Eckl und fügt hinzu: „Wir werden eine gute Mannschaft stellen und voll angreifen.“

Sebastian Rauch

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