The Need For Spieth

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Spieth will im „Home of Golf“ nächstes Major gewinnen

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Jordan Spieth kann erneut Golf-Geschichte schreiben.

Der US-amerikanische Jungstar könnte nach seinen Triumphen beim Masters und bei den US Open der erst zweite Spieler der modernen Ära werden, der die ersten drei Saison-Majors für sich entscheidet. Zuletzt war das der Golflegende Ben Hogan (USA) 1953 gelungen.

Zudem würde Spieth auch den Rekord von Tiger Woods für die meisten PGA-Tour-Turniersiege unter 22 (sechs) egalisieren und sich auch zum jüngsten Open-Champion seit 1893 küren.

Wenn dem 21-Jährigen dieses Kunststück gelingt, könnte er der erste Spieler werden, der den Grand Slam (alle vier Majors in einem Jahr) holt, aber das steht noch in den Sternen. Ab Donnerstag schlagen die besten Golf-Profis der Welt im altehrwürdigen Old Course in St. Andrews (SCO), auf dem seit dem 16. Jahrhundert gegolft wird, bei der 144. Ausgabe der British Open - oder wie es offiziell heißt „The Open Championship“ - ab.

Titelverteidiger McIlroy nicht dabei

Die Nummer eins der Golf-Weltrangliste wird aber nicht um die Siegestrophäe, den Claret Jug, und die 1,6 Millionen Euro Siegprämie im „Home of Golf“ mitspielen. Rory McIlroy (NIR) zog sich vor knapp zwei Wochen beim Fußballspielen einen Bänderriss und eine Kapselverletzung im linken Knöchel zu.

Der Nordire wird somit seinen Titel nicht verteidigen können und er könnte auch den ersten Platz in der Golf-Weltrangliste verlieren. Mit einem Sieg in Schottland würde Spieth an ihm vorbeiziehen. Der US-Amerikaner hat in dieser Saison bereits vier PGA-Tour-Siege zu Buche stehen, den letzten holte er in der Vorwoche bei der John Deere Classic.

Rickie Fowler mit guten Chancen

Bei allen Experten gilt Spieth als Topfavorit auf den Sieg, aber auch ein zweiter US-Amerikaner gewann letzte Woche und hat gute Chancen auf den Claret Jug. Rickie Fowler siegte bei den Scottish Open, und somit bei der Generalprobe auf der European Tour. Dem regierenden Players-Champion  fehlt noch ein Major-Sieg in seiner Vita. Letztes Jahr klassierte er sich bei allen vier Turnieren in den Top-5, bei den British Open 2014 wurde er sogar Zweiter.

Fowler will das Momentum nach St. Andrews mitnehmen und es wie sein Landsmann Phil Mickelson 2013 machen, der nach den Scottish Open auch die Open Championship für sich entscheiden konnte. In diesem Jahr hat der 45-jährige Routinier wohl eher nur Außenseiterchancen.

Zahlreiche Mitfavoriten

Zu den Mitfavoriten zählen auf jeden Fall Adam Scott (AUS), der bei den letzten drei Open Championships nie schlechter als Fünfter wurde, der Zweitplatzierte des Vorjahres Sergio Garcia (ESP) und Dustin Johnson (USA), der bei den diesjährigen US Open erst am letzten Loch seinen ersten Major-Titel vergab.

Zum erweiterten Kreis auf die Titelanwärter gehören darüber hinaus Louis Oosthuizen (RSA), der Österreicher Bernd Wiesberger und Superstar Tiger Woods (USA).

Zum 29. Mal ist der Old Course Austragungsort des ältesten Golf-Majors, die letzte Open-Ausgabe auf dem Links-Kurs 2010 entschied der Südafrikaner für sich und gewann seinen ersten und bislang einzigen Major-Titel. Bei den US Open 2015, wo auf dem Links-Kurs in Chambers Bay nahe Seattle gespielt wurde, belegte Oosthuizen den zweiten Rang. Es war einer von fünf Top-10-Plätzen in dieser Saison für den Südafrikaner, der in der europäischen Geldrangliste auf Platz drei liegt.

Gelingt Wiesberger Major-Coup?

Nur einen Platz hinter ihm in diesem Ranking findet sich der Burgenländer Bernd Wiesberger wieder. Der 29-Jährige feierte erst vor zwei Wochen mit dem Sieg bei der „Open de France“ nahe Paris seinen größten Erfolg und hat sicherlich Außenseiterchancen auf den Sieg in St. Andrews.  Durch konstant gute Leistungen in diesem Jahr hat er sich in der Golf-Weltrangliste schon auf den 23. Platz verbessert.

Seine beste Platzierung bei einem Major ist ein 15. Platz aus dem Vorjahr bei der PGA Championship. Vielleicht gelingt ihm in St. Andrews das, was er vergangenes Jahr in Louisville (Kentucky) nicht schaffte, die beste Platzierung eines Österreichers bei einem Major-Turnier zu erreichen. Das ist noch immer der 12. Platz von Markus Brier bei der Open Championship 2007.

Gewinnt Tiger Woods 15. Major?

Genau bei diesem Turnier spielte Brier im Flight mit US-Superstar Tiger Woods. Der 39-Jährige, der nach Verletzungsproblemen und Schwungumstellung bis auf Rang 241 in der Golf-Weltrangliste abgestürzt ist, zeigte sich bei seinen letzten Auftritten wieder etwas souveräner. Vielleicht gelingt dem 14-fachen Major-Champ an dem Ort, wo er die British Open 2000 und 2005 gewann, sein lang ersehnter 15. Triumph bei einem Major-Turnier.

 

Philipp Seelmann

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