Endstation Halbfinale: Ein Kremser Fluch?

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Wir schreiben die Saison 2003/04 der Handball Liga Austria. Der UHK Krems ist als Aufsteiger zurück in der höchsten österreichischen Spielklasse und sorgt während der Saison für Furore. Als einzige Mannschaft können die Niederösterreicher beim späteren Meister Bregenz gewinnen.

Bis eine Runde vor Schluss haben die Kremser sogar die Chance, sich für das Finale zu qualifizieren. Vorneweg muss erläutert werden, dass der Modus der HLA zum damaligen Zeitpunkt noch ein anderer war.

Finale nur knapp verpasst

Nach dem Meisterplayoff (MPO), welches acht Mannschaften in Angriff nahmen, spielten sich der Erst- sowie der Zweitplatzierte in einer „best-of-three“-Serie den Meister aus. Halbfinale gab es damals noch keines, nach dem MPO ging es direkt ins Endspiel. Und eben dieses hätte der UHK Krems in seiner Premierensaison nach dem Wiederaufstieg erreichen können.

Am letzten Spieltag gastierten die Niederösterreicher in Tulln, mit einem Sieg wäre ihnen die Finalteilnahme nicht mehr zu nehmen gewesen. Doch die Chance wurde vertan, das Derby gegen die Tullner 23:25 verloren und somit der Traum vom Meistertitel jäh beendet.

Trotz des verpassten Finales konnte man mit der Saison zufrieden sein, hatte man doch als Aufsteiger das Endspiel nur hauchdünn verpasst.

Der Fluch

In den Folgejahren konnte sich der Verein in der HLA profilieren und entwickelte sich zu einer respektierten Adresse im heimischen Handball-Sport. Dem UHK Krems gelang es, sich in den Top-Vier der HLA zu etablieren und dennoch sollte man in den darauffolgenden Spielzeiten nie mehr so nah an einem Endspiel dran sein, wie in der Saison 2003/04.

Rückblickend wirkt es wie ein Fluch, der in dieser Saison seinen Anfang nahm und den die Niederösterreicher bis heute nicht beenden konnten. Geht es in der Handball Liga Austria um die Wurst, ziehen die Kremser immer den Kürzeren.

Zeittafel

  • In der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg erreichten die Niederösterreicher prompt das erstmals ausgetragene Halbfinale, gegen die Fivers verlor man sowohl das Hinspiel zu Hause (29:30) als auch das Duell in der Hauptstadt (24:31). Endstation: Halbfinale!

  • Im darauffolgenden Jahr (2005/06) beendeten wiederum die Fivers den Finaltraum. Bereits nach dem Heimspiel in der Kremser Sporthalle, welches mit 22:36 verloren wurde, war man bereits ausgeschieden. Das Spiel in Wien entschieden die Hausherren ebenfalls mit 28:27 für sich. Endstation: Halbfinale!

  • Konnte man sich in der Saison 2006/07 nicht für die Top-Vier qualifizieren, trafen die Kremser eine Spielzeit später im Kampf um das Endspiel auf Liga-Dominator Bregenz. Wiederum verlor man gleich den Auftakt vor heimischer Kulisse (25:29) und konnte auch im Rückspiel nicht gewinnen (23:27). Endstation: Halbfinale!

  • 2008/09 gönnte man sich dann wieder eine Pause, beendete das Meister-Playoff nicht unter den besten Vier. In der Folgespielzeit duellierte man sich wieder mit den alt-bekannten Fivers, um am Ende erneut mit leeren Händen dazustehen. 26:30 ging das Spiel in Krems verloren, 25:32 gab man die Partie in Wien ab. Endstation: Halbfinale!

  • In der Vorsaison wartete die HLA wieder mit einem neuen Modus auf. Das Halbfinale sollte fortan in einer „best-of-three“-Serie ausgespielt werden. Gegner der Kremser, die das MPO als Zweiter abgeschlossen hatten, war der damals schon etwas angeschlagene Rekordmeister aus Bregenz. Die Niederösterreicher gingen nicht zuletzt aufgrund ihrer Heimperformances in den Spielen zuvor als leichter Favorit in die Serie. So wurde Bregenz in zwei Heimspielen während des Grunddurchgangs und des Meister-Playoffs mit 30:21 und 35:24 aus der Halle geschossen. Doch als es darauf ankam, musste man den Vorarlbergern in den eigenen vier Wänden mit 28:31 den Vortritt lassen. Auch das Spiel in Bregenz ging mit 28:26 verloren. Endstation: Halbfinale!

Entscheidungsspiel in Krems

In dieser Saison sicherten sich die Kremser erstmals den Sieg im Grunddurchgang sowie im Meister-Playoff und gingen somit als haushoher Favorit in die Halbfinal-Serie gegen HIT Tirol, zumal die Teilnahme der Innsbrucker auch aufgrund des Grunddurchgangs als regelrechte Überraschung zu verstehen ist.

Auf dem Papier eine klare Sache, wäre da nicht noch der Kremser Fluch. Zwar konnten die Niederösterreicher die erste Partie knapp aber doch (25:23) gewinnen, es war im Übrigen der erste Sieg in einem HLA-Halbfinale im elften Spiel, das Duell in Innsbruck ging aber an die Hausherren (27:25 n.V.).

Nun kommt es am Samstag (20:20 Uhr) in der Kremser Sporthalle zum alles entscheidenden Spiel um den Einzug ins Finale. Für Krems geht wieder einmal um die Wurst.

Endstation: Halbfinale?

Sebastian Rauch

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