"Ohne Legionäre geht es nicht"

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"Ohne Legionäre geht es nicht"

Liebe Handballfreunde,

nachdem sich das Saisonende unweigerlich nähert, ist es an der Zeit Planungen für die neue Saison anzustellen. Das Ziel von Westwien ist es, in dieser Transferperiode die Quantität im Kader zu verringern, dafür die Qualität zu erhöhen. Es gilt das Aufgebot zu minimieren, weil wir zu viele Vertragsspieler haben. Langfristig wollen wir den Nachwuchs vermehrt integrieren und machen das zu unserer Hauptaufgabe in den kommenden Jahren.

Es gilt eine gute Mischung aus starken Österreichern und Ausländern zu finden, die für die jungen Spieler ein Vorbild sind und diese an das Niveau heranführen.

Wenn Legionäre verpflichtet werden, dann solche, die den jungen Österreichern auch als Leitfigur dienen und allein durch ihre Qualität schon Führungsspieler sind. Die HLA-Klubs sollten ihr Hauptaugenmerk auf die Ausbildung der Eigenbauspieler legen.

Der Nachwuchs muss die Chance bekommen auch in wichtigen Partien zum Einsatz zu kommen und sich in der Spitze zu entwickeln, sodass langfristig künftige Nationalspieler ausgebildet werden. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und muss Schritt für Schritt vollzogen werden. Bis auf Linz kristallisiert sich in meinen Augen niemand heraus, der Spieler herausbringt, die sich auch in der Spitze etablieren. Die Breite an Nachwuchsspielern ist in vielen Vereinen gegeben, aber nur wenige schaffen den Sprung zum Leistungsträger oder Nationalspieler. Da gilt es anzusetzen.

Aus diesem Grund stehen wir als Westwien in der Verantwortung. Das ist die Linie, die wir in den kommenden Jahren verfolgen wollen. Das wird Zeit brauchen, aber ich denke, dass wir in der U20 gute Leute haben, die den Sprung schaffen können. Westwien will einerseits erfolgsorientiert arbeiten, aber auch ein Ausbildungsverein und Sprungbrett für junge Österreicher ins Ausland werden.

Um diese zu führen und dem Nachwuchs den Weg zu zeigen, werden wir die nächste Saison mit vier Ausländer im Kader beginnen. Denn eines muss schon auch klar sein, nur mit heimischen Talenten bist du nicht konkurrenzfähig. Ohne die Qualität der Ausländer sinkt das Niveau der Liga und somit auch das der eigenen Jugend. Zu meiner Zeit in Bregenz habe ich von Leuten wie Dagur Sigurdsson oder Bruno Gudelj sehr viel gelernt. Es ist wichtig, dass der Nachwuchs Idole hat, an welchen sie sich im Verein orientieren und von denen sie im Training lernen können. Von da her sehe ich eine Reduzierung der Legionärsbeschränkung auf keinen Fall förderlich. Die HLA muss auch sportlich eine attraktive Liga bleiben, um hin und wieder auch mal international Akzente setzten zu können.

Aufgrund der vier Legionäre werden wir die Strafe, die das „Gentleman Agreement“ der Vereine vorsieht, bezahlen müssen. Allerdings sehe ich diese Pönale von 10.000 Euro für den vierten Ausländer mehr als fragwürdig. Aber so ist es beschlossen worden und wir werden uns im kommenden Jahr an die Regelung halten.

Der ursprüngliche Gedanke hinter diesem Agreement ist, dass das Geld in die Nachwuchsförderung der einzelnen Vereine gesteckt wird. Allerdings gibt es da weder Kontrollen noch Nachweise, was mit den 1.000 Euro pro Verein passiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Klubs den Betrag nicht in die Jugendförderung stecken. Entweder wir reduzieren die Pönale, oder es wird sinnvoll investiert.

Schlussendlich sollte es das Ziel aller HLA-Klubs sein, Nationalspieler zu entwickeln. Nur mit einer erfolgreichen Nationalmannschaft können wir langfristig den Stellenwert des österreichischen Handballs heben!

Sportliche Grüße,

euer Conny Wilczynski

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