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"Ein Ende der Zwei-Klassen-Gesellschaft"

Liebe Handballfreunde,

zum Ligastart ist auch wieder die alljährliche Diskussion über den Modus in der HLA losgebrochen.

Der jetzige Spielplan hat mit Sicherheit viele Vorteile, das hat auch das letzte Jahr gezeigt. Vor allem die Halbfinalspiele und ohne Zweifel die Finalserie waren sehr spannend und sollten auch in dieser Form beibehalten werden. Jedoch bin ich der Meinung, dass dieser Modus nur auf sechs und nicht auf zehn Vereine zugeschnitten ist.

Ich spreche hier nicht nur aus der Sicht des Verantwortlichen von WESTWIEN, sondern möchte auch die Interessen des österreichischen Handballs vertreten. Die Tatsache, dass man bereits im Dezember die HLA in zwei Klassen teilt, ist nicht förderlich für die kleineren Vereine.

Schlussendlich sind es immer dieselben, die sich im Aufstiegsplayoff wiederfinden und diese Teams spielen im Jahr nur drei bis vier Monate auf höchstem Niveau und können dann bereits ab Jänner die Saison ausklingen lassen. Hingegen, wenn du im Meister-Playoff spielst, misst du dich bis zum letzten Spieltag, Ende Mai bzw. Anfang Juni, mit den besten Teams der Liga.

Nationalspieler wie Raul Santos oder andere heimische Talente ab Jänner nicht mehr zu fordern, weil sie im Aufstiegs-Playoff spielen müssen, ist einfach kein guter Weg für Österreich.

Diese Teilung ist mir ein Rätsel und es ist für mich unerklärlich, wieso die HLA vier Vereine bereits im Dezember abschießt. Für die Klubs, die den Gang nach unten antreten müssen, ist dies wirtschaftlich eine Katastrophe, weil man weder medial noch bei diversen Sponsoren präsent ist.

Ziel muss es sein, einen Modus zu finden, der für alle zehn Mannschaften gerecht ist und da gibt es durchaus Möglichkeiten, einen Weg zu finden, der Neuerungen beinhaltet, aber auch die Vorzüge des jetzigen Spielbetriebs beibehält.

Die HLA hat zu diesem Zweck eine Projektgruppe gegründet, die verschiedene Vorschläge ausarbeiten soll. Unter anderem sitze ich in diesem Gremium und es werden dort noch keine Entscheidungen getroffen, sondern nur mögliche Lösungen erarbeitet.

Im weiteren Schritt sollte die HLA sich ohnehin mit dem ÖHB, den Landesverbänden und der Bundesliga an einen Tisch setzen, um die Interessen aller einzubeziehen und im Sinne des österreichischen Handballsports einen bestmöglichen Modus zu finden.

Eine Idee wäre zum Beispiel eine Zwölfer-Liga zu gründen. Die Kritik des Qualitätsverlusts durch die Aufstockung, lasse ich zum Teil gelten. Auf den ersten Blick mag es qualitativ ein Schritt zurück sein, um langfristig aber in meinen Augen zwei Schritte nach vorne zu machen.  Gibst du zwei Bundesliga-Mannschaften die Möglichkeit sich sportlich, wirtschaftlich und im Nachwuchsbereich zu professionalisieren und in der HLA zu spielen, hast du auf Dauer eventuell zwölf Vereine, die erstligatauglich sind. Dass eine Aufstockung auch viele Gefahren und Risiken birgt, die es gilt zu prüfen, darf auch nicht außer Acht gelassen werden.

Eine Alternative zum derzeitigen Modus wäre auch die Zehner-Liga beizubehalten, aber ein Viertelfinale zu spielen. Einen fixen Auf- bzw. Absteiger sollte es auch geben. Wie auch immer, es muss am Ende ein Ergebnis sein, welches alle zehn Vereine miteinbezieht. Aus diesem Grund fordere ich, dass die Verantwortlichen die Vereinsbrille ablegen und im Interesse des österreichischen Handballs agieren.

Man muss gewährleisten, dass alle zehn Vereine die Möglichkeit haben sich immer mit den besten zu messen, denn nur so wird man besser. Aus diesem Grund muss man von dieser Teilung in zwei Klassen wegkommen, denn auch wenn es vor einigen Jahren an konkurrenzfähigen Mannschaften gemangelt hat, sehe ich mittlerweile mindestens acht Vereine, die sowohl sportlich als auch wirtschaftlich die Berechtigung haben, im Meister-Playoff zu spielen.

Sportliche Grüße,

euer Conny Wilczynski

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