"Keine Zeit zum Zurücklehnen"

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Liebe Handballfreunde,

die Auftritte der österreichischen Nationalmannschaft gegen Norwegen und die damit verbundene Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2015 in Katar sind einfach nur überragend für den heimischen Handball.

Doch die guten Ergebnisse, mit vier Qualifikationen für Großereignisse in den letzten fünf Jahren, dürfen die Verantwortlichen nicht von den wesentlichen Dingen ablenken. Es geht schnell, dass man mit dem Erfolg den Blick für die Zukunft verliert  und sich auf der Vergangenheit ausruht. Das darf nicht passieren. Es geht im Sport extrem schnell, innerhalb eines Jahres kann das alles wieder zusammenbrechen.  Ich bin fest davon überzeugt, dass der ÖHB gemeinsam mit der Liga und den Vereinen an den richtigen Schrauben drehen wird und weitere Verbesserungen vornimmt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich beobachte diese Tendenzen in Österreich derzeit nicht. Ich möchte damit nur sagen, dass wir nicht die erste Nation wären, die sich erst einmal zurücklehnt. Es liegt in der Natur der Sache und es gibt genügend Beispiele, wo man mit dem Erfolg gewisse Chancen übersehen und sich nicht mehr aus der Komfortzone bewegt hat.

Genau dieser Antrieb für Neuerungen und Innovationen hat den österreichischen Handball in den letzten Jahren so stark gemacht. Es sind die richtigen Schritte eingeleitet worden und zum Teil ist im Nationalteam auch bereits ein Umbruch erfolgt. Dieser ist auch Trainer Patrekur Johannesson anzurechnen, der in dieser Hinsicht viel getan hat.

Nun geht es aber weiter und da tut sich im Hinblick auf das Turnier in Katar die nächste Frage auf. Mit welcher Mannschaft soll man die WM bestreiten? Leitet man den großen Umbruch, der früher oder später passieren muss, bereits jetzt ein und versucht mit jungen Talenten zu bestehen oder schickt man die derzeitige Truppe mit all den Routiniers?

Ich bin in dieser Hinsicht wertfrei, jedoch ist das definitiv ein Thema, das analysiert und besprochen werden muss.

Es sprechen viele Faktoren dafür, mit der bestehenden Mannschaft nach Katar zu reisen. Zum einen haben sie es sich schlicht und ergreifend verdient. Zum anderen wäre vielleicht sogar die Olympia-Qualifikation möglich, was einen weiteren Meilenstein in der Handball-Gesichte bedeuten würde. Außerdem würde ein gutes Abschneiden dem Sport einen weiteren Push geben. Diese Dinge können aber nur mit der besten Mannschaft gelingen. Dies wäre jene, die die Qualifikation bestritten hat.

Mit einem komplett verjüngten Team ins Turnier zu gehen, hätte wiederum den  Vorteil, dass die Talente auf höchstem Niveau Verantwortung übernehmen müssten und sich in entscheidenden Situationen nicht mehr hinter den Führungsspielern verstecken könnten. Für die Entwicklung wäre das Gold wert, denn solange es herausragende Spieler wie Viktor Szilagyi oder Vytas Ziura im Team gibt, die aufgrund ihrer Klasse und Persönlichkeit dominant sind und das Spiel an sich reißen, ist ein Umbruch nur bedingt möglich. Es muss überlegt werden, was das Beste für die Entwicklung des Teams auch im Hinblick auf eine mögliche Heim-EM 2020 ist.

Der ÖHB wird in Absprache mit den Führungsspielern und dem Trainer eine Entscheidung treffen. Ich persönlich habe keine Tendenz, denn ich kann beiden Optionen etwas abgewinnen. Das wird keine leichte Entscheidung werden. Wichtig ist jedoch, dass man sie immer mit dem Blick für die Zukunft trifft, denn bekanntermaßen kann es im Sport sehr schnell gehen.

Mit sportlichen Grüßen,

euer Conny Wilczynski

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