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"Siegermentalität in den Köpfen verankert"

Liebe Handballfans,

auch wenn von vielen Anhängern die beiden Länderspiele in der EM-Qualifikation gegen Serbien, in welchen wir zu Hause gewinnen und auswärts einen Punkt holen konnten, als kleine Sensation gesehen werden, kommt der Erfolg nicht zufällig.

Die guten Spiele sind das Ergebnis der Entwicklung der letzten fünf Jahre. Bereits unter Dagur Sigurdsson haben wir ein System eingeführt und auf diesem wurde in den Folgejahren aufgebaut und an den Feinheiten gefeilt. Außerdem sind wir als Mannschaft gereift und in unserem Kollektiv so gestärkt, dass wir mittlerweile auch auswärts punkten können.

Nichtsdestotrotz hat unser Teamchef Patrekur Johannesson einen großen Anteil an den jüngsten Erfolgen. Akribisch hat er uns auf das Länderspiel-Doppel gegen die Serben vorbereitet und bereits vor Wochen per Email mit Informationen über unseren Gegner versorgt. Man hat gesehen, dass wir besser vorbereitet waren als die Auswahl aus Serbien und das Duell ernster genommen haben. Wir haben in jeder Situation gewusst, wie sie reagieren würden und wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Das war ein Mitgrund, warum wir in entscheidenden Phasen die richtigen Entscheidungen getroffen haben.

Als Mannschaft sind wir eine Einheit und jeder ordnet seine individuellen Bedürfnisse dem gemeinsamen Ziel unter. Dieses Ziel ist die Qualifikation für die Europameisterschaft, was auch für mich ein schöner Abschluss meiner Nationalmannschafts-Karriere bedeuten würde. Bereits bei meiner Rückkehr nach Österreich habe ich betont, dass sich meine Prioritäten geändert haben und die Dreifach-Belastung als Klub-Manager sowie Spieler bei Westwien und der Nationalmannschaft einfach zu groß wird. Zum Abschluss nochmals bei einer EM dabei zu sein, wäre da natürlich ein absolutes Highlight.

Doch noch sind wir nicht durch. Die Situation ist keine leichte, denn jetzt dürfen wir es nicht mehr aus der Hand geben. Wir sind im Hinblick auf eine Qualifikation sogar in der Favoritenrolle. Ideal wäre es, wenn wir das Spiel in Bosnien gewinnen und Russland gleichzeitig Serbien schlägt. Dann wäre das letzte Aufeinandertreffen mit den Russen in Innsbruck ein großes Handball-Fest ohne sportliche Bedeutung.

Zuletzt wurden aber immer wieder Stimmen laut, es wäre typisch österreichisch, sollten wir nach den tollen Auftritten gegen Serbien, das Spiel gegen die noch punktelose Auswahl aus Bosnien-Herzegowina verlieren. Allen, die so etwas behaupten, soll gesagt sein, dass diese Mannschaft bereits in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, ein bisschen „unösterreichisch“ zu sein. Über eine Niederlage in Bosnien mache ich mir keine Gedanken, denn wir sind keine Eintagsfliege mehr.

Wir haben bewiesen, dass wir regelmäßig Top-Nationen schlagen können, auch wenn es darauf ankommt. Spiele wie in der WM-Qualifikation gegen Deutschland kann man verlieren, das kann jedem passieren, aber die Siegermentalität ist bereits in den Köpfen der Spieler verankert. Ich verschwende keinen Gedanken daran, dass wir die Leistung im entscheidenden Moment nicht abrufen könnten.

Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Erfolge dem Handball-Sport in Österreich einen positiven Schub geben werden, damit künftig nachhaltiger und professioneller gearbeitet werden kann.

Mit sportlichen Grüßen,

euer Conny Wilczynski

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