LAOLA1: Du hast anklingen lassen, welche Qualifikation ihr als Trainer-Duo habt. Bist du der Meinung, in Österreich gibt es einen Mangel an gut ausgebildeten Trainern?

Marouschek: Das ist zu einfach formuliert, denn es gibt hervorragende Trainer. Es gibt nur nicht so viele. Die guten Trainer arbeiten aber mit den Spitzenmannschaften, denn da gibt es auch Geld zu verdienen. Vielleicht gibt es zu wenig erfahrene Coaches, die mit jungen Spielern arbeiten. Aber man muss schon einen wahnwitzigen Fanatismus haben, denn wer stellt sich fünf Mal die Woche mit Kindern in eine Handball-Halle und zahlt sich am Wochenende das Quartier beim Match selber. Wir haben das gemacht, wobei es jetzt hier nicht um uns geht. Es geht darum, dass mit den Kindern über Jahre konsequent und methodisch gearbeitet werden muss. Dann geht das mit jeder Generation.

LAOLA1: Aber diese Generation verfügt dennoch über großes Spielerpotential, wahrscheinlich mehr als andere Jahrgänge.

Marouschek: Das ist schon richtig, aber auch weil wir uns diesen Stamm erarbeitet haben. Derzeit haben wir sicher fünf oder sechs Verletzte und das zeigt unsere unglaubliche Breite. Wir haben 20 Spieler, die auf diesem HLA-Niveau spielen können. Diese Mannschaft ist nicht so stark, weil es vier Jahrhundertspieler gibt, sondern weil wir 20 Spieler auf einem hervorragenden Niveau haben. Unser Spiel ist sehr variabel, bei uns können alle Mannschaftteile den Unterschied bzw. den Sieg ausmachen. Es gibt nicht ein herausragendes Element, sondern die Summe der Qualität macht es aus und das gab es in Österreich noch nie.

LAOLA1: Man hat im unteren Playoff stark gespielt. Jetzt geht es dann gegen die Mannschaften des Meisterplayoffs. Was rechnet ihr euch gegen Teams wie Hard oder die Fivers aus?

Marouschek: Ich möchte mich nicht mit Chancen auseinandersetzen, denn ich bin nicht beim Wetten. Unsere Grundeinstellung ist, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen und zwar immer. Egal ob wir gegen die weibliche U14 oder gegen die Topteams der HLA spielen. Ob uns das gelingt, werden wir sehen, aber der Wille zum Sieg ist in unserer DNA.

LAOLA1: Nun kann es aber in der HLA auch zum Interessenskonflikt kommen. Du selbst bist Sportdirektor bei Westwien, sehr viele deiner Spieler sind eigentlich Westwiener. Was passiert, wenn der HLA-Verein die Punkte gegen euch dringend braucht und es eine Minute vor dem Ende 28:28 steht. Wie werdet ihr reagieren?

Marouschek: Dazu muss man wissen, wie wir in diesem 94er-Team funktionieren. Sollte dieses eben genannte Szenario eintreten, dann wollen wir das mit aller Gewalt gewinnen. Da gibt es keinen Einzigen, der nur eine Sekunde darüber nachdenkt, ob Westwien die Punkte braucht oder nicht. Wenn du anfängst so zu denken, hast du keine Chance, erfolgreich zu sein. Wir geben immer 100 Prozent, egal gegen wen.

Das Gespräch führte Sebastian Rauch

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