Stütz sieht Profi-Debüt gelassen entgegen

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Ausgerechnet an ihrem 20. Geburtstag beginnt für Marina Stütz das große Profi-Abenteuer.

Die Golferin aus Oberösterreich startet am Donnerstag und damit am Tag, an dem sie dem Teenager-Alter goodbye sagt, in die US-Damen-Profitour (LPGA).

Rund 54 Millionen Dollar werden auf der größten Damentour weltweit ausgespielt. Stütz hat die Spielberechtigung für rund zwei Drittel der Turniere. Großes Ziel ist, Cuts zu schaffen, Geld zu verdienen und sich auch für Majors zu qualifizieren.

Über Tourschool in die LPGA

Anfang Dezember des Vorjahres hat sich die elffache österreichische Staatsmeisterin und Dritte der Amateur-EM 2012 als geteilte Elfte der US-Tourschool in Florida überraschend für die Ladies PGA-Tour (LPGA) qualifiziert und danach den Wechsel vom Amateur- ins Profilager vollzogen.

"Jetzt ausgerechnet an meinem 20. Geburtstag meine erste Runde als Profi auf der LPGA-Tour zu spielen, ist ein witziger Zufall und wirklich cool", freute sich Stütz auf ihr Profi-Debüt.

Keine Wohnung in Florida

In kürzester Zeit musste die erfolgreiche Amatrice ihr Leben neu organisieren. Jetzt wohnt sie in einem Hotel in Ponte Vedra Beach an der Ostküste im US-Bundesstaat Florida.

"Ich bin aber keine 30 Tage am Stück hier. Also wäre eine Wohnung samt Einrichtung teurer gekommen", erklärte Stütz diesen Schritt. Trainiert wird meist in der Akademie ihres Trainers Tom Burnett, zuletzt aber auch im legendären TPC at Sawgrass auf der PGA-Profis vorbehaltenen Range.

Respektvoller Umgang

Dort traf die Österreicherin auch auf männliche Asse wie Vijay Singh oder Jim Furyk.

Etwas, was Stütz als "extrem cool" empfindet. Wie überhaupt das Miteinander in der neuen Profi-Umgebung.

"Man geht hier sehr respektvoll und offen miteinander um. Ich spüre eine große Wertschätzung und alle freuen sich, dass ich hier als Österreicherin spiele", erklärte der Noch-Teenager wenige Tage vor dem doppelt wichtigen Datum gegenüber der APA.

Stolz schwingt mit

Stütz ist auf das bisher Erreichte "irrsinnig stolz."

"Ich merke an den verwunderten Reaktionen, dass ich eigentlich Skifahrerin sein sollte", scherzte die am 14. März 1993 in Wien geborene und in Linz lebende Spielerin des GC Kitzbühel, die nach Natascha Fink die erst zweite echte Austria-Proette auf der LPGA ist.

"Ich bin eine von wenigen, die das geschafft hat. Darauf bin ich stolz, weil ich weiß, wie viel das wert ist."

Auftakt in Arizona

Weil der Saisonstart in Australien zu kurzfristig kam, legt Stütz erst diese Woche auf der US-Tour beim mit 1,5 Mio. Dollar dotierten Founders Cup in Phoenix im Bundesstaat Arizona los.

Danach folgt das Kia Classic in Carlsbad/Kalifornien (1,7 Mio.) und dann wird Stütz bereits wissen, ob sie sich auch für ihr erstes Major im April in Mission Hills qualifiziert hat. An ihrer Seite wird US-Proficaddie Mark Maundrell sein, der Stütz schon auf der dritten Tourschool-Stage begleitet hat.

Cut als Ziel

Punkto Erwartungen bleibt Stütz dennoch auf dem Boden. Zu groß sind die unbekannten Faktoren wie Bermuda-Gras, extrem dickes Rough und Riesen-Tribünen.

"Dagegen sind die Europa-Turniere nichts", war sich Stütz bewusst. "Es wäre daher übertrieben zu erwarten, dass ich hier gleich groß aufspiele. Mein Ziel ist klarer Weise der Cut. Aber man hat mir auch versichert, dass es in der Rookie-Saison kein Drama ist, sich nicht für Majors zu qualifizieren."

Wunsch schon erfüllt

Trotz der enormen finanziellen Kosten geht Stütz gelassen in ihr neues Profisport-Leben. "Interessanter Weise war ich in den Wochen vorher nervös. Je näher der Start kommt, desto ruhiger werde ich aber", stellte die Neo-Proette fest.

Dank der Länge in ihren Schlägen kann sich die 1,81 m große Linzerin, die auch beim Sport auf ihre großen Augengläser vertraut, zumindest auf einer Ebene sicher fühlen. "Ich weiß nicht, was mich erwartet. Ich bin aber guter Dinge. Denn meinen größten Geburtstagswunsch habe ich mir schon selbst erfüllt."

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