"Hard als positives Beispiel"

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"Der Weg des HC Hard ist der richtige"

Liebe Handballfreunde,

mit großem Bedauern habe ich das Ausscheiden des HC Hard aus dem EHF Cup gegen Motor Zyporozhye (22:33) vernommen.

Ich finde es schade, dass es die österreichischen Vereine nicht mehr schaffen, international auf sich aufmerksam zu machen. So habe ich gehofft, dass Hard nach dem guten Auswärtsergebnis (26:27)  eine Runde weiterkommt.

Denn es ist sehr wichtig für die Entwicklung des gesamten österreichischen Handballs, dass die internationalen Vertreter Siege einfahren. Man sieht, dass wir in der Liga-Spitze nicht mehr die Qualität haben, wie noch vor einigen Jahren. Es gibt, die Besetzung betreffend, sicherlich nicht mehr so eine herausragende Mannschaft, wie dies früher Bregenz war. Ein Grund dafür liegt sicherlich an den zurückgegangenen wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Dennoch möchte ich den HC Hard an dieser Stelle nicht an den Pranger stellen, sondern eher lobenswert erwähnen, da mir der Weg, den der Verein eingeschlagen hat, gut gefällt. Ich traue es Hard zu, denn man sieht, dass da gut gearbeitet wird, auf kurz oder lang im Kleinen auch international eine Rolle zu spielen. Ähnliches Vertrauen habe ich auch in Westwien.

Die Vorarlberger haben es geschafft, eine gute Mischung aus Legionären, arrivierten Österreichern und jungen Eigenbau-Spielern zu finden, die sich immer mehr in den Vordergrund spielen. Dies ist der richtige Weg und diesen wollen wir auch einschlagen.

Bei Westwien ist es unser Hauptanliegen, den erfolgreichen 94er-Jahrgang in die HLA zu integrieren. Wir befinden uns mitten in diesem Prozess und Spieler wie Moritz Marouschek, Wilhelm Jelinek oder Matthias Führer sitzen nicht nur auf der Bank sondern spielen regelmäßig.

So hatte Jelinek in den letzten zwei Spielen mehr Einsatzzeit als Paco Fölser. Marouschek ist bei jedem Spiel dabei. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen diese jungen Akteure in die erste Mannschaft integriert werden, auf Dauer zu Leistungsträgern und in der Folge zu Teamspielern gemacht werden.

Früher oder später muss es auch das Ziel der Spieler sein, den Verein zu verlassen und sich im Ausland neuen Herausforderungen zu stellen. Allerdings sollte ein Schritt in eine andere Liga nicht voreilig gemacht werden. Es ist sinnvoller, sich zuerst in Österreich einen Namen zu machen, sich zuerst in der HLA als Leistungsträger zu etablieren und erst dann den Schritt ins Ausland zu wagen. Ein aktuelles Beispiel wäre Raul Santos, der auch schon früher Österreich verlassen hätte können, sich aber Stück für Stück verbessert hat und mit Sicherheit demnächst in die deutsche Bundeliga wechseln wird.

Die Aufgabe der Vereine, die einen solchen Spieler ziehen lassen, sollte es sein, bereits früh einen Nachfolger aus den eigenen Reihen „heranzuzüchten“, um bei einem eventuellen Abgang einen adäquaten Nachfolger aus dem eigenen Nachwuchs präsentieren zu können. Sollte Alex Hermann den Verein eines Tages verlassen, obwohl wir noch viel mit ihm vorhaben, sollte Marouschek bereitstehen, um die Lücke zu füllen.

Durch die Spieler, die in den Vereinen groß geworden sind, steigt auch die Identifikation mit dem Klub. Die HLA ist keine absolute Profi-Liga, in welcher es wirklich nur um Erfolge geht. Wenn man die eigenen Spieler zu Leistungsträgern ausbildet, kommt das auch bei Sponsoren gut an. Diese investieren wiederum in das Projekt, was schlussendlich wieder dem Verein hilft. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Sportliche Grüße,

euer Conny Wilczynski

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