Quali-Doppel mit einem Schuss Nostalgie

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Das bevorstehende Doppel gegen Serbien hat für Österreichs Handball-Männer in der EM-Qualifikation bereits vorentscheidenden Charakter.

In der Grazer Stadthalle will die ÖHB-Auswahl am Mittwoch (20.25 Uhr) den ersten Schritt tun, ein zweiter soll am Sonntag (18.30) in Zrenjanin folgen.

Beflügeln könnte Rot-Weiß-Rot nicht zuletzt der Gedanke an den 37:31-Erfolg über die Serben bei der Heim-EM 2010, mit dem man sich für die Hauptrunde qualifizierte.

Schnee von gestern

Teamchef Patrekur Johannesson, dessen Team in der laufenden Quali punktegleich mit Russland (je 2 Zähler) hinter Leader Serbien (4) liegt, saß damals noch nicht auf der österreichischen Trainerbank, ohnehin hält er wenig von Rückblenden.

"Das ist gut und schön, aber schon drei Jahre her", gab der Isländer zu bedenken.

So oder so ist der 40-Jährige aber für das Duell mit dem EM-Zweiten 2012 optimistisch: "Wenn wir ans Limit gehen, an uns glauben und uns an die taktischen Vorgaben halten, ist ein Sieg gegen den Favoriten möglich."

Dieser ist wohl auch notwendig, denn um das Ticket für die Endrunde in Dänemark im Jänner 2014 zu lösen, muss man unter die Top zwei kommen oder bester Dritter der sieben Quali-Gruppen werden.

Reges Zuschauerinteresse

Wie schon 2010 beim Erfolg in Linz, mit dem man die Serben vorzeitig heimschickte, soll am Mittwoch das Publikum eine entscheidende Rolle spielen.

Die Stadthalle ist mit 3.671 Zuschauern ausverkauft - und das schon seit vergangenem Freitag.

"So früh wie noch nie", frohlockte ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner. Mit starker Unterstützung des Gegners rechnet man nicht, gingen doch die meisten Karten über Vereinsaktionen über den Tisch und nur 30 an den serbischen Verband.

Den Funken überspringen lassen

Johannesson kann personell aus dem Vollen schöpfen, auch die acht Deutschland-Legionäre - fünf davon aus der ersten Liga - sind mit an Bord.

Einer davon ist Kapitän Viktor Szilagyi, der gemeinsam mit Richard Wöss und dem Bergischen HC in der zweiten Spielklasse auf Aufstiegskurs liegt. Auch der Routinier erinnerte sich an 2010.

"Das waren fantastische Momente, die ich noch immer im Kopf habe. Wir müssen die Fans wie damals in Linz auf unsere Seite bringen, der Funke muss überspringen. Dann ist auch ein Sieg gegen den Favoriten möglich", meinte der Routinier.

Spannungsaufbau via Video

"Die Spieler sind heiß", erklärte jedenfalls Johannesson, der seine Mannen via Internet schon vor Wochen mit Videos der Serben versorgte.

"Da kann man schon ein bisschen Spannung erzeugen." In den beiden ersten Qualifikationspartien setzte sich die ÖHB-Truppe im Herbst mit 35:24 gegen Bosnien durch und erlitt in Russland eine 31:37-Niederlage.

Nach dem Doppel gegen Serbien stehen Mitte Juni noch die Partien gegen Bosnien (auswärts) und Russland (heim) am Programm.

Ihr Gesicht verändert

Im Vergleich zu Österreichs Auswahl haben sich die fast nur aus Legionären bestehenden Serben seit 2010 stärker verändert - und das nicht zum Schlechteren.

Im Vorjahr scheiterte die Truppe um die beiden Rückraumspieler des THW Kiel, Marko Vujin und Momir Ilic, bei der Heim-EM erst im Finale an Dänemark, in den ersten beiden Quali-Partien holte man Siege gegen Bosnien und Russland.

Mit Hards Mitte-Aufbauspieler Marko Krsmancic ist auch ein HLA-Akteur im serbischen Kader.

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