Papa Schwab: "Golf ist bei uns zweitranging"

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Golf-Jungamateur Matthias Schwab wird das europäische Team beim kommenden Junior-Ryder-Cup (24./25. September) in den USA verstärken.

Der 17-jährige Steirer muss danach allerdings wie die auf der US-Tourschool engagierte Marina Stütz für die folgende Team-Weltmeisterschaft in der Türkei absagen, weil nach dem Ryder Cup die Schule wieder Vorrang hat.

Vorzugsschüler Schwab steht im BORG Radstadt im Matura-Jahr und wechselt im Sommer 2013 an die Vanderbilt-Universität in die USA.

Drohen Konsequenzen?

Niki Zitny, Sportdirektor des Österreichischen Golfverbandes (ÖGV), bedauerte die Absagen der beiden Top-Spieler und muss diese am Freitag bei der ÖGV-Vorstandssitzung thematisieren.

"Wir sind stolz, dass wir Spieler wie Matthias fördern dürfen und verlangen dafür nur ganz wenige Startverpflichtungen, wie eben die EM oder die WM", erklärte der Ex-Profi.

Ob die Absage Konsequenzen haben könne, wollte Zitny nicht beurteilen. "Ich werde tausendprozentig nichts tun, was einem Spieler schadet", sagte Zitny.

Weg führt nach oben

Für Schwab und Stütz rückten die Ersatzspieler Tobias Nemecz und Anja Purgauer in den WM-Kader auf, der weiters aus Lukas Nemecz und Ex-Europameister Manuel Trappel bzw. Sarah Schober und Nina Mühl besteht.

"Mit Matthias und Marina wären unsere Chancen natürlich höher gewesen", bedauerte Zitny.

Bei Schwab hat - wie bisher immer - die Schule Vorrang.

Der Rohrmooser hat sich mit seinen blendenden Ergebnissen heuer zur Nummer zehn der Amateur-Weltrangliste hochgearbeitet und ist die Nummer zwei Europas jeweils in der allgemeinen Klasse.

In der U18-Kategorie führt der junge Mann aus der Skiregion Schladming die Weltrangliste sogar an.

"Golf ist zweitrangig"

"Es mag komisch klingen, aber Golf ist bei uns dennoch zweitrangig", betonte Vater Andreas Schwab am Donnerstag.

"Unsere Kinder werden keine Schule wegen des Golfens abbrechen oder ein Studium aufgeben. Bevor die Schule eingeschränkt oder aufgegeben wird, ist es mit dem Golfspielen aus", machte der frühere Olympia-Bobfahrer, Sporthilfe-Chef und zuletzt NADA-Geschäftsführer klar.

"Wir bereiten unsere Kinder auf das Leben vor. Sollten sie dann auch noch gut genug sein, können sie gerne Golfprofis werden", erklärte Vater Schwab.

Neben Woods und McIlroy

Auf Matthias Schwab, dessen jüngerer Bruder Johannes ebenfalls viel Talent hat, kommt in den USA ein Riesen-Abenteuer zu.

Denn nach dem Juniorenbewerb in Chicago werden beide Teams am 26.9. eine Exhibition im Medinah CC/Illinois spielen, wo vom 28. bis 30. September die großen Stars aus den USA und Europa um die wichtigste Mannschaftstrophäe im Golfsport überhaupt kämpfen.

Schwab wird daher an diesem Trainingstag vor einer der wichtigsten Sportveranstaltungen der Welt neben Superstars wie Tiger Woods, Luke Donald und Rory McIlroy aufteen und ist danach mit seinen Teamkollegen auch eingeladen, sich den Ryder Cup USA gegen Titelverteidiger Europa selbst anzuschauen.

"Das ist eine einzigartige Gelegenheit, die für viel Motivation und auch dafür sorgt, dass ein 17-Jähriger weiterhin mit viel Begeisterung Golf spielt", sagte Papa Schwab.

"Matthias' Ziel ist der Ryder Cup der Profis. Das erste Ziel dorthin hat er jetzt erreicht."

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